08.09.2025
INVESTMENT

Konatec: Kärntner Heizkosten-Startup holt sechsstelliges Investment

Das Kärntner Startup Konatec kann mit seinem Fassadesystem die Kosten für Wärmeenergie um bis zu 30 Prozent senken. Dafür gab es jetzt frisches Kapital.
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Konatec, Wärmekosten
© Konatec - Manuel Unterweger, Samuel Bregenzer und Joel Studer von Konatec.

Vor rund eineinhalb Jahren startete das in Spittal an der Drau gegründete Startup Konatec im Inkubatorprogramm des build!-Gründungszentrums in Kärnten. Es entwickelt Konsolen für hinterlüftete Fassadensysteme. Mit diesen sollen Gebäudefassaden aufgewertet werden. Sind Gebäude mit den Konatec-Konsolen ausgestattet, können Energiekosten um bis zu ein Drittel gesenkt werden, so der Claim. Mit dieser Idee konnte das Team rund um Gründer Manuel Unterweger und Joel Studer nun eine Finanzierungsrunde abschließen.

Konatec: Wärmebrücken minimieren

Angeführt wird das sechsstellige-Investment vom Carinthian Venture Fonds (CVF). Das Geld soll gezielt in Markterweiterung, Produktentwicklung und die weitere Skalierung fließen. Für den CVF ist es das achte Investment in ein Startup aus dem Kärntner Ökosystem.

Die sogenannte Thermo-A1 Konsole minimiert nach eigenen Angaben Wärmebrücken um ein Vielfaches im Vergleich zu herkömmlichen Aluminium- oder Edelstahlkonsolen und steigert die Montageeffizienz erheblich. Dadurch sollen Heizkosten reduziert, Bauzeiten verkürzt und die CO2-Bilanz von Gebäuden deutlich verbessert werden.

In anderen Worten: Das Tragelement von Konatec besteht unter anderem aus Aluminium und einem Thermomaterial, das den Wärmeleitwert von Außenmauern reduzieren kann. Der Wärmeleitwert beschreibt die Menge an Energie, die pro Sekunde durch eine ein Meter dicke Schicht eines Materials – also zum Beispiel der Außenwand eines Hauses – transportiert wird. Wenn man diesen Leitwert reduziert – wenn also weniger Wärmeenergie durch eine Wand wandert, sinken die Energiekosten.

Expansion geplant

„Entscheidend für unser Investment war neben dem innovativen Produkt vor allem das starke und kompetente Gründerteam rund um Manuel Unterweger und Joel Struder“, erklärt René Ratz, Investmentmanager des Carinthian Venture Fonds: „Wir sind stolz, mit unserem mittlerweile achten Investment ein weiteres innovatives Unternehmen aus Kärnten zu unterstützen und so den Kärntner Wirtschaftsstandort für Startups und Spin-offs weiter zu attraktiveren und zu stärken. Konatec zeigt, wie technologische Exzellenz und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können, um die Bauindustrie zukunftsfähig zu machen“.

Das Kapital aus der Finanzierungsrunde wird gezielt eingesetzt, um die internationale Expansion in den Kernmärkten Österreich, Deutschland und England voranzutreiben, die Produktionskapazitäten auszubauen und die Entwicklung weiterer Produkte für die Fassadenindustrie zu beschleunigen.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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