11.05.2022

Binance: Weltgrößte Kryptobörse gründet Österreich-Tochter & holt Lizenz in Frankreich

Michael Wild und Raphael Zakarias leiten den neuen Standort in Österreich. Binance dürfte hier um eine FMA-Lizenz ansuchen.
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Binance ist die nach Handelsvolumen größte Kryptobörse der Welt.
Binance ist die nach Handelsvolumen größte Kryptobörse der Welt. | Foto: prima91/Adobe Stock

Die nach Handelsvolumen größte Kryptobörse der Welt, Binance, hat eine eigene Österreich-Tochter gegründet und baut ihre Aktivitäten in Europa stark aus. Mitte März wurde die Gründung einer eigenen GmbH unterzeichnet wurde. Das verkündete Michael Wild, Head of Binance DACH, auf LinkedIn – er übernimmt gemeinsam mit Raphael Zakarias die Geschäftsführung, die seit April auch im Firmenbuch eingetragen ist. Binance Austria ist eine Tochter der französischen Niederlassung der Kryptobörse. In Frankreich hat sich Binance die erste Zulassung als Finanzdienstleister in der EU gesichert und baut dort das Headquarter für Europa auf. Mitte April ist das Unternehmen in den bekannten Startup-Campus Station F in Paris eingezogen.

Aufbau des Standorts Wien

Wild war zuletzt COO bei der Krypto-Handelsplattform Etoro in Deutschland und davor in Compliance-Rollen bei Credit Suisse und KPMG. Laut LinkedIn ist er seit Februar 2022 DACH-Chef von Binance. Er dürfte damit für die Märkte in Zentraleuropa zuständig sein, wobei Kommentaren auf LinkedIn zufolge die Schweiz noch vor Deutschland geplant ist. Zakarias übernimmt die Rolle des Market Leads Österreich. Derzeit sucht das Unternehmen in Wien noch einen Finance Manager und bezeichnet Österreich in der Ausschreibung als „key region“.

Ob Binance mit der Österreich-Tochter um eine Konzession bei der FMA ansucht, ist noch unklar. Grundsätzlich genutzt werden kann die Plattform bereits in Österreich. 2021 hatte Binance Schwierigkeiten mit der deutschen Bafin, die die Prospektpflicht verletzt sah. Das Verfahren wurde eingestellt und Berichten zufolge soll Binance in Deutschland um eine Lizenz als Kryptoverwahrer ansuchen, was ein kompliziertes Anliegen sein dürfte – bisher haben eine solche Lizenz nur drei Unternehmen erhalten, darunter die US-Handelsplattform Coinbase. Zuletzt konnte sich Binance auch Lizenzen in Dubai und Bahrain sichern. Das Unternehmen wurde 2017 von Changpeng Zhao (auch als CZ bekannt) ursprünglich in China gegründet.

Binance will Web3 und Metaverse fördern

In Paris, wo Binance seine europäischen Headquarters eingerichtet hat, will das Unternehmen vor allem die Web3-Community und entsprechende Startups fördern. „Wir lieben Frankreich. Und diese Eröffnung ist ein Beweis für unser Engagement. Wir sind entschlossen, ein starkes Ökosystem rund um Blockchain, Web.3 und Metaverse aufzubauen und zu unterstützen. Wir beginnen in Frankreich als Startrampe für Europa und wollen diesen Raum als unsere kreative und innovative Basis nutzen“, sagte CZ anlässlich des Einzugs von Binance bei Station F.

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© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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