14.07.2016

Kirchen-Startup der Erzdiözese Wien soll Familien erreichen

Nicht nur Industrie, Banken und Handel beschäftigen sich mit Startups, um innovativer, wendiger zu werden und stärker am Puls der Zeit zu sein. Auch Organisationen wie die katholische Kirche sind auf den Zug aufgesprungen und gründen Start Ups. Das Kirchen Startup Meinefamilie.at will junge Eltern erreichen. Angeboten wird auch eine Leihoma-Vermittlung.
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Das Kirchen Startup meinefamilie.at setzt unter anderem auf Leihomas.

Vor knapp zwei Jahren startete die Erzdiözese Wien das Online-Portal meinefamilie.at für junge Eltern. Von Erziehungs-, Ernährungs- und Basteltipps, über Angebote für Kinderbetreuung bis hin zu Steuerservice und Veranstaltungsvorschlägen finden Mama, Papa und Kids eine ziemlich umfassende Sammlung einschlägiger Themen auf den Seiten. Auch der Glaube spielt eine Rolle: „Beten mit Kindern – wie geht es?“ oder „Fronleichnam – was feiern wir da?“ lauten da manche Artikel. Die Beiträge sind vielfältig, bis zu 30 Bloggerinnen und Blogger befüllen das Portal.

Für junge Familien

„Der Name ist Programm. Mit dem Portal möchten wir junge Familien ansprechen“, erklärt Carl Rauch, Geschäftsführer des Medienhauses der Erzdiözese, das hinter dem Startup steht: „Wir haben uns überlegt, wie die Kirche am besten Eltern erreichen könnte. Wir bieten als Kirche viele Angebote für junge Familien, die wir über meinefamilie.at bekannt machen und so eine Brücke zu jungen Eltern bauen.“ Man wollte einen Ort schaffen, an dem man Eltern mit kirchlichen und nicht-kirchlichen Themen abholen kann, erklärt Rauch weiter, der selbst aus dem Medien-Startup Bereich kommt und für Axel Springer Neugründungen in Deutschland managte. Diese Erfahrung inspirierte ihn und sein Team, das in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom sitzt (wo sonst?) zur Portalsgründung.

„Der Name ist Programm. Mit dem Portal möchten wir junge Familien ansprechen“, erklärt Carl Rauch, Geschäftsführer des Medienhauses der Erzdiözese.

Zwar gehe es im kirchlichen Bereich weniger kompetitiv zu als im „For-Profit-Bereich“, aber Resultate sind auch hier wichtig. Das Portal wächst jeden Monat um rund 5.000 User und muss sich zum Teil über Werbung und Vermittlungs-Provisionen selbst finanzieren. Neben den Blogeinträgen versucht man auch auf analoger Ebene mit jungen Familien in Kontakt zu kommen. Alle paar Wochen lädt das Team Experten zu Ernährung, Erziehung oder Elternschaft in das neue IN-Lokal Cafe Caspar hinter der Uni (die Frühstückerinnen schwärmten bereits) ein. Mehr als 100 interessierte Mamas und Papas lauschten zuletzt dem Vortrag: „Keine Angst vor dem Essen“ und langten selbst am Buffet zu.

Leihoma-Service

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Am besten komme allerdings das „Leihoma-Service“ an, das ebenfalls über das Portal angeboten wird. Rauch, selbst Vater von drei kleinen Kindern, weiß aus eigener Erfahrung, wie wertvoll Zeit zu zweit sein kann, gerade für junge Eltern. Da sind erprobte, verlässliche Leihomas ideal. Ob der gemeinsame Abend dann beim Beten verbracht wird? Familiengebete stehen jedenfalls auf meinefamilie.at zum Download bereit. Für alle Fälle…

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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