20.03.2020

KitzVenture vertreibt Mundschutz und Desinfektion zu massiven Preisen

Die Tiroler Beteiligungsgesellschaft KitzVenture GmbH sorgte schon mehrmals mit sehr umstrittenen Geschäftsmodellen für Aufsehen. Nun startete man mit mundschutzmasken24.com eine Verkaufsseite für Mundschutz-Masken und Desinfektionsmittel zum Vielfachen des üblichen Preises.
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Patrick Landrock, Geschäftsführer der kitzVenture GmbH - mundschutzmasken24.com
Patrick Landrock, Geschäftsführer der kitzVenture GmbH (c) kitzVenture GmbH

Wenn die Tiroler Beteiligungsgesellschaft KitzVenture rund um Gründer Patrick Landrock ein neues Geschäftsmodell startet – und das passiert in einer gewissen Regelmäßigkeit – ist eine Kontroverse zu erwarten. 2016/2017 fiel das Unternehmen erstmals breitenwirksam auf, als es in Werbekampagnen für Investments ab 250 Euro in sein Startup-Portfolio 9,75 Prozent Zinsen versprach – der Verein für Konsumenteninformation (VKI) klagte damals, nachdem Ungereimtheiten in den Geschäftsbedingungen festgestellt wurden.

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KitzVenture wollte an Marke „Fridays for Future“ verdienen

2019 versuchte sich das Unternehmen Bezeichnungen wie „Tiroler Madl“, „Kitz“, „Gamsstadt“ und „Tiroler Berge“ schützen zu lassen, um daran zu verdienen. 2020 wollte man sich gar die Rechte an der Marke „Fridays for Future“ sichern. Zuletzt sorgte KitzVentures für öffentliches Interesse, als es seine eigenen Anwälte verklagte – der brutkasten berichtete.

mundschutzmasken24.com: Extreme Preise für Mundschutz und Desinfektion

Mit einem neuen Geschäftsmodell geht das Tiroler Unternehmen nun – je nach Sichtweise – noch weiter. Über die kürzlich aufgesetzte Page mundschutzmasken24.com vertreibt man Mundschutzmasken und Hände-Desinfektionsmittel. Masken gibt es etwa in Paketen zu fünf Stück um ca. 20 Euro bis zu 50 Stück für ca. 130 Euro. Standard-Händedesinfektionsmittel wird etwa für mehr als 30 Euro je 100 Milliliter angeboten. Sämtliche Preise liegen um ein Vielfaches über Apothekenpreisen. Dafür könne man „sofort liefern“, heißt es.

ARD recherchierte – Testbestellung kam auch nach einer Woche nicht

Das Team der ARD-Sendung Kontraste recherchierte die Sache genauer und traf Gründer Patrick Landrock. „Es ist eine Goldgräberstimmung da, und es gibt ja auch Krankenhäuser, wo große Mengen an Mundschutz, Masken und Desinfektionsmittel gestohlen worden sind. Das müssen wir alles absichern. Ist ein Riesenaufwand. […] Wie kriegt man die Warenflüsse noch hin? Kann die Post noch weiterarbeiten?“, sagt der Unternehmer dort. Und: „Wir haben für Militär, Polizei, Krankenhäuser, Ärzte eine spezielle internationale Hotline eingerichtet. Die auch als Notfall-Hotline auch im Internet entsprechend angepriesen wird. Dort kriegen wir ständig rund um die Uhr Anrufe“. Das Kontraste-Team machte eine sofort bezahlte Testbestellung, die nach deren Angaben auch nach einer Woche noch nicht angekommen war.

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Rendering der Anlage in Bruck an der Leitha | (c) OMV Aktiengesellschaft
Rendering der Anlage in Bruck an der Leitha | (c) OMV Aktiengesellschaft

Während man sich im Individualverkehr in den vergangenen Jahren tendenziell von der Idee verabschiedet hat, bleibt Wasserstoff vor allem für Schwerverkehr, Flugverkehr und Industrie eine zentrale Wette in der Energiewende. Konkret grüner Wasserstoff, der mittels Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Mit einer 140-Megawatt-Anlage im niederösterreichischen Bruck an der Leitha will der heimische Energieriese OMV im Joint Venture mit Masdar aus Abu Dhabi eine der größten Anlagen Europas bauen (brutkasten berichtete zuletzt über eine Förderzusage durch die aws über 123 Mio. Euro).

Direkte Pipeline zur Raffinerie Schwechat

Ab Ende 2027 soll die Anlage bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren und diesen direkt über eine 22 Kilometer lange Pipeline in die OMV-Raffinerie Schwechat liefern. Dort wird dieser dann in der Produktion von Kraftstoffen und chemischen Produkten eingesetzt und soll die direkten Emissionen um zehn Prozent bzw. 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren. „Die Produktion von grünem Wasserstoff in Österreich ermöglicht es uns, den Einsatz nachhaltigerer Energie in unserer Produktion sowie für unsere innovativen Produkte zu erhöhen. Der Bau einer der größten Anlagen für grünen Wasserstoff in Europa ist ein wichtiger Meilenstein bei der Dekarbonisierung unserer industriellen Prozesse“, meint dazu Reinhard Florey, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und CFO von OMV.

EIB-Darlehen: Nehammer betont Bedeutung für Souveränität

Die Kosten für den Bau der Anlage in Bruck an der Leitha sind mit insgesamt 600 Millionen Euro veranschlagt. Nach der genannten Förderung durch die aws holt sich die OMV nun den größten Brocken des notwendigen Budgets – 450 Millionen Euro – in Form eines Darlehens der Europäischen Investitionsbank (EIB). „Die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank ist ein starkes Signal für das Vertrauen in die Transformationsstrategie von OMV und unsere Fähigkeit, Großprojekte umzusetzen, die zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen“, kommentiert Florey.

Reinhard Florey und Karl Nehammer beim Signing | (c) OMV Aktiengesellschaft

EIB-Vizepräsident und Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer betont in einem Statement die Relevanz für die europäische Souveränität. „Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein des Übergangs zu einem wettbewerbsfähigen, klimaneutralen und sicheren Energiesystem für Europa“, so Nehammer. „Diese Investition legt zudem den Grundstein für die künftige Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoffen und unterstützt damit die Klima- und Energiesicherheitsziele der EU.“

OMV: „Netto-Null-Emissionen“-Ziel für 2050

Im Rahmen ihrer „Strategie 2030“ strebt die OMV bis Ende des Jahrzehnts eine Wasserstoff-Produktionskapazität von rund 900.000 Tonnen an. Dazu sind bereits kleinere Anlagen an verschiedenen europäischen Standorten in Betrieb. Anlagen für nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel) und hydriertes Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil) befinden sich in Umsetzung. Bis 2050 hat sich der Konzern das Ziel „Netto-Null-Emissionen“ gesetzt.

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AI Summaries

KitzVenture vertreibt Mundschutz und Desinfektion zu massiven Preisen

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  • 2019 versuchte sich das Unternehmen Bezeichnungen wie „Tiroler Madl“, „Kitz“, „Gamsstadt“ und „Tiroler Berge“ schützen zu lassen, um daran zu verdienen.
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  • Über die kürzlich aufgesetzte Page mundschutzmasken24.com vertreibt man Mundschutzmasken und Hände-Desinfektionsmittel zum vielfachen marktüblicher Preise.
  • Das Team der ARD-Sendung Kontraste recherchierte die Sache genauer und traf Gründer Patrick Landrock, der sich dazu äußerte.

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