09.08.2017

Kreisel Electric holt sich Top-Werbeagentur-CEO als CMO

Das oberösterreichische Startup Kreisel Electric hat im E-Mobility-Bereich große Ziele und ist auf dem besten Weg, diese zu erreichen. Nun hat man mit André Felker einen Marketing-Profi als CMO an Bord geholt.
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(c) Kreisel-Electric: vlnr. Johann Kreisel, Markus Kreisel, André Felkner, Christian Schlögl, Philipp Kreisel

Bisher war er CEO der Serviceplan Gruppe Austria, der österreichischen Niederlassung von Europas größter inhabergeführten Werbeagentur. Dort war André Felker hauptverantwortlich für Werbekampagnen von Unternehmen wie Kapsch, tipp3, Saturn, tele.ring oder Mini. Nun wechselte der gebürtige Wiener als CMO zum oberösterreichischen Startup Kreisel Electric. Was den Topmanager und erfolgreichen Agentur-Gründer zum Wechsel bewegte, beschreibt er in einer Aussendung seines neuen Arbeitgebers: „Kreisel ist ein Unternehmen, das nicht nur übergeht vor Innovationskraft sondern mit seiner Technologie auch die Welt signifikant positiv verändern wird“, sagt Felker.

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„Weltweit beste Batterietechnologie“

Kreisel Electric, seit kurzem in der neuen Zentrale und Fabrik in Rainbach bei Freistadt ansässig, hat ein innovatives Akku-System entwickelt. Gegründet wurde das Startup 2015 von den drei Brüdern Philipp, Johann und Markus Kreisel in der (recht großen) Garage des elterlichen Elektro-Betriebs. Sie entwickelten, zunächst für den Eigengebrauch, einen Lithium-Ionen-Akku, der durch eine spezielle Flüssigkeits-Ummantelung besonders gewichtseffizient gekühlt wird und dadurch höhere Leistung erbringt. Zusätzlich löscht er sich im Falle eines Brandes selber. Inzwischen erhielt das Unternehmen für die Technologie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt etwa im Juli das Prädikat „weltweit beste Batterietechnologie“ vom US-Beratungs-Multi Frost & Sullivan.

Ziel: Globale Nummer 1 im Bereich E-Mobility

Den Akku verbauen die Brüder einerseits in Auto-Umbauten, was auf großes Interesse der Mobilitäts-Konzerne stößt. „Wir haben mit nahezu allen namhaften Automarken Pilot-Projekte laufen“, erklärte Co-CEO Markus Kreisel kürzlich im Gespräch mit dem Brutkasten. Andererseits bietet Kreisel mit „Mavero“ ein Heimspeichersystem an, mit dem etwa Energie aus der eigenen Solaranlage effizient gespeichert werden kann. Schon im zweiten Geschäftsjahr konnte Kreisel 15 Millionen Euro Umsatz verbuchen. Den Neubau der kürzlich fertiggestellten Fabrik finanzierte man schon komplett aus eigenen Mitteln. Doch die Reise soll nun erst richtig losgehen: „Wir möchten mit unserer Marke die globale Nummer 1 im Bereich E-Mobility werden“, sagt Markus Kreisel.

Noch heuer Standort in Los Angeles

Zu diesem Zweck wird gerade massiv expandiert. Noch heuer wird ein Standort in Los Angeles eröffnen. Innerhalb Österreichs wird es einen weiteren Standort in Wien geben, den auch André Felker mit aufbauen soll. Bis 2018 sollen insgesamt 200 Mitarbeiter für Kreisel Electric arbeiten. Entsprechend soll nun mit Felker auch das Marketing ordentlich gepusht werden. Und das, obwohl zuvor bereits Arnold Schwarzenegger als Testimonial fungiert hatte. „Es ist für uns ein logischer Schritt einen Marketingprofi mit an Bord zu holen, der uns auf unserem Weg der internationalen Expansion unterstützt. Neben der Technologie- und Innovationsführerschaft streben wir auch die Themenführerschaft im Bereich E-Mobility an“, erklärt dazu Kreisel-Co-CEO Christian Schlögl.

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Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Sommer 2021 ging das Wiener LegalTech-Startup notarity mit einem klaren Produktversprechen an den Start: die Online-Abwicklung notarieller Dienstleistungen einfacher und angenehmer zu machen. Damit konnte im Heimatmarkt Österreich bald ein signifikanter Anteil der Notariate überzeugt werden, nicht aber die Notariatskammer, die über eine Tochtergesellschaft ein eigenes Angebot in dem Bereich hat. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit – brutkasten berichtete zuletzt über das Urteil in zweiter Instanz.

Rund 2.000 internationale Unternehmen als Nutzer

Unter anderem deswegen fokussiert notarity seit Jahren auf das internationale Geschäft. Schon Anfang 2024 verkündete man, mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erzielen. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent, wie es nun vom Startup heißt. Dabei lege man einen besonderen Fokus auf internationale Konzerne.

Aktuell würden knapp 2.000 internationale Unternehmen mit großteils mehr als 500 Beschäftigten notarity für digitale Notariatsakte nutzen. Dazu zählen internationale Wirtschaftskanzleien wie DLA Piper und Baker McKenzie. Die Zahl digitaler Dokumenten-Beglaubigungen für internationale Unternehmen, Kanzleien und institutionelle Kunden über die Plattform habe sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Mit Umsatzverdopplung Break-even erreicht

So sei zuletzt auch eine Verdopplung des Umsatzes im Jahresvergleich gelungen. „Damit haben wir den Break-even erreicht und den entscheidenden Schritt vom wachstumsstarken Startup zum profitablen Global Champion gemacht“, kommentiert Co-Founder und CEO Jakobus Schuster. Rund 400 Notar:innen hätten mittlerweile mehr als eine Viertelmillion digitale Beglaubigungen über die Plattform abgewickelt, monatlich seien es derzeit rund 10.000.

Zu den wichtigsten Märkten außerhalb der EU zählen das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz. „Mit dem Erreichen der Gewinnzone schaffen wir die Grundlage, um unsere internationale Expansion künftig aus einer Position finanzieller Stärke voranzutreiben“, so Schuster.

Novelle der Notariatsordnung 2020 als Anstoß

Möglich hat das alles auch die heimische Rechtslage gemacht. Mit einer 2020 beschlossenen Novelle der österreichischen Notariatsordnung wurde die Basis für Online-Notariatsdienstleistungen im Inland geschaffen. Mittlerweile gelten elektronische Beglaubigungen von Unterschriften über notarity in mehr als 100 Ländern. „Unser Produkt entstand unter hohen regulatorischen, datenschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Genau diese Standards werden heute international immer wichtiger und haben uns den Eintritt in regulierte Märkte erheblich erleichtert“, sagt Schuster und gibt das Ziel aus: „die weltweit führende Infrastruktur für digitale Beglaubigungen internationaler Unternehmen bereitzustellen und diese Position in weiteren Märkten auszubauen.“

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