20.12.2023

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

Interview. Steuern wir auf eine Artificial General Intelligence (AGI) zu - oder stoßen die aktuell populären Ansätze bei künstlicher Intelligenz (KI) bald an ihre Grenzen? KI-Forscher Günter Klambauer von der Johannes Kepler Universität Linz erläutert im brutkasten-Gespräch den aktuellen Stand - und wie es mit KI weitergehen könnte.
/artikel/klambauer-neue-ideen-sprachmodelle
KI-Professor Günter Klambauer
Günter Klambauer | Foto: Johannes Kepler Universität Linz

Günter Klambauer ist assozierter Professor für künstliche Intelligenz an der Johannes Kepler Universität Linz. Im brutkasten-Interview erläutert er, wie die Fortschritte bei großen Sprachmodellen (Large Language Models – LLMs) aus technischer Sicht zu bewerten sind und welche Zukunftszenarien für künstliche Intelligenz überhaupt realisitisch sind.


brutkasten: Beruhen die aktuellen Fortschritte bei Large Language Models (LLMs) auf besseren Algorithmen oder doch eher auf stärkerer Rechenpower und höherer Skalierung?

Günter Klambauer: 2019 hat man herausgefunden, dass man einfach durch das bloße Größermachen von Modellen deutliche Verbesserungen erzielen kann. Diese Modelle sind sogenannte künstliche neuronale Netze und bei deren Entwicklung kann man einfach entscheiden, wie groß die sind. Man kann die größer machen, indem man einfach eine Zahl im Programm ändert. 

Für manche in der Forschung war das ein bisschen enttäuschend, denn bis dahin ist man davon ausgegangen, dass man dafür neue Algorithmen brauchen würde. Tatsächlich hat sich aber eben herausgestellt, dass sich die Modelle durch das bloße Größermachen verbessern. 

Das führt aber dazu, dass man mehr Rechenpower benötigt. Für die IT-Giganten wie Google, Facebook, Amazon oder OpenAI war das super. Die verfügen über große Rechenzentren und konnten ihre Modelle einfach immer größer und größer machen. 

Allerdings beruhen nicht alle Fortschritte nur auf Skalierung. Es hat schon auch die sogenannte Transformer-Technologie benötigt. Sie hat dazu geführt, dass Sprachmodelle eben nicht nur übersetzen, sondern auch generieren – basierend auf Texten oder Vervollständigen. Das ist, was wir als Generative Pre-Trained Transformers, als GPTs, kennen.

Welche Rolle spielen die Datensätze dabei?

Das ist die zweite Achse, man füttert die Modelle mit mehr Daten. Früher waren die Datensätze vergleichsweise klein – mit ein paar Milliarden Wörtern aus Wikipedia. Mittlerweile muss man sich das so vorstellen, dass der gesamte textuelle Teil des Internet für das Training verwendet wird – viele Terabytes an Daten. Die Modelle verbessern sich also aus zwei Richtungen: Größere Datensätze sind die eine, und die Modelle vergrößern ist die andere. Beides hilft. 

Wie lange kann man diese Sprachmodelle durch Skalierung weiter verbessern? Erreichen wir Grenzen der Skalierung?

Das weiß man jetzt noch nicht, aber ich glaube schon, dass wir jetzt an dem Punkt sind, an dem Hochskalierung nicht mehr so viel bringt wie früher. Ab jetzt brauchen wir neue Ideen für Sprachmodelle – und neue Technologien. 

Allerdings kann man es oft auch nicht mit Sicherheit sagen: Wenn man nicht zu den IT-Giants gehört, kann man das schwer überprüfen, wo wir gerade stehen. Ein Sprachmodell wie GPT-4 von OpenAI trainiert auf zehntausenden Grafikkarten gleichzeitig. Da gibt es in ganz Europa kein Rechenzentrum, das das durchrechnen könnte. 

