23.05.2025
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KI-ready Datacenter – Chance für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreich

Gastbeitrag. In der Gastbeitragsserie "Digital Realty – Digital Reality" liefert Martin Madlo, Managing Director von Digital Realty Österreich, Einblicke in die wahre Welt der Rechenzentren. Im dritten Teil geht es um Datacenter, Im dritten Teil geht es um auf KI ausgerichtete Datacenter als Standortfaktor.
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Martin Madlo, Digital Realty
Martin Madlo, Managing Director Digital Realty Österreich | Foto: Digital Realty

Frankfurt, London, Paris, Amsterdam und Dublin – Das sind die großen Datacenter-Hubs in Europa und sie sind auf und davon. Die Städte haben erkannt, welchen entscheidenden Vorsprung Rechenzentrumskapazitäten für die Wirtschaft und die Wissenschaft haben, und sie haben gehandelt. Die Verfolger, die Sekundärmärkte Mailand, Warschau, Madrid, München und Berlin holen auf. Die Rechenzentrumskapazitäten wachsen in diesen Märkten um 20 Prozent Jahr für Jahr. Die österreichischen Kapazitäten wachsen gerade einmal um vier Prozent jährlich.

Datacenter: Warum Österreich hinterherhinkt

Wir, der einstige bedeutende Daten-Knotenpunkt zwischen Ost und West, verlieren sukzessive unsere Position. Das liegt nicht an einem geringen Interesse der Betreiber – das wäre definitiv mehr als gegeben –, sondern an langen und komplexen Genehmigungsverfahren, fehlenden Standortkonzepten und vor allem an mangelnden Netzkapazitäten mit vergleichsweise hohen Strompreisen.

Digital Realty baut Datacenter

Wir, Digital Realty, bauen gerade das größte Datacenter Österreichs, das in seiner finalen Ausbaustufe 40 Megawatt Leistung erbringen wird, und wir sehen jetzt schon eine große Nachfrage. Denn der Bedarf ist weit höher. Unsere Wirtschaft und unsere Forschung benötigen dringend neue Rechenzentren. Der kometenhafte Aufstieg der KI fordert die Infrastruktur. Dazu brauchen wir KI-ready Datacenter – wie unser neues Projekt.

Wenn wir KI nicht nur in einer Laborumgebung, sondern auch in der Anwendungsphase nutzen wollen, werden Latenzzeiten entscheidend sein. Wir benötigen in den Märkten vor Ort diese Kapazitäten, um Responsezeiten zu minimieren.

Wissenschaftsstandort stärken

Wenn wir den Wissenschaftsstandort in Österreich voranbringen möchten, müssen wir neue Leistung zur Verfügung stellen. Die laute Forderung nach Datensouveränität ist hierzulande immer zu hören: Dazu benötigen wir lokale Rechenzentren mit ausreichenden Verfügbarkeiten, um die österreichische kritische Infrastruktur abzubilden und die Abhängigkeit vom Ausland zu minimieren.

Um die digitale Transformation zu ermöglichen, erfordert es nicht nur Breitband, sondern im gleichen Maße Rechenzentrumsleistung. Die Digitalisierung ist ein Wettbewerbsvorteil und schafft Produktivitätszuwächse – dies müssen wir gerade in Zeiten der anhaltenden Rezession nutzen.

Apell an die Regierung

Unsere neue Bundesregierung und die neue Stadtregierung in Wien müssen die Zukunftschancen und Möglichkeiten, die ein verstärkter Rechenzentrumsausbau bietet, erkennen und danach handeln. Die Rechenzentren-Entwickler und -Betreiber sind ready. Mit einer entsprechenden Strategie, politischem Willen und einem klaren Fokus können wir Wien als Sekundärmarkt für Datacenter etablieren und die strategische Rolle als Datenknotenpunkt zwischen Ost und West zurückerobern.


Über den Autor

Martin Madlo ist Managing Director von Digital Realty Österreich.


Die ersten beiden Teile der Serie „Digital Realty – Digital Reality. Einblicke in die wahre Welt der Rechenzentren“.

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Niceshops
© Niceshops -Firmensitz Niceshops.

