12.05.2023

KI-Katzenkunst soll US-Tourist:innen nach Wien locken

Gustav Klimt war angeblich Katzenliebhaber. Insofern könnte ihm die KI-Version seines berühmten Werkes "Der Kuss", die dieser Tage am Times Square zu sehen ist, gefallen.
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KI-Kunst
(c) ViennaTouristBoard

Das Sujet kennt man sofort, irgendetwas lässt einen jedoch stutzig werden. Statt der zwei menschlichen Figuren in Klimts „Der Kuss“ vereinigen sich auf dem Banner am New Yorker Times Square zwei niedliche Katzengesichter. Man wird Zeugin oder Zeuge eines weiteren Beispiels von Kunst, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erzeugt wurde.

Unkünstliche Kunst

Geht man noch bis Ende Mai 2023 durch die Straßen von New York oder so manch anderer amerikanischen Stadt, könnte man dem oben beschriebenen Anblick begegnen. Es handelt sich aber um keine öffentliche Street Gallery von KI-Kunst, sondern um die neue Kampagne „UnArtificial Art“ des WienTourismus.

Klimt-Cat-Content

Mit zu Katzen-Content umgewandelten Klimt-Bildern möchte der WienTourismus Menschen in den USA auf Kunst und Kultur in Wien aufmerksam machen. Betont soll dabei werden, dass die international angesehenen Wiener Museen echte – und keine „künstlichen“ – Kunstwerke beherbergen.

„Bei ‚UnArtificial Art‘ nutzen wir den aktuellen Hype um künstliche Intelligenz, um einmal mehr die Vorzüge des realen Wiens zu thematisieren und – der Denkart Wiens entsprechend – auch zum Diskurs über Kunst anzuregen: KI reproduziert Macharten und Stile bestehender Werke, Klimt und Schiele werden damit zu ihren Lehrmeistern. Wohin die Reise der noch jungen Technologie führt, ist offen“, so Norbert Kettner, Direktor des WienTourismus.

KI-Kunst ohne echte Kunst nicht möglich

„Sorry Gustav – but your art made AI art possible“ heißt es auf den Werbebannern. Das soll darauf hinweisen, dass KI-Kunst ohne echte Werke gar nicht möglich wäre. Denn sie nährt sich schließlich aus Daten von bereits bestehenden Kunstwerken. Diese trainieren die Künstliche Intelligenz, welche nur so die Stile der verschiedenen Kunstepochen und Künstler:innen reproduzieren kann. Diese Abhängigkeit der KIs von echten Künstler:innen hat in den vergangenen Monaten zu intensiven Urheberrechtsdebatten im Zusammenhang mit KI-Kunst geführt.

Das Belvedere, KIimt und die KI

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Klimts Werke mit Künstlicher Intelligenz verbinden. Bereits 2021 präsentierte das Wiener Belvedere die Ergebnisse seiner Kooperation mit Google Arts and Culture. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) stellte ein internationales Expert:innenteam Klimts 1945 von den Nazis zerstörte „Fakultätsbilder“ digital wieder her. Dazu wurde eine KI mit Daten von 90.000 Kunstwerken gefüttert. So lernte die KI das typische Farbspektrum der damaligen Kunstwelt und konnte die zerstörten Klimt-Bilder „wieder auferstehen“ lassen.

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Markus Fuhrmann, CEO und Gründer von Gropyus | (c) Gropyus
© Gropyus - Gründer Markus Fuhrmann.

Das Wiener Scaleup Gropyus holte im März des heurigen Jahres zum dritten Mal in seiner Firmengeschichte ein 100-Mio.-Euro-Investment – brutkasten berichtete. Nun vermeldet man einen Führungswechsel.

Gropyus-Gründer wechselt nach sieben Jahren in den Aufsichtsrat

Der langfristig geplante Übergang in die nächste Wachstumsphase ist nach der turnusmäßigen Hauptversammlung abgeschlossen: Nach sieben Jahren als Gründer und CEO beziehungsweise Co-CEO wechselt Markus Fuhrmann als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat von Gropyus.

Dieser Schritt begann bereits vor 15 Monaten mit der Ernennung von Mitgründer Philipp Erler zum Co-CEO, heißt es laut Aussendung. Erler führt nun als alleiniger CEO das Unternehmen. Auch der Aufsichtsrat des Unternehmens wird neu aufgestellt: Daniel Riedl bleibt Aufsichtsratsvorsitzender, während Markus Fuhrmann die Funktion des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden von Harald Mahrer übernimmt, der den Aufsichtsrat ebenso wie Thomas Kretschmar verlässt.

