09.04.2021

Krypto: Das waren diese Woche die wichtigsten News

XRP und Binance Coin weiter im Höhenflug, der Krypto-Markt knackt die 2-Mrd.-Dollar-Schwelle, Coinbase bringt Geschäftszahlen - und noch mehr.
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Für den XRP-Kurs war es eine gute Woche.
Für den XRP-Kurs war es eine gute Woche. | Foto: Adobe Stock

Diese Woche war feiertagsbedingt etwas kürzer als sonst, zumindest in Österreich – nicht aber am Krypto-Markt, der bekanntlich keine Feiertage kennt. Wir blicken zurück auf die wichtigsten Neuigkeiten, die es gab. Los geht’s mit einem Blick auf…

…die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): ~ 58.600 Dollar / -2 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche
  • Ethereum (ETH): ~2.090 Dollar / +4 %
  • Binance Coin (BNB): ~440 Dollar / + 25 %
  • XRP: ~ 1,0 Dollar / + 71 %
  • Cardano (ADA) / ~1,2 Dollar / +/- 0 %
  • Polkadot (DOT) / ~41 Dollar / +6 %
  • Uniswap (UNI) / ~30 Dollar / +4 %

Alle Daten stammen von Coinmarketcap und sind am Stand von Freitagnachmittag.

XRP weiter im Höhenflug

Eine wirklich einheitliche Tendenz bei den größten Kryptowährungen gab es diese Woche nicht – aber zwei stechen mit massiven Kursanstiegen hervor. Da ist zunächst einmal XRP. Der Kurs zog seit vergangenem Freitag um mehr als 70 Prozent an. In dieser Woche schaffte er es erstmals seit 2018 wieder über die Marke von 1,00 Dollar. Damit setzte sich die Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen fort.

Zuletzt sind Trader zunehmend optimistisch geworden, dass der Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht doch noch günstig für das XRP-Unternehmen Ripple ausgehen könnte. In den vergangenen Tagen machten Gerüchte die Runde, wonach Coinbase die Wiederaufnahme des Handels mit XRP vorbereite. Dieser war im Jänner aufgrund der Vorwürfe ausgesetzt worden.

Allerdings: Einen handfesten Erfolg gab es in dem Disput mit der Behörde bisher nicht. Wohl aber kleinere Zwischenerfolge – wir haben dazu und zum jüngsten Kursanstieg hier etwas detaillierter berichtet.

BNB festigt dritten Platz, BTC und ETH mit unspekulären Handelswochen

Auch bei BNB ging es weiter aufwärts. Auf die rund 40 Prozent Wochenplus am vergangenen Freitag folgte nur einer weiterer Kursansteig von rund 25 Prozent. Die Coin der weltgrößten Kryptobörse Binance bleibt damit stark gefragt. Die Marktkapitalisierung bewegt sich mittlerweile in Richtung 70 Mrd. Dollar – damit liegt sie zwar noch weit hinter Bitcoin und Ethereum, allerdings deutlich vor der Nummer 4. Das ist aktuell tatsächlich wieder XRP mit 46 Mrd. Dollar.

Apropos. Für die beiden Großen verliefen die vergangenen sieben Tage eher unspektakulär. Der Bitcoin-Kurs schaffe es am Samstag noch einmal vorübergehend über die 60.000-Dollar-Marke. In der neuen Woche blieb er jedoch durchgehend darunter. Ether wiederum hatte am späten Freitagnachmittag einen Rekordstand erreicht. In dieser Woche näherte sich der Kurs dem Allzeithoch bis auf wenige Cent an, blieb aber schließlich darunter.

Gesamter Krypto-Markt über 2 Mrd. Dollar schwer

Trotz der Seitwärtsbewegung von Bitcoin erreichte die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarktes diese Woche erstmals mehr als 2 Mrd. Dollar – zumindest bei CoinGecko, denn bei CoinMarktCap kalkuliert man etwas konservativer. Ausschlaggebend für den letzten Schub, um über diese Marke zu steigen, waren starke Aufwärtsbewegungen einiger Altcoins, an vordester Front natürlich die hier bereits diskutierten XRP und BNB. Hier unser Bericht dazu.

