29.01.2026
INSOLVENZ

Kite Rise Technologies meldet Konkurs an

Kite Rise Technologies wollte mit alternativen Energiespeichern den Markteintritt schaffen. Dazu kommt es nun nicht mehr: Das Grazer Unternehmen hat Konkurs angemeldet.
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(c) Adobe Stock

Wie heute bekannt wurde, hat die Kite Rise Technologies GmbH ein Insolvenzverfahren beantragt. Das geht aus einer Mitteilung des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) hervor. Zuständig ist das Landesgericht Graz.

Laut AKV sind von der Insolvenz 39 Gläubiger:innen sowie acht Dienstnehmer:innen betroffen. Die Passiva belaufen sich auf rund 1,73 Millionen Euro, während die Aktiva mit etwa 363.000 Euro angegeben werden.

Keine Fortführung geplant

Wie der AKV weiter mitteilt, ist eine Fortführung des Unternehmens „offensichtlich nicht angedacht“. Das Verfahren wird als Konkurs geführt.

Fokus auf alternative Energiespeicher

Kite Rise Technologies mit Sitz in Graz hatte sich auf die Entwicklung stationärer Energiespeichersysteme spezialisiert. Im Mittelpunkt standen Speicherlösungen auf Basis von Natrium-Ionen-Technologie, die als Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien positioniert wurden. brutkasten berichtete

Das Unternehmen befand sich zuletzt in der Entwicklungsphase und arbeitete an der Markteinführung seiner Produkte. Geplante Umsätze konnten laut AKV jedoch nicht realisiert werden. Zusätzlich hätten gestiegene Entwicklungs- und Finanzierungskosten sowie eine bislang nicht ausbezahlte Forschungsprämie zur wirtschaftlichen Schieflage beigetragen.

Anfragen zu einer Stellungnahme des Unternehmens blieben bislang unbeantwortet, sofern eine Antwort einlangt, wird diese hier nachgereicht.

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Erster Generalanwalt am EuGH: Maciej Szpunar | (c) curia.europa.eu/Screenshot

Die ungarische Like Company betreibt mehrere Webportale und beansprucht Schutz für die dort veröffentlichten Artikel. Das Unternehmen wirft Google vor, seine Artikel zum Training der Gemini-Sprachmodelle verwendet sowie über den KI-Chatbot vervielfältigt und öffentlich zugänglich gemacht zu haben. Ein ungarisches Gericht setzte das Verfahren daraufhin aus und legte dem EuGH vier Fragen zur Vorabentscheidung vor. Es handelt sich um das erste Verfahren zu generativer Künstlicher Intelligenz vor dem EuGH.

Wann KI-Chatbots die Rechte von Verlagen verletzen können

In seinen Schlussanträgen erläutert Generalanwalt Szpunar, unter welchen Umständen die Nutzung von Presseartikeln durch KI-Chatbots eine Rechtsverletzung darstellen kann. Entscheidend sei unter anderem, ob der Chatbot unrechtmäßig auf eine Veröffentlichung zugreift, etwa durch die Umgehung einer Paywall oder anderer technischer Schutzmaßnahmen.

Zudem komme es darauf an, wie die Informationen in den generierten Antworten wiedergegeben werden. Während die bloße Wiedergabe von Tatsachen keine Rechtsverletzung darstelle, könne die erkennbare Übernahme der Ausdrucksform eines Artikels problematisch sein. Das gelte insbesondere dann, wenn die Antwort die Originalveröffentlichung so weit ersetze, dass Nutzer:innen kein Verlangen mehr haben, die Originalveröffentlichung zu öffnen.

Das Recht der Presseverlage auf öffentliche Zugänglichmachung könne laut Szpunar verletzt werden, wenn die Ausdrucksform der Originalartikel systematisch in den Antworten eines Chatbots erkennbar sei. Der Anbieter könne für eine solche Nutzung haften, wenn diese Teil seines Geschäftsmodells sei oder er keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen habe.

Fragen zum KI-Training laut Generalanwalt unzulässig

Die Fragen zur Verwendung von Presseartikeln für das Training der Google LLMs empfiehlt Szpunar hingegen, für unzulässig zu erklären. Es gebe keine Beweise dafür, dass die Artikel der ungarischen Like Company tatsächlich zum Training der Gemini-Modelle verwendet worden seien. Die Fragen seien daher hypothetisch. Szpunar hält jedoch fest, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte zum Training von Sprachmodellen im Rahmen der im EU-Recht vorgesehenen Ausnahme für Text- und Data-Mining in der Regel „frei zulässig“ sei.

Das Gutachten ist für die Richter:innen nicht bindend, ihr Urteil soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Streit um journalistische Inhalte auch in anderen EU-Ländern

Der Rechtsstreit ist kein Einzelfall. Bereits im Februar 2026 reichte die dänische Verwertungsgesellschaft DPCMO, die einen Großteil der Nachrichtenmedien des Landes vertritt, Klage gegen OpenAI ein. Sie wirft dem Unternehmen vor, Presseartikel ohne Genehmigung zum Training seiner KI-Modelle verwendet und Inhalte über ChatGPT wiedergegeben zu haben. Ein Urteil steht bislang aus. Auch in Frankreich wehren sich Presseverlage gegen die Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Anbieter. Im August dieses Jahres wandte sich die französische Presseallianz APIG an die Wettbewerbsbehörde, weil sie durch Googles KI-generierte Zusammenfassungen sinkende Besucherzahlen und Einnahmen befürchtet.

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