Als OpenAI Ende November 2022 den Chatbot ChatGPT veröffentlicht hat, hat dies in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen gesorgt. Wie war die Reaktion in der Wissenschaft?

Das war auch für die Wissenschaft erstaunlich. Ich war damals gerade auf einer wissenschaftlichen Konferenz. Dort sind die Leute herumgelaufen und haben ChatGPT am Handy ausprobiert und waren verblüfft. Natürlich haben wir seit 2014 den Trend gesehen, dass Sprachmodelle immer besser und besser wurden. 

Aber erstaunlich war auch, wie leicht zugänglich künstliche Intelligenz dadurch wurde. OpenAI hat dafür gesorgt, dass die Sprachmodelle sehr gut mit Menschen interagieren können. In der Forschung nennt man das “Human Alignment”. Das war etwas Neues. 

Das war übrigens auch ein zusätzlicher Trainingsschritt. ChatGPT hat nicht nur aus bestehenden Texten die Abfolge der Wörter gelernt, sondern es hat auch auf das sogenannte Reinforcement Learning with Human Feedback gesetzt. Es gab bei ChatGPT eine Phase, in der menschliche KI-Trainer dem Modell Feedback gegeben haben.

Dafür gab es allerdings auch Kritik, weil diese Trainer in Kenia rekrutiert wurden und für zwei Dollar in der Stunde gearbeitet haben. Aus wissenschaftlicher Sicht war dies aber ein zusätzlicher Trainingsschritt, über den die Modelle lernen konnten, die menschliche Intention besser zu verstehen.

Kritik gibt es auch der KI-Forschung generell – in Hinblick darauf, dass die Entwicklung außer Kontrolle geraten könnte und Risiken schlagend werden könnten, die jetzt noch nicht absehbar sind. Anfang des Jahres gab es sogar einen Aufruf, die KI-Forschung für ein halbes Jahr auszusetzen. Wie beurteilen Sie dies?

Dieser Call für ein Moratorium ist genau von jenen gekommen, die eigentlich selbst am meisten an dem Thema geforscht haben. Die haben dann auch keine Pause gemacht, sondern weiter Sprachmodelle trainiert.

Das Moratorium wurde wegen angeblich existenziellen Risiken gefordert – einem “Terminator”-Szenario, in dem eine KI die Weltherrschaft übernimmt oder die Menschheit auslöscht. Aber das lenkt einerseits von tatsächlich existenziellen Problemen ab – wie dem Klimawandel oder Atombomben. Andererseits lenkt es auch von den wirklichen Problemen ab, die mit den KI-Systemen schon heute bestehen: Es kommt zu unterschiedlichen Verzerrungen – etwa kann es sein, dass Modelle Frauen schlechter behandeln oder Vorurteile gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen übernehmen, weil diese in Texten im Internet, anhand derer sie trainiert wurden, enthalten waren. 

Für KI-Systeme legt man außerdem immer Ziele fest – beispielsweise, dass sie eine gute Wortabfolge geben. Wenn Sprachmodelle mit “I am as an AI Agent” antworten, verstärkt das unsere Tendenz zum Anthropomorphismus, also dass wir Dingen menschliche Eigenschaften zuschreiben.

Durch Filme wie “Terminator” kommt es zu dieser Idee, dass KI-Systeme eigene Ziele haben und den Menschen möglicherweise unterwerfen wollen – weil eben Menschen über anderen Menschen herrschen wollen. Ein KI-System will das aber gar nicht. “Intelligenz” an sich bedeutet überhaupt nicht, dass man über andere herrschen möchte – das ist auch wieder ein Anthropomorphismus. 

Für KI-Systeme geben wir die Ziele vor – eben für ein Sprachmodell, dass sie eine Wortfolge gut vorhersagt. Hier gibt es natürlich das Risiko des Missbrauchs – etwa dass so ein System eingesetzt wird, um Fake News zu erzeugen. Da ist ein tatsächliches Problem, da ist aber wieder der Mensch dahinter. Es ist nicht das Ziel des KI-Systems selbst, Fake News zu erzeugen.

