21.05.2026
KI-AGENTEN

Klagenfurter Startup Linkworld startet europäische Plattform für KI-Assistenten

Das Kärntner Startup Linkworld bringt eine offene europäische Business-Plattform für KI-Assistenten und automatisierte Workflows auf den Markt. Die Infrastruktur startet vorerst in einer geschlossenen Beta-Phase.
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Linkworld CTO Armin Kundigraber © Elias Jerusalem

Das Kärntner Startup Linkworld hat den Start seiner Plattform „Linkworld OS“ angekündigt. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Entwickler und IT-Integratoren und soll den Aufbau sogenannter „agentischer Apps“ für Geschäftsprozesse ermöglichen. Der Zugang zum System und zum zugehörigen Software Development Kit (SDK) wird laut Unternehmen schrittweise über eine öffentliche Warteliste im Rahmen einer Closed Beta geöffnet.

Multi-LLM-Architektur und EU-Hosting

Nach Angaben des Unternehmens setzt Linkworld auf eine sogenannte Multi-LLM-Architektur, bei der mehrere KI-Modelle parallel genutzt werden können. Unterstützt werden demnach unter anderem Claude, GPT, Gemini, Mistral, Qwen, Llama und DeepSeek. Unternehmen sollen dadurch flexibler bei der Auswahl von KI-Modellen bleiben.

Die Datenhaltung erfolge innerhalb der Europäischen Union, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. Linkworld bewirbt das System als DSGVO-konforme und am europäischen AI Act orientierte Infrastruktur. Zudem sollen mehr als 100 Integrationen zu bestehender Unternehmenssoftware wie Microsoft 365, Odoo oder Lexoffice verfügbar sein.

Automatisierung und Marktplatz für Entwickler

Die Plattform soll laut Linkworld sogenannte agentische Apps ermöglichen, bei denen mehrere spezialisierte KI-Agenten Aufgaben innerhalb von Geschäftsprozessen übernehmen. Genannt werden etwa die Bearbeitung von Kundenanfragen oder die automatisierte Angebotserstellung. Kritische Aktionen würden dabei über Freigaben durch Nutzer kontrolliert („Human-in-the-Loop“).

Neben eigenen Demo-Anwendungen plant das Unternehmen, das Programm schrittweise auch für Entwickler und IT-Integratoren über ein offenes SDK zugänglich zu machen. Darüber hinaus kündigt Linkworld einen Marktplatz an, über den Entwickler und Integratoren eigene Anwendungen auf Subscription-Basis anbieten können sollen.

Scubajet-Gründer an Board

Zum Team gehört unter anderem CTO Armin Kundigraber. Er gründete zuvor das österreichische Hardware-Startup Scubajet, dessen Technologie laut Unternehmensangaben unter anderem im Film Avatar: The Way of Water eingesetzt wurde. 2024 meldete Scubajet Insolvenz an – brutkasten berichtete.

Der CTO sieht nach eigenen Angaben einen Bedarf an offenen Plattformen für den produktiven Einsatz von KI-Agenten in Europa. Der Vertrieb von Linkworld soll künftig über Direktkunden, Entwicklerzugänge sowie ein Partnerprogramm für IT-Integratoren und Systemhäuser erfolgen.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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