14.05.2025
INVESTMENT

Kickscale: Wiener Startup erhält 2,1 Millionen Euro in Seed-Runde

Um seine Expansion in Europa und später auch im mittleren Osten und Asien voranzutreiben, holt sich das KI-Startup Kickscale 2,1 Millionen Euro in einer Seed-Finanzierungsrunde. Damit wird die europäische Alternative im Rennen um KI-gestützte Sales-Plattformen gestärkt.
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Die Kickscale Gründer (links nach rechts): Herwig Gangl (Berater), Markus Jenul (CMO), Gerald Zankl (CEO) und Fabian Riedlsperger (CTO) © Michael Stabentheiner
Die Kickscale Gründer (links nach rechts): Herwig Gangl (Berater), Markus Jenul (CMO), Gerald Zankl (CEO) und Fabian Riedlsperger (CTO) © Michael Stabentheiner

Kickscale, gegründet von Gerald Zankl, Markus Jenul, Fabian Riedlsperger und Herwig Gangl, bietet eine KI-gestützte Vertriebsplattform. Diese analysiert Gespräche, um Vertriebsprozesse und Prognosen zu verbessern.

„Kickscale wurde speziell für den europäischen Mittelstand und KMUs konzipiert, mit starkem Fokus auf Datenschutz, nahtlose Benutzerfreundlichkeit und ausgeklügelte mehrsprachige Funktionen, die die Nuancen europäischer Dialekte und Geschäftskulturen verstehen”, erklärt Gerald Zankl, CEO & Mitgründer von Kickscale. „Trumps politische Unberechenbarkeit zeigt, wie dringend Europa unabhängige Technologielösungen braucht. Unsere europäische Alternative ist ein klares Signal für digitale Souveränität – und eine selbstbewusste Antwort auf die Dominanz der US-Plattformen.” Damit hebt sich Kickscale klar von marktbeherrschenden US-Lösungen wie Gong ab, heißt es von den Gründern.

Über 100 B2B-Kunden

Seit dem Start im Jahr 2024 konnte Kickscale über 100 B2B-Kunden in Europa sowie in Japan gewinnen. Darunter sind große Namen wie HILL International, die Haufe Gruppe oder karriere.at. Die Abschlussquote habe sich um bis zu 24 Prozent verbessert und zu einer durchschnittlichen Einsparung von rund 40 Stunden pro Vertriebsmitarbeiter:in geführt, das berichten die Kunden von Kickscale. Der Zeitaufwand könne erheblich reduziert werden, dadurch könne die Produktivität gesteigert werden.

Kickscale konnte sich bereits mehrere sechsstellige Investments sichern – brutkasten berichtete.

Neue Investoren an Bord

Die aktuelle Finanzierungsrunde wird vom aws Gründungsfonds als Lead Investor angeführt. Mit dabei ist außerdem der VC āltitude, Calm/Storm Ventures sowie der Carinthian Venture Fonds. Zu den bestehenden Investoren zählen unter anderem der Ex-CEO von Zalando Lounge, Julius Göllner, sowie der Gründer von Walls.io und Swat.io Michael Kamleitner. Außerdem mit dabei sind Bitmovin-Gründer Stefan Lederer und Christopher Müller.

„Wir investieren in Kickscale, weil dahinter ein komplementäres, start-up-erfahrenes Team mit viel Drive steht. Die entwickelte Lösung ist datenschutzkonform, sofort einsatzbereit und löst ein echtes Vertriebsproblem“, so Patrik Cesky, Geschäftsführer aws Gründungsfonds.

Abgesehen von den neuen Investoren wird sich noch etwas für das Startup ändern. Kickscale saß bisher in Wien, wird seinen Sitz jetzt aber nach Kärnten verlegen, so heißt es im Gespräch mit brutkasten. Bereits jetzt hat Kickscale einige Mitarbeiter:innen in Graz und Klagenfurt – standorttechnisch will das Startup von der Eröffnung des Korarlmtunnel profitieren – Graz und Klagenfurt sind dann ja nur mehr 45 Minuten Zugfahrt voneinander entfernt.

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Vl.: Albert Schmidbauer, Philip Pauer und Laurenz Hoffmann | (c) Biogena / Reploid / Alimentastic
v.l.: Albert Schmidbauer, Philip Pauer und Laurenz Hoffmann | © Biogena / Reploid / Alimentastic

Das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid bleibt weiterhin voll auf Wachstumskurs. Erst vor wenigen Tagen berichtete brutkasten über aktuelle Geschäftszahlen und Nordamerika-Expansionspläne. Nun verkündete das Unternehmen eine Beteiligung über 25,5 Prozent am Salzburger Food-Vertriebsspezialisten Alimentastic. Dabei bestehe die Option auf eine Aufstockung auf 51 Prozent in den kommenden drei Jahren. Spannend: Bereits seit März ist laut Firmenbuch die Addendum Holding von Reploid-Gründer Philip Pauer mit 25,5 Prozent an Alimentastic beteiligt. Somit befinden sich bereits jetzt 51 Prozent der Anteile in seiner Einflusssphäre.

Alimentastic als „Brückenbauer“ für Food-Unternehmen

Die Anteile übernahm Reploid von der Akira Management Holding von Biogena-Gründer Albert Schmidbauer, die nun noch 26 Prozent hält. Der Salzburger Nahrungsergänzungsmittel-Spezialist ist bekanntlich bei mehreren heimischen Food-Startups beteiligt und baute die Marke Alimentastic in den vergangenen Jahren unter anderem auch für diese Portfolio-Unternehmen auf. Das Unternehmen versteht sich als „Brückenbauer zwischen den Herstellern von Produkten auf der einen Seite und dem Lebensmittelhandel, dem Fachhandel und dem Großhandel auf der anderen Seite“. Dabei übernehme man die komplette Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung zur Markteinführung über Distribution und Logistik bis hin zu Marketing- und Vertriebsstrategien, heißt es in einer Aussendung.

Reploid setzt auch auf Consumer Brands

Reploid wiederum betreibt neben seinem B2B-Geschäft mit dem Aufbau von Insektenzuchtanlagen ebenfalls zwei Consumer Brands – die Hundefutter-Marke „Schnauze & Co“ und die Edelpilz-Marke „Vitus Vitality“. Für diese und weitere geplante Marken soll Alimentastic nun den Vertrieb übernehmen. Mastermind soll dabei Geschäftsführer und Eigentümer der verbleibenden 23 Prozent, Laurenz Hoffmann, bleiben. Er steht nach Führungspositionen bei Hofer, Aldi Süd und Kaufland und dem CEO-Posten der Restaurant-Kette dean&david seit 2023 an der Spitze von Alimentastic.

Er wolle nun den Wachstumskurs von Reploid marketingseitig unterstützen und die Produkte „vertriebsgerecht positionieren“, kommentiert Hoffmann. Und Reploid-CEO Pauer erklärt: „Mit unserer Beteiligung an Alimentastic erhalten wir sowohl einen stärkeren Zugang zum Einzelhandel als auch wertvolles Markt-Knowhow. Mit Laurenz Hoffmann verantwortet ein erfahrener Manager im Bereich Fast Moving Consumer Goods das gruppenweite Marketing und die Vertriebsaktivitäten von Konsumprodukten.“

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