23.09.2025
ÖSTERREICH-AUSSCHEIDUNG

KPMG vergab seinen Startup-Award – das ist der Sieger

Mit dem Austrian Tech Innovator Award prämierte KPMG ein heimisches Startup. Dieses tritt auch beim internationalen Finale auf dem Web Summit in Lissabon an.
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Das Siegerfoto des Austrian Tech Innovator Award | © KPMG
Das Siegerfoto des Austrian Tech Innovator Award | © KPMG

Zum mittlerweile fünften Mal findet der Wettbewerb „Global Tech Innovator“ von KPMG Private Enterprise dieses Jahr statt – mit Vorausscheidungen in über 25 Ländern. Beim „Austrian Tech Innovator Award 2025“ wurde nun der österreichische Beitrag für den internationalen Wettbewerb mit Finale beim Web Summit in Lissabon auserkoren. Im Österreich-Finale waren fünf heimische Startups: Blue Planet Ecosystems, enspired, FlyNow Aviation, Gate Space Innovation und Jentis.

„Die vielversprechendsten Startups des Landes“

KPMG suchte im Vorfeld „nach technologischer Innovation und vielversprechenden technologiegestützten Geschäftsmodellen mit dem Potenzial, Märkte zu verändern und international zu skalieren“. Andreas Tomek, KPMG Partner im Bereich IT Advisory, führt aus: „Im Rahmen des international agierenden Global-Tech-Innovator-Programms identifizieren, fördern und begleiten wir die vielversprechendsten Startups des Landes. Wir ermöglichen damit nicht nur gezielte Vernetzung und Sichtbarkeit, sondern durch den Verbund im KPMG-Netzwerk auch globale Reichweite, die besonders für Startups essenziell ist.“

And the winner is…

Im Österreich-Vorentscheid durchsetzen konnte sich letztlich enspired. Mit der KI-basierten Trading-as-a-Service-Plattform für den Stromhandel habe das Startup das Publikum, bestehend aus Entscheidungsträger:innen mit Fokus auf digitale Innovation, überzeugen können, heißt es von KPMG.

Enspired sorgte vergangenes Jahr für eine der größten Finanzierungsrunden des Jahres. Das Wiener Startup unterstützt Energieversorger, Produzenten und große Verbraucher dabei, Strom flexibel und profitabel zu handeln – insbesondere im Hinblick auf volatile Märkte und den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energie. Die Algorithmen des Unternehmens analysieren Wetter-, Markt- und Verbrauchsdaten in Echtzeit und handeln KI-gestützt an europäischen Strombörsen.

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calliora
© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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