09.05.2022

Start.n: Kitzbühel lockt Startups und Workation-Urlauber:innen

In Kitzbühel gibt es eine neue Coworking-Gelegenheit für Remote-Worker und Startups. Arbeitsplätze können tageweise gebucht werden.
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Das Start.n in Kitzbühel lockt Startups und Remote-Worker © Start.n
Das Start.n in Kitzbühel lockt Startups und Remote-Worker © Start.n

Kitzbühel ist in der Startup-Szene unter anderem durch den jährlichen „Business Angel Summit“ bekannt – dort treffen sich Dutzende Investor:innen zum Austausch und einige ausgewählte Jungunternehmen dürfen vor ihnen pitchen. Seit kurzem gibt es in dem berühmten Alpenstädtchen nun einen weiteren Anker für Startups: Unter dem Titel Start.n hat ein Gründerzentrum eröffnet, das nicht nur Startups Bürofläche zur Verfügung stellen will, sondern auch den jungen Trend der Workation aufgreift. Workation ist ein Kunstwort, das die Verbindung von Arbeit und Urlaub meint und durch Remote Work populär geworden ist. Tagsüber im Co-Working-Bereich des Start.n-Zentrums und nach Feierabend in den Bergen soll jetzt eben auch in Kitzbühel leichter möglich sein. Ein Arbeitsplatz im Coworking-Raum kostet ab rund 50 Euro pro Tag.

Keine Konkurrenzbetriebe

Das neue Gründerzentrum besteht aus 47 Containern, in denen insgesamt 23 Büros untergekommen sind. Das Spektrum reicht von Dauermiet-Büros über Seminarräume und ein Cafe bis zu Coworking-Plätzen in Tagesmiete. Das Gründungszentrum liegt zentral an der Schloßbergstraße direkt neben dem Tennisstadion. Grundsätzlich stehe man allen Unternehmen offen, heißt es von den Betreibern, die aber viel Wert auf Harmonie legen: „Kategorisch wird nichts ausgeschlossen und auch auf Betriebsschutz wird Wert gelegt. So finden sich im START.N keine 2 Konkurrenzbetriebe. Das bedeutet allerdings auch, dass man mit der Anfrage für einen begehrten – limitierten – Platz im Gründercenter nicht allzu lange warten sollte“.

Das Zentrum will sich auch aktiv im Community-Building einbringen und Matchmaking zwischen etablierten Unternehmen oder Expert:innen und Startups betreiben. Regelmäßige Community-Events drehen sich um Themen, die bei der Unternehmensgründung oder beim -Aufbau helfen. Hinter Start.n stehen der Investor Gregor Gebhardt und ein Trägerverein, bestehend aus der Sparkasse der Stadt Kitzbühel, dem Regionalmanagement Regio3 und der Wirtschaftskammer Kitzbühel.

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Phoenics: Steirisches Konsortium entwickelt Speicherzellen ohne Kobalt und Nickel

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Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

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