Dem Gremium gehören weiterhin Philip Grosse (CFO Vonovia), Emmanuel Thomassin (CFO Wise), Fredrik Nordh (CEO Thisbe), Ricardo Pires (Chairman Semapa Next und CEO Semapa Group) sowie Claudia Ungar-Huber (Head of Subsidiaries and Transaction Management, Vienna Insurance Group) an.

Rechtsstreit mit früherem Aufsichtsratschef

Gropyus befindet sich unterdessen in einem Rechtsstreit mit dem früheren Investor und Aufsichtsratschef Florian Fritsch. Das Unternehmen bestätigte gegenüber dem „Standard“, dass es 2022 aufgrund von Hinweisen auf ein mögliches Fehlverhalten eine interne Untersuchung zu früheren Kostenabrechnungen durch Fritsch eingeleitet habe. Dabei soll es dem Bericht zufolge unter anderem um Urlaube, Beraterkosten und weitere Ausgaben gehen. Der Tageszeitung zufolge soll auch Mahrer – bisheriger Gropyus-Aufsichtsratsvize – in die Causa involviert sein.

100.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in Umsetzung

Mit den aktuellen Neuerungen hat Gropyus eigenen Angaben nach eine entscheidende Unternehmensphase abgeschlossen und tritt nun in die nächste Entwicklungsstufe ein: Skalierung und operative Exzellenz. Der Wechsel in der Führung schaffe dafür klare Verantwortlichkeiten.

Fuhrmann hat Gropyus seit der Gründung unternehmerisch und strategisch geprägt und dessen Aufbau, Finanzierung, strategische Ausrichtung und Partnerschaften vorangetrieben. Das Unternehmen aus Wien entwickelt und baut schlüsselfertige Mehrfamilienhäuser in nachhaltiger Holzbauweise. Rund 100.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche befinden sich eigenen Angaben zufolge derzeit in verschiedenen Umsetzungsphasen.

„Ich bin stolz darauf, was wir bei Gropyus in den vergangenen sieben Jahren aufgebaut haben. Aus einer ambitionierten Idee ist eine industrielle und digitale Plattform für den Wohnungsbau entstanden, die sich bereits in realisierten Projekten bewährt. Mit der Ernennung von Philipp Erler zum Co-CEO haben wir im vergangenen Jahr den geplanten Übergang eingeleitet. Nun wechsle ich in den Aufsichtsrat und werde Gropyus weiterhin bei strategischen Fragen und der Wachstumsfinanzierung beratend begleiten. Philipp kennt das Unternehmen seit der Gründung und ist der Richtige, um Gropyus in die Zukunft zu führen“, kommentiert Fuhrmann diesen Schritt.

„In die nächste Phase führen“

CEO Erler ergänzt: „Ich danke Markus Fuhrmann herzlich für sein Vertrauen und für die gemeinsamen Jahre, in denen wir Gropyus von der Idee bis zu den ersten realisierten Gebäuden aufgebaut haben. Ohne seine Vision, seinen unternehmerischen Mut und seine Fähigkeit, Menschen für ein ambitioniertes Ziel zu gewinnen, wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Ich freue mich, Gropyus jetzt gemeinsam mit unserem starken Vorstandsteam in die nächste Phase zu führen. Gleichzeitig ist es für das Unternehmen sehr wertvoll, dass Markus uns als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender mit seiner Erfahrung, seinem strategischen Blick und seinem außergewöhnlichen Netzwerk weiterhin eng begleiten wird. Abschließend danke ich Harald Mahrer und Thomas Kretschmar für ihre Begleitung und den immer konstruktiven Austausch während dieser wichtigen Phase der Unternehmensentwicklung.“

Auch Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Riedl äußert sich zum Wechsel: „Markus Fuhrmann hat Gropyus mit unternehmerischem Weitblick und großer Entschlossenheit von einer wegweisenden Idee zu einem technologisch führenden und wachstumsstarken Unternehmen entwickelt. Dafür gebührt ihm unser großer Dank und tiefer Respekt.“ Es sei ein starkes Signal, dass Fuhrmann dem Unternehmen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender erhalten bleibe. Mit Erler übernehme zudem eine erfahrene Führungspersönlichkeit die operative Gesamtverantwortung – für die nächste Wachstumsphase sei das „eine hervorragende Konstellation“.

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