Ist das Konzept einer Artificial General Intelligence (AGI) für Sie damit in den Bereich Science Fiction einzuordnen – oder ist eine solche doch ein Szenario, das in den nächsten Jahrzehnten eintreten könnte?

Ja, ich glaube, dass das ein Science-Fiction-Konzept ist, das sich wieder sehr an dem Konzept menschlicher Intelligenz anlehnt. Wenn KIs besser werden, bezieht sich das immer nur auf bestimmte Bereiche. In der Bilderkennung haben KIs menschliche Qualität schon erreicht. Teilweise ist es sogar so, dass es uns als Menschen bei Bildern, auf denen viele ähnliche Dinge sind, schwer gefällt, irgendwas zu erkennen. Für eine KI ist das dagegen einfach.

Es gibt Dinge, die für Menschen extrem einfach sind und für eine KI wahnsinnig schwer und das auch noch lange bleiben werden. Das betrifft zum Beispiel motorische  Fähigkeiten – sehen Sie sich einmal an, wenn ein Roboter etwas aufheben muss, das am Boden liegt. 

Dass sich eine KI immer weiterentwickelt und dann exakt die menschliche Intelligenz erreicht – das wird so nicht ablaufen. Es wird zuerst Zwischenstufen geben, aber nicht den einen Moment, an dem man sagt, jetzt ist eine AGI erreicht oder nicht. In manchen Bereichen, wie zum Beispiel Bilderkennung oder Schach oder Go spielen, ist KI sogar dem Menschen schon überlegen.

Ist es somit aus Ihrer Sicht illusorisch, wenn davon gesprochen wird, dass künstliche Intelligenz irgendwann ein Bewusstsein entwickeln könnte?

Wenn Sie am Computer zwei Matrizen multiplizieren, sagt niemand, dass ein Ergebnis ein leichtes Bewusstsein habe. Genau das ist, was jetzt passiert. In einem neuronalen Netz werden sehr viele Matrix-Multiplikationen vorgenommen. Aber dass das Modell deswegen ein Bewusstsein entwickeln soll, ist meiner Meinung nach ein starker Anthropomorphismus.

Wenn man mit ChatGPT interagiert, erhält man häufig Antworten, die mit der Phrase „As an AI Agent,…“ eingeleitet werden. Das personifiziert sehr stark und versucht uns bis zu einem gewissen Grad glauben zu machen, dass wir wirklich mit einer Person interagieren. Ich hätte es daher bevorzugt, wenn ChatGPT in solchen Fällen „The Large Language Model…“ antworten würde. 

Wenn die gängigen aktuellen KI-Modelle nur mehr von den Tech-Giganten betrieben werden können, weil nur diese die notwendige Rechenpower haben – bedeutet dies, dass künftig einige wenige Large Language Models den Markt dominieren werden und diese auf alle möglichen Use Cases angewendet werden? Oder ist zu erwarten, dass Unternehmen eigene LLMs für spezifische Fälle trainieren und sich ebenfalls damit etablieren können? 

Das ist eine wirklich entscheidende Frage, über die ich mir auch schon viele Gedanken gemacht habe. Ich denke, dass es darauf hinauslaufen wird, dass es kleine Anzahl von diesen Modellen geben wird. Die Entwicklung könnte hier ähnlich verlaufen wie bei Suchmaschinen. Auch hier gab es am Anfang viele und mittlerweile sind es nur mehr einige wenige. Ich würde schätzen, dass am Ende drei bis fünf LLMs übrig bleiben, die die Leute verwenden. 

Die Frage ist dann: Wer sind diese Anbieter? OpenAI ist definitiv dabei. Schön wäre aber, wenn man es in Europa schaffen würde, ein europäisches Sprachmodell zu bekommen, dass dann zu europäischer Infrastruktur wird, die von Unternehmen verwendet werden kann. Ein Startup könnte dann also sagen, ich nehme dieses europäische Sprachmodell und passe es für meinen Einsatzzweck an.