Coinbase veröffentlicht vor Börsengang Geschäftszahlen

Am kommenden Mittwoch dürften sich die Blicke der Krypto-Community mit ziemlicher Sicherheit ausnahmsweise auf den klassischen Aktienmarkt richten: Das Börsendebüt von Coinbase steht am Programm. Die Details dazu haben wir schon öfter berichtet: Ab 14. April werden die Coinbase-Aktien an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq gehandelt. Es wird kein klassischer Börsengang mit Initial Public Offering (IPO) werden, sondern ein Direct Listing, bei dem keine neuen Aktien ausgegeben werden.

Vorab hat die US-Kryptobörse jetzt schon einmal vorläufige Quartalszahlen veröffentlicht. Ein ungewöhnlicher Schritt – aber wenn man die Zahlen sieht, weiß man auch warum: Sie sind, wie es natürlich auch zu erwarten war, sehr stark ausgefallen. Im ersten Quartal 2021 hat Coinbase 1,8 Mrd. Umsatz gemacht und 730 bis 800 Mio. Dollar Nettogewinn. Damit wurde nach drei Monaten bereits das gesamte Jahr 2020 übertroffen: Im Vorjahr hatte Coinabse 1,2 Mrd. Dollar Umsatz und 322 Mio. Dollar Gewinn gemacht – in zwölf Monaten wohlbemerkt, nicht in drei. Die Zahl der aktiven User stieg im ersten Quartal 2021 gegenübem dem viertel Quartal 2020 von 2,8 auf 6,1 Mio.

Vierter Token Sale von Eloop innerhalb von nur 19 Minuten ausverkauft

Auch in Österreich gab diese Woche Neuigkeiten: Das Wiener Carsharing-Startup Eloop hat am Dienstag seinen mittlerweile vierten Token Sale gestartet. Lang lief er nicht – denn schon nach 19 Minuten war er ausverkauft. Eloop hatte 100.000 Token der der hauseigenen Kryptowährung EOT an den Mann oder die Frau gebracht.

Auf diesem Weg finanziert das Startup aktuell seine Fahrzeugflotte. Im Gegenzug werden die Nutzer an den Umsätzen der rein elektrischen Charsharing-Flotte von Eloop beteiligt. Bis Sommer sollen so 250 Teslas auf Wiens Straßen gebracht werden. Hier unser Bericht zum dieswöchigen Token Sale.

Nachhaltigkeitsinitiative mit u.a. CoinShares und Ripple

Geht es in der Öffentlichkeit um Kritik an Kryptowährungen, fällt ein Thema nahezu immer: Der Nachhaltigkeitsaspekt. Die gesamte Kryptobranche sei doch eine einzige gewaltige Energieverschwendung, meinen die schärfsten Kritiker. Doch auch in der etablierten Finanzbranche nehmen regulatorische Vorgaben den Nachhaltigskeitsaspekt immer stärker in den Blick. Am Donnerstag wurde nun eine neue Initiative präsentiert, die sich dem Themenbereich Krypto und Nachhaltigkeit annimmt: Der Crypto Climate Accord.

Das Ziel der Initiative: Ein Kryptobranche, die bis 2025 ausschließlich erneuerbare Energien einsetzt. Es sind dabei auch schon einige große Namen an Bord – etwa CoinShares, ConsenSys und Ripple. Die Initiative will dazu einen Berechnungsstandard entwickeln, mit dem die Emissionen von Krypto-Akteuren gemessen werden.

…und die verrücktesten Kursbewegungen bei Altcoins

Wie jede Woche verabschieden wir uns mit einem Blick auf die stärksten Aufwärtsbewegungen im Altcoin-Segment. Und normalerweise zeigen wir hier kleinere Coins, deren Marktkapitalisierung unter einer Milliarde Dollar liegt. Ganz anders diese Woche: Denn mit XRP hat es tatsächlich eine der größten Kryptowährungen in unsere Liste geschafft.

  • Bitcoin Gold (BTG): + 163 %
  • KuCoin Token (KCS): + 140 %
  • XRP: + 71 %

Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von brutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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