01.12.2025
KAPITALMARKT

KI am Kapitalmarkt: Conda kooperiert mit Wiener Startup StartMatch

Conda und StartMatch machen nun gemeinsame Sache. Die Kooperation der beiden Wiener Unternehmen soll die Digitalisierung des Kapitalmarktes vorantreiben.
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l.n.r.: Oliver Lukesch (CTO, StartMatch), Robert Kopka (CEO, StartMatch), Daniel Horak (Co-CEO, Conda) und Dirk Littig (Co-CEO, Conda) | © Niklas Schnaubelt, StartMatch

Die österreichische Crowdfunding-Plattform Conda geht eine Partnerschaft mit dem Wiener KI-Startup StartMatch ein. Gemeinsam wollen die Unternehmen Künstliche Intelligenz stärker im Kapitalmarkt verankern und insbesondere die Erstellung von Emissionstexten automatisieren. Laut Conda könnten zentrale Prozesse dadurch künftig um bis zu 70 Prozent schneller abgewickelt werden. Gleichzeitig soll die Technologie den Zugang zu Kapitalmarktinstrumenten erleichtern und Fehlerquellen reduzieren.

In einer Presseaussendung heißt es, die KI solle Emittent:innen dabei unterstützen, „komplexe Finanz- und Unternehmensinformationen effizienter in professionelle Emissionstexte zu übersetzen“. Der Aufwand für Unternehmen werde reduziert, während die Erstellung der Texte schneller und kostengünstiger erfolgen könne.

Prozessvereinfachung

Die Technologie von StartMatch analysiert dafür Unternehmensinformationen, Finanzkennzahlen sowie relevante regulatorische Anforderungen. Daraus entstehen strukturierte Textentwürfe, die Conda-Kund:innen für ihre digitalen Finanzierungsrunden nutzen können.

„Informationstexte zu digitalen Finanzierungen sind das Rückgrat jeder Kapitalmarkt-Emission. Sie müssen komplexe Unternehmens- und Finanzdaten präzise, rechtssicher und verständlich aufbereiten. Bisher war das ein aufwändiger, teils manueller Prozess. Durch die Integration der StartMatch-KI wird dieser nun signifikant vereinfacht“, sagt Daniel Horak, Co-Founder und Co-CEO von Conda.

Mehrwert schaffen

StartMatch war bislang für seine KI-Lösungen im Bereich der Förderantragserstellung bekannt (brutkasten berichtete). Das Unternehmen möchte Firmen von „zeitraubenden Routineaufgaben“ befreien und hat sich zuletzt im September dieses Jahres ein sechsstelliges Investment gesichert (brutkasten berichtete).

„Die Zusammenarbeit mit Conda zeigt, wie KI in der Praxis Mehrwert schafft und das nicht durch reine Textgenerierung, sondern durch intelligente Prozessunterstützung, die Qualität und Geschwindigkeit vereint“, so Robert Kopka, Gründer und CEO von StartMatch.

KI am Kapitalmarkt

Mit dem Einsatz der KI möchte Conda seine Rolle im Bereich digitalisierter Kapitalmarktprozesse ausbauen. Durch die Kooperation mit StartMatch will das Unternehmen zudem seine Position im europäischen Mittelstandsfinanzierungsmarkt weiter stärken und demonstrieren, wie KI-Integration die Kapitalaufnahme für Unternehmen vereinfachen kann.

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Das C-Level von Minimist: Robert Andrei Damian (CTO), Anna Greil (COO) und Stephan Hofmann (CEO). | © Minimist

Nach der Finanzierungsrunde in Höhe von rund einer Million Euro im März treibt das Wiener Kreislaufwirtschafts-Startup Minimist seine internationale Expansion voran. Nach dem Markteintritt in Großbritannien kooperiert das Unternehmen nun mit Salvos Stores, dem Einzelhandelszweig der Heilsarmee in Australien.

Salvos: 400 Filialen in Australien und Teil der Heilsarmee

Salvos Stores betreibt landesweit rund 400 Filialen und verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 50 Millionen Sachspenden. Als Einzelhandelszweig ist Salvos organisatorisch Teil der Heilsarmee, einer international tätigen evangelischen Freikirche mit sozialem Hilfswerk, die weltweit in Territorien und Divisionen gegliedert ist. Die Erlöse aus dem Verkauf gebrauchter Ware fließen laut Unternehmen in soziale Projekte der Organisation.

Minimists Software soll die Erfassung, die automatisierte Preisfindung und den Multi-Channel-Verkauf von Sachspenden digitalisieren. Salvos verspricht sich dadurch weniger administrativen Aufwand und kürzere Durchlaufzeiten in den Filialen. Ein Pilotprojekt sei laut Minimist erfolgreich abgeschlossen worden.

Minimist COO Anna Greil (links) vor einem der 400 Salvos Stores in Australien © Minimist

WU Ignite Ventures und Seebacher mit je 50.000 Euro

Laut Pressemitteilung investieren mit WU Ignite Ventures und dem Angel-Investor Johannes Seebacher zwei neue Geldgeber:innen in Minimist. Wie Anna Greil im Gespräch mit brutkasten präzisiert, beteiligen sich beide mit jeweils 50.000 Euro.

Insgesamt seien nach der 1-Million-Runde vom März diesen Jahres im Mai nochmals zwischen 150.000 und 200.000 Euro an zusätzlichem Kapital in das Startup geflossen; die übrigen Investor:innen dieser Nachfinanzierung wollten laut Greil nicht genannt werden.

WU-Ignite-Ventures-Co-Geschäftsführer Rudolf Dömötör begründet sein Investment in Minimist: „Re-Commerce wird oft als Nische betrachtet. Stephan, Anna und Robert beweisen mit Minimist das Gegenteil: Sie bauen die Infrastruktur für einen der wirksamsten Hebel der Kreislaufwirtschaft, und zwar in globalem Maßstab.Dass ein Wiener Team mit Salvos Stores einen der größten Charity-Retailer Australiens gewinnt, zeigt, wie ernst dieser Anspruch gemeint ist.“

Von Wien in die Welt

Minimist wurde von Stephan Hofmann und Robert Andrei Damian gegründet. 2025 stieß Anna Greil als Late-Co-Founder und COO dazu. Das Startup sicherte sich bereits mehrere Finanzierungsrunden, unter anderem von Eversports-Gründer Hanno Lippitsch. Die Produktentwicklung bleibt laut Unternehmen in Wien verankert.

CEO Stephan Hofmann sagt zur Expansion: „Wir sind im Kern ein Software-Startup und ein globales Team. Die Welt ist unser Spielfeld, und der Erfolg in Australien zeigt, dass wir durch diesen internationalen Ansatz massiv an Geschwindigkeit gewinnen. Die Skalierbarkeit unserer Technologie kennt keine Grenzen.“

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