15.04.2026
STUDIE

KMU in Österreich: Zwischen KI-Investitionen und keiner eigenen Website

Eine vom Webhosting-Anbieter world4you in Auftrag gegebene Studie zeigt ein sehr divergentes Bild der Digitalisierung in heimischen KMU.
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(c) Christin Hume via Unsplash
(c) Christin Hume via Unsplash

Wie digitalisiert sind Österreichs KMU? Und wie weit ist in dem Segment die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) fortgeschritten? Dieser Frage sollte nun eine YouGov-Umfrage unter 210 Entscheider:innen auf den Grund gehen, die vom oberösterreichischen Webhosting-Anbieter world4you bzw. dessen Mutterunternehmen Ionos in Auftrag gegeben wurde.

29 Prozent haben keine Website, 35 Prozent haben KI-Budget

Die Ergebnisse zeigen dabei ein stark divergentes Bild: Nur 30 Prozent der KMU betreiben einen eigenen Webshop, 29 Prozent haben gar keine eigene Website. Gleichzeitig planen 35 Prozent der befragten Unternehmen für dieses Jahr bereits fixe KI-Budgets ein. Allerdings geben nur 21 Prozent an, KI „mehrmals pro Woche“ zu nutzen. 38 Prozent geben an, die Technologie prinzipiell zu nutzen.

Fixe Budgets gibt es laut Studie auch für andere Digital-Bereiche. An oberster Stelle steht dabei die Erhöhung der Online-Sichtbarkeit durch Investitionen in die Website, soziale Medien und Online-Marketing (38 Prozent), gefolgt von KI und Cybersecurity mit jeweils 35 Prozent und Cloud-Diensten mit 27 Prozent.

Zeit, Geld und Bürokratie als Hürden

Auch Hürden wurden im Zuge der Umfrage identifiziert. Weit oben steht dabei der Zeitmangel: Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) gibt an, im Tagesgeschäft keine Kapazitäten für die Planung und Umsetzung digitaler Vorhaben zu finden. Besonders zum Tragen kommt dieser Faktor bei Kleinstunternehmen, wo dieser Wert sogar bei 54 Prozent liegt. Eng damit verknüpft sind die finanziellen und administrativen Belastungen: Für 49 Prozent der Betriebe stellen die notwendigen Investitionskosten eine zu hohe Barriere dar, während 51 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber und Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer über bürokratische Hürden klagen.

Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin von world4you, kommentiert: „Digitalisierung darf kein Privileg großer Konzerne sein, sondern muss für den gesamten Mittelstand einfach zugänglich sein. Es müssen Lösungen gefunden werden, die den Zeit- und Kostenaufwand gerade für Kleinstunternehmen im Land massiv reduzieren, damit die Digitalisierung für sie eben gerade nicht an bürokratischen Hürden oder fehlenden personellen Ressourcen scheitert.“

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Vl.: Georg Reich, CFO/COO Checkyeti, Timothée de Roux, CEO Manawa, Jakob Keller, CEO Checkyeti | (c) Checkyeti
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Medial war es in den vergangenen Jahren eher ruhig rund um den Wiener Outdoor- und Nature-Activity-Marktplatz Checkyeti. Brutkasten berichtete zuletzt 2019 über eine Vier-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde. Seitdem hat sich dem Vernehmen nach jedoch einiges getan, wie öffentlich einsehbaren Firmendaten zu entnehmen ist.

So dürfte es etwa 2024 eine größere Finanzierungsrunde gegeben haben – in diesem Jahr kam es zu einer signifikanten Anteilsverschiebung zur oberösterreichischen Investmentgesellschaft Bamberger GmbH und einer deutlichen Steigerung des im Jahresabschluss ausgewiesenen Eigenkapitals. Zudem verließ in dem Jahr Co-Founder Stefan Pinggera das Unternehmen. Georg Reich hingegen ist nach wie vor Geschäftsführer – mittlerweile gemeinsam mit Jakob Keller. Im jüngsten einsehbaren Jahresabschluss 2024/2025 steht weiterhin eine Vergrößerung des Bilanzverlusts um fast drei Millionen Euro zu Buche, was auf Verluste in der Höhe hindeutet. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel deutlich.

Zwei „sehr komplementäre“ Unternehmen

Nun gab Checkyeti aber die Übernahme eines französischen Konkurrenten bekannt. Mit der 2021 in Paris gegründeten Alentour SAS kauft das Wiener Unternehmen den Marktplatz Manawa auf, der ebenfalls auf Outdoor- und Nature-Aktivitäten spezialisiert ist. Dabei bringe man „zwei sehr komplementäre“ Unternehmen zusammen, wird betont. „Die Transaktion bringt nicht nur eine Vergrößerung des Unternehmens, sondern vereint sich ergänzende geografische Stärken, Produktportfolios, Technologien und langjährige Beziehungen zu Anbietern und schafft so eine stärkere Plattform für Kund:innen, Anbieter von Aktivitäten und Reiseziele gleichermaßen“, heißt es dazu.

Französische Banque des Territoires finanziert Deal mit

Über das Volumen des Deals gibt es keine Auskunft. Der Deal werde teilweise über die französische Banque des Territoires finanziert, die bereits zuvor Manawa finanzierte und nun auch Anteilseigner der Gruppe wird. Die Marke Manawa soll innerhalb der Gruppe erhalten bleiben, das Unternehmen weiterhin eigenständig agieren – aber im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit. Gemeinsam biete man nun ein Netzwerk von mehr als 8.000 Anbietern in ganz Europa mit Zugang zu mehr als 27.000 Outdoor- und Naturerlebnissen und schaffe damit den größten spezialisierten Marktplatz für Outdoor- und Naturaktivitäten auf dem Kontinent.

„Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten“

„Diese Transaktion spiegelt die Position wider, die Checkyeti in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten, anstatt nur an ihr teilzunehmen. Unsere Ambition geht weit über den Zusammenschluss zweier erfolgreicher Unternehmen hinaus“, kommentiert Checkyeti-CEO Jakob Keller. Und Co-Founder und COO Georg Reich meint: „Manawa ist eine hervorragende strategische Ergänzung, die komplementäre Stärken, tiefes lokales Fachwissen und vertrauensvolle Beziehungen zu Anbietern einbringt. Gemeinsam können wir mehr in den digitalen Vertrieb, die KI-gestützte Kundenakquise, Automatisierung und das Kundenerlebnis investieren und gleichzeitig einen deutlich größeren Mehrwert sowohl für Anbieter als auch für Reisende schaffen.“

Manawa-CEO Timothée de Roux sagt: „In den vergangenen Jahren haben wir eine starke Plattform und vertrauensvolle Beziehungen zu Tausenden von Erlebnisanbietern in ganz Europa aufgebaut. Teil von CheckYeti zu werden, gibt uns die Größe, die Technologie und die Ressourcen, um diesen Weg zu beschleunigen und noch mehr Mehrwert für unsere Partner und Kunden zu schaffen.“

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