13.08.2021

Knuspr.de: gurkerl.at-Eigentümer Rohlik expandiert nach Deutschland

Erst vor Kurzem hat das tschechische Startup Rohlik, das hierzulande mit dem Lebensmittellieferservice gurkerl.at die Online-Plattformen heimischer Supermärkte herausfordert, Unicorn-Status erobert. Mit dem Start von Knuspr.de in Deutschland setzt man nun die internationale Expansion fort.
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Knuspr.de
© knuspr

Rohlik-Gründer Tomáš Čupr surft auf der Erfolgswelle, wie die erst kürzlich abgeschlossene Series C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Euro belegt. Erst kurz zuvor hatte der Startup-Gründer 190 Millionen Euro eingesammelt. Damit hält die Rohlik-Gruppe nun bei einer Unternehmensbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar und hat Unicorn-Status erreicht, wie der brutkasten bereits berichtet hat. „Diese Investitionen demonstrieren das Vertrauen unserer Investoren in das starke Wachstum der Rohlik-Gruppe“, freut sich Čupr. Schon damals hat das tschechische Unternehmen angekündigt, die Expansion in Europa voranzutreiben.

Rohlik: Wie alles begann

Mit rohlik.cz startete das Unternehmen 2014 in Tschechien durch und hält dort laut eigenen Angaben die Marktführerschaft im Onlinehandel mit FMCG-Produkten. Unter der Marke Kifli ist man in Ungarn präsent und auch der Österreich-Ableger gurkerl.at wächst seit dem Markteintritt 2020 kontinuierlich. Hierzulande wurde das 9.000 Lebensmittel- und Nearfood-Artikel umfassende Sortiment im Mai 2021 in Kooperation mit der DaVinci-Apotheke um 4.000 rezeptfreie Apothekenprodukte sowie bekannte Beauty-Marken wie Dr. Hauschka, Eucerin oder Vichy erweitert. Und das Konzept der raschen Lieferung binnen drei Stunden kommt so gut an, dass die Expansion wie bereits angekündigt, nun auch nach Deutschland fortgesetzt wird.

Knuspr.de: Von München nach Frankfurt

Mit Knuspr.de geht es als erstes in München los. Wie auch in Österreich kann das Zeitfenster der Lieferung auf genau eine Stunde beschränkt werden – für maximale Flexibilität und Unabhängigkeit. Im Winter 2021 soll das Zustellgebiet auf Frankfurt erweitert werden – ebenfalls in Planung sind die Städte Hamburg, Dortmund und Köln. So will das Unternehmen mehr als 15 Millionen neue potenzielle Kund*innen von seinem frischen und regionalen Sortiment überzeugen. gurkerl.at und knuspr.de beziehen mehr als zwei Drittel aller Produkte direkt von Produzent*innen und Landwirt*innen aus der Region.

Rohlik: Zeichen stehen auf Wachstum

Für Čupr ist die Expansion nach Deutschland ein weiterer Schritt, um die herausfordernden westeuropäischen Märkte zu erschließen. Das zusätzliche Kapital helfe dabei, schneller zu wachsen als ursprünglich geplant und treibe die Internationalisierung, die technische Entwicklung der Distributionszentren und die Implementierung von Innovation innerhalb der Firma voran. „Und es erlaubt uns die besten Leute an Bord zu holen. In der nahen Zukunft werden wir nach Rumänien, Italien, Frankreich und Spanien expandieren, um ein führender europäischer Player zu werden“, gibt der Unternehmensgründer die Marschrichtung für die Zukunft vor.

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Bundeskanzler Stocker setzt sich für ein UNO-KI-Zentrum in Wien ein. (c) BKA/Florian Schrötter
Bundeskanzler Stocker setzt sich für ein UNO-KI-Zentrum in Wien ein. (c) BKA/Florian Schrötter

Nach der Wahl in den UNO-Sicherheitsrat strebt die Bundesregierung nach dem nächsten Coup. Österreich soll in Fragen der Künstlichen Intelligenz in Zukunft nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten. Das verkündete heute Bundeskanzler Christian Stocker. Der konkrete Vorschlag: Es soll ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen in Wien entstehen. Der Vorschlag wurde von Staatssekretär Alexander Pröll beim virtuellen internationalen Spitzentreffen zur Kontrolle von Frontier-KI-Modellen eingebracht. Das Treffen hat auf Initiative der Regierungschefs Finnlands und Norwegens stattgefunden.

„Fürchten wir uns nicht vor Künstlicher Intelligenz, sondern geben wir ihr einen Rahmen, der den Menschen Ängste nimmt und Sicherheit gibt. Ein KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen kann dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten, das Potenzial von KI auszuloten, ihre Risiken zu verstehen und ihre Zukunft mitzugestalten“, sagt Stocker

Wien als „der richtige Standort“

Die Bundesregierung sieht Wien als idealen Standort an. Mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der CTBTO-Vorbereitungskommission sei die Stadt bereits Sitz von Institutionen, die den verantwortungsvollen Umgang mit komplexen Technologien behandeln und langjährige Erfahrung mit multilateralen Verfahren und Standards haben.

„Kein Staat kann diese Herausforderungen allein bewältigen. Die Weichen für die globale KI-Governance werden jetzt gestellt, und Österreich will diesen Prozess aktiv mitgestalten“, betont Staatssekretär Alexander Pröll.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ergänzt: „Österreich setzt sich konsequent für klare Grenzen und international verbindliche Regeln für KI-Waffen ein. Als einer der vier UNO-Amtssitze wäre Wien bestens als Standort für ein internationales KI-Zentrum geeignet.“

Treffen mit Hinton und Steinberger

Heute Abend trifft Stocker gemeinsam mit Staatssekretär Alexander Pröll den Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und Peter Steinberger, der mit OpenClaw weltweite Bekanntheit erlangte. „Wir sprechen über unsere Initiative, über internationale Regeln für KI und darüber, wie Österreich bei dieser Zukunftstechnologie vorne mit dabei ist“, schreibt Stocker auf X. Hinton und Steinberger sind Gäste von TEDAI in der Wiener Hofburg.

Österreich im KI-Zeitalter

KI scheint im Bundeskanzleramt präsenter denn je zu sein, denn Pröll möchte zum Thema „Österreich im Zeitalter von KI“ am 19. November Stellung nehmen. Der Staatssekretär lädt zu einer Grundsatzrede in die Österreichische Nationalbibliothek ein, bei der er über eine der „größten Gestaltungsaufgaben unserer Zeit“ sprechen wird.

„Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, entscheiden, schaffen und denken. Was bedeutet das für uns Menschen und was bedeutet es für Österreich?“, heißt es in der Aussendung.

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