18.10.2016

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

Vergangene Woche wurde ein Text mit dem Titel "Fuck you Startup World" innerhalb der Startup-Community viral. Dabei überwog die Zustimmung gegenüber der Ablehnung. Über die Bewohner der Startup-Welt sagt das vor allem eines aus: Es wird viel geschauspielt.
/artikel/kommentar-virale-schimpftirade
(c) fotolia.com - LoloStock: Symbolfoto

„That’s right, I said it.“ – damit beginnt ein Android-Developer mit dem Nicknamen Shem unter dem Titel „Fuck you Startup World“ eine Schimpftirade über die Angewohnheiten der Gründer-Community, die sich gewaschen hat. Nicht weniger als 66 Mal kommt darin das Wort „fuck“ vor. Und er scheint damit unzähligen Menschen, vor allem aus dem Startup-Umfeld, aus der Seele zu sprechen. Auf Social Media Kanälen wurde der Artikel innerhalb kurzer Zeit viral – die Kommentare waren größtenteils zustimmend.

Aber warum applaudiert die Startup-Community, wenn jemand fast alles in den Dreck zieht, was sie ausmacht? Warum freuen sich so viele, wenn Shem Dinge wie Finanzierungsrunden, den Hang zu dreibuchstabigen Abkürzungen und die Routinen erfolgreicher Founder wüst beschimpft?

Die seltsamen Gepflogenheiten von Foundern, Business Angels und Co.

Die Antwort ist bereits in der ersten Frage versteckt. Shem zieht nämlich eben nur fast alles in den Dreck, was die Startup-Community ausmacht. Was er aber unangetastet lässt, ist das Gründen selbst. Er kritisiert nicht, dass Menschen versuchen, mit einer Idee reich zu werden. Er lässt sich nur über all die seltsamen Gepflogenheiten und Zwänge aus, die das Ecosystem mit seinen Foundern, Business Angels und VCs, mit seinen Pitches, Events und Partys hervorgebracht hat. Und sehr vielen Leuten, die mitten in diesem Ecosystem stehen, scheint dieses Beiwerk, zumindest manchmal, ebenso sehr auf die Nerven zu gehen.

+++ Die Anglizismen der Startup-Welt: Unser Glossar +++

Ein Schema, nach dem die ganze Community handelt

Denn das ist, was es ist: Beiwerk. Der Hipster-Lifestyle und die andauernde Selbstinszenierung, die übertriebene Nutzung von Anglizismen, die übermäßige Bewunderung für die großen Founder dieser Welt und die stundenlangen Reflexionen über Pitching-Stategien – all das ist ist eigentlich nicht nötig, um eine gute Idee zu haben und damit reich zu werden – das zeigen unzählige Beispiele außerhalb der Startup-Community. Es hat sich einfach so eingebürgert. Das Schema wurde von ein paar einflussreichen Leuten, die scheinbar wirklich so sind, definiert.

„Alle tragen die gleiche Maske und niemand darf sie abnehmen.“

Und nachher lachen sie darüber

Doch all jene, die Shems Kommentar freudig aufgenommen haben, sind wohl eben nicht wirklich so. Wenn sie Eigenkapital für ihre Idee brauchen, gehen sie auf Pitching-Events und inszenieren sich dort mit Anglizismen und dreibuchstabigen Abkürzungen selbst. Und nachher, zuhause, lachen viele von ihnen über das Auftreten und die Ausdrucksweise, mit der sie gerade noch ihr Gegenüber überzeugen wollten. Und der Business Angel, vor dem sie gepitcht haben, lacht zuhause wahrscheinlich auch darüber. Vielleicht lacht er sogar darüber, dass man ihn als Business Angel bezeichnet. Investieren wird er trotzdem nur, wenn das Startup ins Bild passt. Alle tragen die gleiche Maske und niemand darf sie abnehmen.

Und doch: Bitte bleibt selbstinszenierende Anglizismen-Hipster!

Aber bleiben wir realistisch. Sollten wir in der Startup-Community deswegen alles umkrempeln und künftig auf Selbstinszenierung, Anglizismen und Abkürzungen verzichten? Ganz sicher nicht! Denn erstens macht es Spaß. Zweitens, und das ist viel wichtiger, hat es ja doch durchaus auch einen Sinn. Es dient schließlich dazu, all die Leute außerhalb der Community zu beeindrucken. Und denen wollen die Founder und ihre Business Angels ja schließlich das Produkt verkaufen. Und wer kauft jemandem, der kein selbstinszenierender Anglizismen-Hipster ist, schon ein Lifestyleprodukt ab? Legen wir „Fuck you Startup World“ also ad Acta und widmen uns wieder dem Tagesgeschäft – mit dreibuchstabigen Abkürzungen.