Müsste ein solches europäisches Modell öffentlich finanziert werden? 

Die Finanzierung könnte zum Beispiel zum Teil öffentlich geschehen und zum Teil über private Investoren, etwa in Form einer Public-Private-Partnership. Wichtig ist jedenfalls immer die Rechenkapazität, die man braucht, um ein großes Sprachmodell zu entwicklen. Zwar gibt es auch in Europa Rechenzentren mit ein paar tausend Grafikkarten, aber die sind aus kleineren Einheiten aufgebaut und erlauben es normalerweise nicht, ein großes Sprachmodell auf allen Grafikkarten gleichzeitig zu trainieren.

Deine ungelesenen Artikel:
09.07.2026

Biogena bereitet Börsengang mit 475-Millionen-Bewertung vor – Gründer Albert Schmidbauer erklärt

Der Salzburger Mikronährstoff-Hersteller Biogena konkretisiert seine Pläne für den Kapitalmarkt. Mit einer außerbörslichen Kapitalerhöhung über die Biogena Good Vibes AG will das Unternehmen bis zu 25 Millionen Euro aufnehmen und strebt eine Bewertung von rund 475 Millionen Euro an. Gründer und CEO Albert Schmidbauer erläutert gegenüber brutkasten die Hintergründe der Bewertung, die Wachstumsstrategie und die geplante Expansion.
/artikel/biogena-bereitet-boersengang-mit-475-millionen-bewertung-vor-gruender-albert-schmidbauer-erklaert
09.07.2026

Biogena bereitet Börsengang mit 475-Millionen-Bewertung vor – Gründer Albert Schmidbauer erklärt

Der Salzburger Mikronährstoff-Hersteller Biogena konkretisiert seine Pläne für den Kapitalmarkt. Mit einer außerbörslichen Kapitalerhöhung über die Biogena Good Vibes AG will das Unternehmen bis zu 25 Millionen Euro aufnehmen und strebt eine Bewertung von rund 475 Millionen Euro an. Gründer und CEO Albert Schmidbauer erläutert gegenüber brutkasten die Hintergründe der Bewertung, die Wachstumsstrategie und die geplante Expansion.
/artikel/biogena-bereitet-boersengang-mit-475-millionen-bewertung-vor-gruender-albert-schmidbauer-erklaert
Biogena, Börse, Aktien
Albert Schmidbauer, Gründer und CEO von Biogena | (c) Biogena.

Biogena-Gründer Albert Schmidbauer setzte sich jüngst gegen das Ende der Sachbezugsbefreiung für E-Dienstwagen ein – brutkasten berichtete. Nun beschleunigt der Salzburger Mikronährstoff-Hersteller seinen Weg in Richtung Kapitalmarkt. Über die Biogena Good Vibes AG läuft derzeit eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit einem geplanten Volumen von bis zu 25 Millionen Euro.

Biogena und die Unternehmensbewertung

Der Ausgabepreis für neue Aktien liegt bei 4,803 Euro. Insgesamt sollen rund vier bis fünf Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Die Gesellschaft positioniert die Maßnahme als zentralen Baustein ihrer langfristigen Kapitalmarktstrategie und bereitet parallel die Handelbarkeit im Direct Market Plus der Wiener Börse vor. Im Zuge der Kapitalmaßnahme rückt auch die Unternehmensbewertung stärker in den Fokus und soll bei rund 475 Millionen Euro liegen.

