22.07.2025
INSOLVENZ

Kraken Innovations: Grazer Getriebe-Startup muss Konkurs anmelden

Das Unternehmen aus Graz hat sich auf die Entwicklung eines zahnradlosen Getriebes spezialisiert. Unter anderem wurde die Technologie auch auf der Expo in Osaka gezeigt.
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(c) nicoleseiser.at

Das Grazer Getriebe‑Startup Kraken Innovations ist zahlungsunfähig. Über das Vermögen der 2021 gegründeten Kraken Innovations GmbH wurde am 21. Juli 2025 am Landesgericht Graz ein Konkursverfahren eröffnet, wie der KSV 1870 am Dienstag bekannt gab.

Patentierte Technologie

Kraken Innovations entwickelt ein patentiertes zahnradloses Koaxialgetriebe, das dank integrierter Sensorik eine besonders hohe Leistungsdichte ermöglichen soll. Die Kraken Innovations GmbH wurde im Feber 2021 von Philipp Eisele, Michael Michelitsch und Daniel Fürhapter gegründet. Es handelt sich um ein Spin-Off der TU-Graz.

Die Idee zu Kraken Innovations kam den Gründern während ihrer Diplomarbeiten am Institut für Fertigungstechnik der Technischen Universität Graz. Dort hatten sie den Gedanken für leistungsfähigere und kompaktere Antriebssysteme. Und haben schließlich eine „zahnradlose“ Getriebelösung entwickelt, bei der sich eine Sensorik zur Überwachung im Kern befindet. Bei diesem patentierten Koaxialgetriebe sind die übertragbaren Kräfte um ein Vielfaches höher als bei klassischen Zahnrädern (brutkasten berichtete).

Kraken Innovations auf der Expo 2025 in Osaka

Bis zuletzt galt das Unternehmen als ein Aufsteiger der steirischen Deep‑Tech‑Szene: Unter anderem ist das Unternehmen im Pavillon der Expo 2025 in Osaka vertreten.

Zudem konnte das Unternehmen auch Investoren an Land ziehen. Zu Beginn des Jahres 2022 konnte bereits Nanotec Electronic GmbH und Co KG, ein deutscher Hersteller von Motoren und Steuerungen für Antriebslösungen, als Investor gewonnen werden. Später folgte im Dezember 2022 eine Eigenkapitalbeteiligung in Höhe von 400.000 Euro der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG). Zur Höhe der Passiva oder den Gründen der Insolvenz liegen bislang noch keine Informationen vor.

Fortführung des Unternehmens ist nicht geplant

Im Gespräch mit brutkasten erklärt einer der Gründer des Unternehmens die Hintergründe des Scheiterns: „Es waren größere Stückzahlen geplant, die leider nicht beauftragt worden sind, weil wir keine Zusagen treffen konnten, was  Lieferfähigkeit, Ersatzteile oder Service weltweit angeht.“ Eine Fortführung des Unternehmen ist nicht geplant. In einem nächsten Schritt sollen nun die verbleibenden Vermögenswerte veräußert werden – dazu zählen auch die Patente.

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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin

Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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