21.07.2020

KFC möchte Chicken Nuggets aus dem 3D-Drucker auf den Markt bringen

Die US-amerikanische Fast-Food-Kette KFC möchte gemeinsam mit dem russischen Forschungslabor 3D Bioprinting Solutions Chicken Nuggets aus den 3D-Drucker auf dem Markt bringen.
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KFC
(c) KFC/BeyondMeat

Die auf Geflügel spezialisiertes US-amerikanisches Fast-Food-Kette KFC möchte Chicken Nuggets aus dem 3D-Drucker auf den Markt bringen. Für die Herstellung des Hühnerfleischersatz ist das Unternehmen laut einer Aussendung nun mit dem russischen Forschungslabor 3D Bioprinting Solutions eine Partnerschaft eingegangen.

Dazu heißt es von Seiten der Fast-Food-Kette: „Die Idee entstand als Antwort auf die jährlich steigende Nachfrage nach Alternativen zu traditionellem Fleisch“. Ziel sei laut dem Unternehmen die Herstellung der weltweit ersten im Labor hergestellten Chicken Nuggets. Ein erster Prototyp soll bereits im Herbst 2020 in Moskau entwickelt werden.

3D KFC-Nuggets sind nicht vegetarisch

Das russische Unternehmen 3D Bioprinting Solutions hat laut KFC eine additive Bioprinting-Technologie entwickelt, die Hühnerzellen und Pflanzenmaterialien kombiniert. Somit sind die Nuggets nicht vegetarisch und unterscheiden sich zu Fleischersatzprodukten der Unternehmen Beyond Meat oder Impossible Foods.

Die Fastfood-Kette betont allerdings, dass mit der Methode keinem Tier Schaden zugefügt wird und sich diese Methode positiv auf die CO2-Bilanz auswirken würde. Der Energieverbrauch soll laut KFC bis um das 25-Fache reduziert werden. Zudem könnten über das Verfahren auch wichtige Spurenelemente in das gedruckte Fleisch gebracht werden.

Textur wie „echtes Hühnerfleisch“

Durch das spezielle 3D-Druck Verfahren soll laut KFC die Textur von Hühnerfleisch beinahe ein-zu-eins nachempfunden werden können. Wie es in der Aussendung weiters heißt, wird KFC im Rahmen der Entwicklung sämtliche Zutaten, wie Panade oder Gewürze zur Verfügung stellen, um den „typischen KFC-Geschmack“ zu erzielen. 

Yusef Khesuani, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter von 3D Bioprinting Solutions, erläutert: „3D-Bioprinting-Technologien, die ursprünglich in der Medizin entwickelt wurden, erfreuen sich heutzutage bei der Herstellung von Lebensmitteln wie, Fleisch, zunehmender Beliebtheit. Wir hoffen, dass die Technologie, die als Ergebnis unserer Zusammenarbeit mit KFC entstanden ist, dazu beitragen wird, die Markteinführung von zellbasierten Fleischprodukten zu beschleunigen.“

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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