„Die im Prospekt genannte Bewertung basiert nicht auf einer losgelösten Marketingannahme, sondern auf einer internen Unternehmensbewertung nach den Grundsätzen des Fachgutachtens KFS/BW“ (Anm.: zentrales Fachgutachten des Fachsenats für Betriebswirtschaft und Organisation der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen – KSW – zur Unternehmensbewertung in Österreich), erklärt Schmidbauer. „Zusätzlich wurde diese Bewertung mit branchenspezifischen Transaktionsdaten für Nahrungsergänzungsmittel in Österreich und Deutschland plausibilisiert. Wichtig ist die genaue Einordnung: Der Angebotspreis beträgt 4,803 Euro je Aktie. Auf dieser Basis wird die Emittentin aktuell mit rund 450 Mio. Euro bewertet. Die oft genannten rund 470 bis 475 Mio. Euro lassen sich wirtschaftlich als Größenordnung nach vollständiger Kapitalerhöhung erklären: 450 Mio. Euro bestehende Bewertung plus bis zu 25 Mio. Euro Bruttoemission ergibt rund 475 Mio. Euro.“

Bewertungsfaktoren

Die Bewertung stützt sich aus Sicht von Schmidbauer auf mehrere Faktoren: Biogena erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von rund 124,9 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag bei rund 19,1 Mio. Euro, was einer EBITDA-Marge von etwa 15,3 Prozent entspricht. In der bereinigten Pro-Forma-Betrachtung steigt das EBITDA auf rund 19,8 Mio. Euro, die Marge liegt dann bei rund 15,9 Prozent.

„Dazu kommt eine sehr starke Substanz. Das im Konzernabschluss ausgewiesene Eigenkapital beträgt (laut Prospekt) rund 298,9 Mio. Euro. Das ist für die Kapitalmarkteinordnung wesentlich, weil Biogena nicht nur über Wachstumsfantasie, sondern auch über eine bereits erhebliche Eigenkapitalbasis verfügt“, so Schmidbauer weiter. „Ein weiterer entscheidender Bewertungsfaktor ist die bereits vorhandene Skalierungsfähigkeit. Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Mio. Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 % ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden.“

Somit erklärte sich die Bewertung – zusammenfassend gesagt – aus dem Zusammenspiel von „heutiger Ertragskraft, hoher Eigenkapitalbasis, bestehender Produktionskapazität für rund 500 Mio. Euro Umsatz und einer klaren Wachstumsplanung“.

In anderen Worten: Der Konzernumsatz von Biogena soll von 156,65 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025/2026 auf 502,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2029/2030 steigen. Diese Zahlen sind ausdrücklich Planwerte des Managements, keine Garantie und keine bindende Prognose, wie Schmidbauer betont.

E-Commerce und D2C

Die Planung verteilt sich im Kern auf folgende steuerbare Wachstumskanäle: E-Commerce und D2C: E-Commerce soll laut Prospekt von 96,4 Mio. Euro Umsatz 2025/2026 auf 233,2 Mio. Euro 2029/2030 wachsen. Getragen werden soll das durch Performance-Marketing, CRM, Subscription-Modelle, höhere Wiederkaufraten und eine stärkere Fokussierung auf Deutschland.

„Das ist ein zentraler Punkt: Biogena will nicht nur über Handel wachsen, sondern über die direkte Kundenbeziehung. Über 70 % der Umsätze werden bereits heute über das Web abgewickelt, und Biogena zählt laut Prospekt rund 1 Mio. Kundinnen und Kunden aus 70 Ländern sowie mehr als 500.000 registrierte Nutzer im Biogena Club“, präzisiert Schmidbauer.

Biogena mit Apothekenkanal

Zudem soll der neu aufzubauende Apothekenkanal in der DACH-Region laut Planung bis 2029/2030 einen Umsatzbeitrag von 163,3 Mio. Euro leisten, davon 129,0 Mio. Euro in Deutschland. „Das ist strategisch wichtig, weil Biogena damit neben dem starken D2C-Geschäft einen zweiten großen Skalierungskanal aufbaut: Apotheken schaffen Reichweite, Vertrauen und Zugang zu gesundheitsbewussten Kunden“, so der Founder weiter.