+++ Welche Eigenschaften sollte ein Gründer haben? +++

Deine ungelesenen Artikel:
19.08.2026

Trenkwalder: Wiener HR-Riese setzt auf „AI First“ und holt BCG-Manager als neuen CTO

Björn Elting war bislang Managing Director der BCG-Technologieberatungs-Sparte BCG Platinion. Nun soll er als Trenkwalder-CTO die KI-Strategie vorantreiben.
/artikel/trenkwalder-wiener-hr-riese-setzt-auf-ai-first-und-holt-bcg-manager-als-neuen-cto
19.08.2026

Trenkwalder: Wiener HR-Riese setzt auf „AI First“ und holt BCG-Manager als neuen CTO

Björn Elting war bislang Managing Director der BCG-Technologieberatungs-Sparte BCG Platinion. Nun soll er als Trenkwalder-CTO die KI-Strategie vorantreiben.
/artikel/trenkwalder-wiener-hr-riese-setzt-auf-ai-first-und-holt-bcg-manager-als-neuen-cto
Björn Elting ist neuer CTO der Trenkwalder Group AG | (c) Trenkwalder Group AG
Björn Elting ist neuer CTO der Trenkwalder Group AG | (c) Trenkwalder Group AG

Mit rund 550 Millionen Euro Jahresumsatz und etwa 20.000 Mitarbeiter:innen ist die Trenkwalder Group AG mit Hauptsitz in Wien Österreichs größtes HR-Unternehmen. Dabei befindet sich der aktuell in 15 europäischen Ländern tätige Konzern, was die Geschäftszahlen angeht, momentan keineswegs an seinem bisherigen Höhepunkt: Vor etwas weniger als 20 Jahren machte man noch mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz. Es folgten auch durch die damalige Finanzkrise bedingte Krisenjahre. 2011 erfolgte der Mehrheitsverkauf an die deutsche Droege Group, die nach wie vor Haupteigentümerin ist. Auch zuletzt war die Umsatzentwicklung dem Vernehmen nach negativ – noch 2024 war seitens des Unternehmens von rund 700 Millionen Euro Jahresumsatz die Rede, nun steht man nach eigenen Angaben bei den eingangs erwähnten 550 Millionen.

„Anspruch, KI-Vorreiter der Branche zu sein“

Die Strategie für die gewünschte Rückkehr auf den Wachstumspfad überrascht wenig: „AI First“. Man habe den Anspruch, KI-Vorreiter der Branche zu sein, sagt CEO Mark Pollok. Dafür besetzte Trenkwalder nun einen neu geschaffenen Chief-Technology-Officer-Posten (CTO) mit Björn Elting. Dieser war zuletzt in Düsseldorf, wo auch die Trenkwalder-Mutter Droege Group ihren Sitz hat, als Managing Director und Head of Tech & Digital Advantage in Insurance von BCG Platinion für Europa, den Nahen Osten, Südamerika und Afrika tätig. BCG Platinion ist die Technologieberatungs-Sparte der Boston Consulting Group (BCG).

Im Zentrum von Eltings Aufgaben stünden nun die großangelegte Weiterentwicklung KI-basierter Lösungen sowie der Ausbau der datengetriebenen, europaweiten Workforce-Plattform, heißt es von Trenkwalder. Darüber hinaus werde er die strategische Weiterentwicklung des Outsourcing-Geschäftes der Gruppe maßgeblich mitgestalten. KI unterstütze bereits jetzt zentrale Abläufe von der Vorqualifikation und dem Matching von Talenten bis zur Kommunikation mit Kunden. Auf Basis der paneuropäischen Datenbank mit mehr als einer Million Talenten soll nun die grenzüberschreitende Workforce-Vermittlung deutlich skalierbarer werden.

Elting: „Innovationsgeschwindigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil“

„Björn Elting verbindet umfassende Technologie- und Transformationserfahrung mit der Fähigkeit, Veränderungen in komplexen Organisationen umzusetzen. Genau diese Kombination brauchen wir, um KI als Wachstumstreiber in unseren Kernprozessen zu verankern und unsere europaweite Plattformstrategie zu beschleunigen“, kommentiert Trenkwalder-CEO Pollok.

Elting selbst sieht in seiner neuen Position die seltene Chance, „ein Unternehmen in seiner nächsten Wachstumsphase technologisch neu aufzubauen und damit die Zukunft der Arbeit in Europa mitzuprägen“. „Mich reizt besonders, wie konsequent Trenkwalder bestehende Prozesse aus einer AI-First-Perspektive neu denkt. Denn die HR-Service-Branche wird in den kommenden Jahren eine besondere Dynamik erleben, und die Innovationsgeschwindigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, so der neue CTO.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kommentar: Was eine virale Schimpftirade über die Community aussagt