Wir nutzen KI, Cloud-Dienste und smarte Daten-Tools jeden Tag, um schneller und effizienter zu arbeiten. Doch ein Blick unter die Oberfläche zeigt: Das volle Potenzial dieser Technologien bleibt oft auf der Strecke, weil das tiefere Verständnis fehlt. Das zeigt das neue Digital Skills Barometer 2025/2026, das am Dienstag in Wien präsentiert wurde. Für die repräsentative Studie wurden insgesamt 2.273 Personen im Alter von 16 bis 89 Jahren befragt und getestet.
Selbstbild und Realität
Die Untersuchung der Bevölkerung offenbart eine Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realität. In der digitalen Selbsteinschätzung geben sich die Österreicher:innen im Schnitt noch recht selbstbewusste 63 von 100 Punkten. Der Wissenstest liefert jedoch ein deutlich ernüchternderes Ergebnis von lediglich 35 Punkten. Diese Lücke von 28 Punkten ist mehr als nur ein Schönheitsfehler, denn sie entspricht einer Überschätzung von rund eineinhalb Kompetenzstufen. Konkret bedeutet das, dass sich 58 Prozent der Bevölkerung auf den untersten beiden Stufen bewegen und bei digitalen Aufgaben laufend Hilfe benötigen. Nur 42 Prozent verfügen über Kompetenzen für einen selbstständigen und reflektierten Einsatz digitaler Technologien.
Digitale Tools verbreitet, Kompetenz begrenzt
Besonders drastisch geht die Schere bei den aktuellen Schlüsseltechnologien auf, da die Nutzung rasant wächst, das nötige Know-how jedoch auf der Strecke bleibt. Bereits 51 Prozent der Befragten geben an, KI-Anwendungen privat oder beruflich zu nutzen, das objektive Hintergrundwissen dazu liegt im Schnitt jedoch bei mageren 30 Punkten.
Ähnlich sieht es bei Cloud-Diensten aus, die von 65 Prozent genutzt werden, während das Wissen dazu bei nur 35 Punkten liegt. Die Datenkompetenz bildet mit 23 Punkten das absolute Schlusslicht, bei einer Nutzungsrate von ebenfalls nur 23 Prozent. Lediglich im Bereich Cybersecurity sieht es etwas besser aus, wo 81 Prozent entsprechende Anwendungen nutzen und das Wissen immerhin bei 57 Punkten liegt.
„Das Digital Skills Barometer zeigt sehr deutlich: Wir haben kein Technologie-, sondern ein Kompetenzproblem. Wenn KI-Nutzung schneller wächst als das Verständnis für Cloud, Data und Cybersecurity, entsteht ein strukturelles Risiko für Unternehmen und den Standort“, so fit4internet-Präsident Markus Schaffhauser.
Desertgreener: Projekt aus Wien nimmt seine erste Meerwasser-Entsalzungsanlage in Betrieb
Das Wiener Projekt "Desertgreener" hat auf Zypern seine erste Pilotanlage zur solaren Meerwasserentsalzung in Betrieb genommen. Mit thermodynamischen Effizienzgewinnen und eigener Token-Finanzierung will man dem globalen Wassermangel begegnen.
Desertgreener: Projekt aus Wien nimmt seine erste Meerwasser-Entsalzungsanlage in Betrieb
Das Wiener Projekt "Desertgreener" hat auf Zypern seine erste Pilotanlage zur solaren Meerwasserentsalzung in Betrieb genommen. Mit thermodynamischen Effizienzgewinnen und eigener Token-Finanzierung will man dem globalen Wassermangel begegnen.
„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.
Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.
Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt
„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.
Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.
Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.
Wasserkreislauf der Natur als Vorbild
Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.
Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.
Finanzierung über Utility-Token
Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.
Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.
1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft
Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.
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