Außerdem sollen Stores, Labs und Plaza-Konzepte laut Prospekt von 37,2 Mio. Euro 2025/2026 auf 86,5 Mio. Euro 2029/2030 wachsen. Sie werden von Biogena als Beratungs-, Erlebnis- und Vertrauenszentren verstanden und mit Diagnostik-, Biohacking- und Longevity-Angeboten verbunden. „Hier liegt der Unterschied zu reinen Online-Supplement-Marken: Biogena baut physische Orte, an denen Gesundheit messbar, beratbar und erlebbar wird.“

Deutschland als wichtigster Markt

Deutschland bleibt dabei der wichtigste Wachstumsmarkt. Der Umsatz dort soll von 58 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025/2026 auf 335,5 Mio. Euro bis 2029/2030 steigen. Nach der Planung des Managements soll der Marktanteil in Deutschland von derzeit rund 0,7 Prozent auf etwa drei Prozent ebenfalls wachsen.

Dieses Wachstumspotenzial ergibt sich auch aus der noch vergleichsweise geringen Markenbekanntheit, wie Schmidbauer beschreibt. Während der gestützte Bekanntheitsgrad in Österreich bei 42 Prozent liege, betrage er in Deutschland erst acht Prozent. Der deutsche Markt sei damit nicht nur größer, sondern biete auch beim Markenaufbau noch deutliches Potenzial.

Wie Schmidbauer erklärt, ist Biogenas Internationalisierung somit vor allem über diesen Markt konkretisiert. Dazu kommen bestehende internationale Grundlagen: Die bereits erwähnten Kunden aus 70 Ländern, D2C als zweiter großer Hebel und die starke Web-Abwicklung, was den Umsatz betrifft.

Biogena als Health-Ökosystem mit starker Vertikalisierung

„Das zeigt, dass Biogena schon heute eine direkte Kundenbeziehung hat und nicht ausschließlich vom stationären Handel abhängig ist. Digitale Gesundheitsservices sind der strategische Differenzierungshebel. Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen unter anderem in Webshop 3.0 bzw. World of Biogena, Wellbeing Checks & Longevity-Systemlösungen, Biogena ONE, E-Commerce-Marketing Deutschland sowie den weiteren Ausbau der Plaza-Konzepte fließen“, sagt Schmidbauer. „Damit wird deutlich: Biogena verkauft nicht nur Nahrungsergänzungsmittel. Das Modell entwickelt sich in Richtung eines integrierten Health-Ökosystems aus Produkt, Diagnostik, Beratung, Biohacking, digitalen Services, Club-Modell und stationärer Erlebniswelt.“

Zwischen Consumer Health, Supplement Brand und Longevity-Plattform

Zur Frage der Positionierung zur Konkurrenz meint Schmidbauer, dass Biogena im Vergleich zu vielen Consumer-Health-Unternehmen stärker vertikal integriert sei. „Die Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt selbst“, erklärt er. „Gleichzeitig verfügt sie über ein eigenes Wissenschafts- und Entwicklungsteam mit rund 20 akademischen Expertinnen und Experten sowie über mehr als 729 geschützte Marken, vor allem in der Europäischen Union.“

Im Vergleich zu jungen Longevity- oder Supplement-Startups habe Biogena bereits eine „substanzielle Umsatzbasis“, ein positives hohes EBITDA, eine starke Eigenkapitalbasis, eigene Produktionskapazitäten, rund 30.000 Partnerärzte und Therapeuten im B2B-Bereich sowie eine große B2C-Kundenbasis, zieht Schmidbauer sein Fazit: „Biogena steht zwischen klassischem Consumer Health, Premium Supplement Brand und moderner Longevity-Plattform. Der Unterschied liegt in der Kombination aus Wissenschaft, eigener Produktion, direkter Kundenbeziehung, ärztlichem Partnernetzwerk, digitalen Gesundheitsservices. Und physischen Gesundheitsorten.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI-Experte Klambauer über Large Language Models: „Brauchen jetzt neue Ideen“