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Niceshops, der Betreiber von rund 30 Nischen-Online-Shops in unterschiedlichen Produktkategorien in bis zu 18 Sprachen, einen Umsatz von 97,3 Millionen Euro und ein EBITDA von rund fünf Millionen Euro. Der Umsatz stieg damit um 23,6 Prozent, das EBITDA um 38,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Während der österreichische Handel laut Wirtschaftskammer Österreich im ersten Halbjahr 2026 inflationsbereinigt um 0,7 Prozent schrumpfte, entwickelte sich Niceshops gegenläufig.

Niceshops: „Nicht um jeden Preis“

„Wir wachsen nicht um jeden Preis. Dass unser EBITDA deutlich stärker steigt als der Umsatz, zeigt, dass wir unsere Prozesse mit dem Wachstum skalieren können und gleichzeitig unsere Margen verbessern“, sagt Geschäftsführerin Carina Hödl. „Gerade in einem Marktumfeld, in dem viele Händler mit rückläufigen Umsätzen und Margendruck kämpfen, ist diese Entwicklung ein deutlicher Beleg für die Stärke unseres Geschäftsmodells.“

Die aktuellen Zahlen markieren eine Erholung nach den schwierigen Jahren 2022 und 2023. Anfang 2024 musste Niceshops rund 90 der damals etwa 450 Mitarbeiter:innen abbauen. Das entsprach rund einem Fünftel der Belegschaft – brutkasten berichtete.

Der Weg aus der Krise erforderte erhebliche Einschnitte. Geschäftsführer Christoph Schreiner beschrieb die Lehren daraus im Mai im Podcast 123C unter anderem als Mischung aus „Größenwahn und Respekt vor dem Mitbewerber“ und sprach gar von 130 Kolleg:innen, die gehen mussten. Folglich setzte das Unternehmen dabei auf eine intensive Restrukturierung gemeinsam mit den finanzierenden Banken.

2025 erfolgreichstes Geschäftsjahr

2025 folgte das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte: Niceshops erzielte 169 Millionen Euro Umsatz und rund acht Millionen Euro EBITDA. Für 2026 hat das Unternehmen erstmals mehr als 200 Millionen Euro Umsatz als Ziel ausgegeben.

„Unser mittelfristiges Ziel ist klar. Wir wollen unser operatives Tagesgeschäft aus einem starken eigenen Cashflow finanzieren und damit aus eigener Kraft weiter wachsen“, beschreibt Firmengründer und Geschäftsführer Roland Fink die strategische Stoßrichtung.

Trotz der Erfahrungen aus der Krise investiert Niceshops weiter in seine Infrastruktur. Im Juli erwarb das Unternehmen am Standort Saaz ein 23.000 Quadratmeter großes Grundstück. Damit sollen zusätzliche Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Logistik geschaffen werden.

Niceshops arbeitet an Robotiklösungen

Parallel bereitet Niceshops den gezielten Einsatz von Automatisierungs- und Robotiklösungen vor. Eine vollständige Automatisierung des Standorts ist in der aktuellen Unternehmenskommunikation nicht als Ziel formuliert; vielmehr spricht man von einem gezielten Einsatz entsprechender Technologien.

Auch im firmeninternen Portfolio gibt es Wachstumsimpulse. 3DJake bleibt innerhalb der rund 30 von Niceshops betriebenen Shop-Welten der größte Umsatzbringer. Das Unternehmen bezeichnet den Spezialisten für 3D-Druck als europäischen Marktführer im Onlinehandel seines Segments. Mit Peganto hat das Unternehmen im laufenden Jahr zudem einen weiteren Online-Shop auf den Markt gebracht.

DACH dominiert

International bleibt der DACH-Raum die umsatzstärkste Kernregion, wie aus der Aussendung hervorgeht. Gleichzeitig entwickeln sich die Märkte außerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz laut Niceshops noch dynamischer. Das größte relative Wachstum verzeichnete das Unternehmen zuletzt in Ungarn – genaue Zahlen dazu werden jedoch nicht genannt. Bis zum Frühjahr 2027 sollen zwei weitere Länder erschlossen werden.

Schreiner abschließend dazu: „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass neue Märkte und Shop-Konzepte in die bestehende Technologie- und Logistikstruktur effizient integriert werden können.“

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