04.09.2024
INVESTMENT

Kickscale: Wiener KI-Startup holt sechsstelliges Investment

Kickscale ist das erste Investment des kürzlich gestarteten Seed-Investors Angels United. Das neue Kapital soll nun den Rollout einer optimierten Software-Version ermöglichen.
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Kickscale
(c) Kickscale - Das Kickscale-Team darf sich über ein neues Investment freuen.

Das Wiener Startup Kickscale rund um die Gründer Gerald Zankl, Markus Jenul, Fabian Riedlsperger und Herwig Gangl hat sich auf Vertriebs-Optimierung mit Künstlicher Intelligenz spezialisiert. Dafür erhielt es bereits Anfang des Jahres ein Investment – brutkasten berichtete. Nun folgte eine weitere Kapitalrunde, ebenfalls in sechsstelliger Höhe.

Kickscale: Software-Rollout

Das Kickscale-Team hat mit Stefan Lederer und Christopher Müller (Bitmovin-Co-Founder, Y Combinator), Michael Kamleitner (Swat.io, Walls.io), Gernot Singer (Ex-Immosuchmaschine) sowie Julius Göllner (Ex-Zalando und selbst mehrfacher Gründer und Investor aus Berlin) bereits seit der Preseed-Runde prominente Angel-Investoren an Bord. Dieses Mal ist der kürzlich gestartete Seed-Investor Angels United mit seinem ersten Investment bei den Wienern eingestiegen.

Das frische Kapital finanzierte die Entwicklung des neuen Releases der Software. Diese wird aktuell ausgerollt und verfügt über neue Funktionen. Der Produkt-Release markiere zudem den Startschuss in die zweite Jahreshälfte, in der Kickscale noch schnelleres Wachstum anstrebt, heißt es vom Startup.

Diese neue Softwareversion ist das Ergebnis eines intensiven Erfahrungsaustausches mit Kunden, wie es vom Founder-Team heißt. Kickscale integriere sich nun nahtlos in die CRM-Systeme Hubspot, Salesforce, Pipedrive und MS Dynamics. Zusätzlich docke die Software an die Online-Meeting-Plattformen MS Teams, Google Meet und Zoom an. Offline stattfindende Salestermine, etwa im Rahmen von Messen oder bei Kundenbesuchen, können jetzt via Smartphone-Aufzeichnung erfasst und analysiert werden. Die Analysen, die „Secret Sauce“ von Kickscale für die Vertriebsoptimierung, umfassen außerdem bei Bedarf mehrere Termine in aggregierter Form.

„Unsere Kunden steigern die Sales-Performance um durchschnittlich 20 Prozent. Ein Vertriebsmitarbeiter erspart sich rund 30 monatliche Arbeitsstunden, wenn er Kickscale einsetzen kann“, erklärt Co-Gründer Zankl.

Strategieempfehlungen

Weiters bietet die Software Go-To-Market Strategieempfehlungen und kann eigenen Angaben nach aus tausenden Verkaufsgesprächen Muster erkennen. Zudem passen sich die Analysen an das bestehende Sales-Framework des Kunden, etwa BANT, SPICED oder MEDDICC, an und lesen bei Bedarf die CRM-Konfiguration aus, um Informationen aus Verkaufsgesprächen automatisch zurück ins CRM zu spielen.

Kickscale mit Wurzeln in Graz

Kickscale selbst hat seine technologischen Wurzeln in Graz, der familiäre Hintergrund der Gründer liegt in Kärnten. Die KI-Technolgie, auf der die Plattform aufbaut, wurde von Riedlsperger in Kooperation mit der Technischen Universität Graz entwickelt. Zankl und Jenul sammelten unter anderem bei Bitmovin und Anyline Erfahrung im Vertriebs- und Go-To-Market-Management. Ex-PWC-Partner Herwig Gangl bringt die Berater- und Managementerfahrung in das Gründerteam ein.

In den ersten Monaten der Vertriebsaktivität konnte das Startup bereits bei bekannten Unternehmen punkten. Etwa bei der österreichischen Jobplattform karriere.at. Auch ZwickRoell, Innovationsführer in der Werkstoff- und Materialprüfung unter anderem von Batterien oder Wasserstofflösungen, wurde kürzlich für einen Proof-of-Concept auf der Kickscale KI-Plattform gewonnen. Vom Start weg waren es vor allem Tech-Unternehmen wie Deskbird, walls.io, ContractHero oder bookingkit, die man überzeugen konnte.

„Das ist erst der Anfang“, sagt Zankl. „Die Daten der letzten Monate zeigen, welch enorm positiven Effekte unser Produkt im Vertriebsprozess unserer Kunden hat. Das motiviert ungemein. Mit dem neuen Produkt-Release werden wir unser Wachstum im zweiten Halbjahr weiter beschleunigen. Daten aus Kundengesprächen werden bei den meisten Unternehmen bisher nicht strukturiert analysiert. Die Bedürfnisse der Kunden werden nicht umfassend verstanden, die Salesprozesse können nicht optimiert werden und der Vertriebserfolg ist nicht optimal. Kickscale ermöglicht mit aggregierten Analysen und Zusammenfassungen aller Vertriebs-Interaktionen erstmals herauszufinden, was der Kunde wirklich will. Für die Finanzierung unserer ambitionierten Pläne wird es natürlich auch weitere Kapitalrunden geben.“

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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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