07.03.2022

Key Energy: Ternitzer Firma streckt mit seiner Lösung Gas um bis zu 20 Prozent

Das niederösterreichische Unternehmen Key Energy produziert CO₂-neutrales Mischgas.
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(c) Baumgarten - Key Energy entwickelte ein neuartiges Elektrolyse-Verfahren, um Kosten bei der Gaserzeugung zu sparen.

Das Thema Energie ist nicht erst seit dem Angriff Russlands und einhergehenden Sanktionen ein viel diskutiertes. Es bekam jedoch durch den Krieg einen „Booster“ und eine Notwendigkeit sich nach Alternativen und Kostenersparnis umzusehen. Das weiß auch CEO Günther Baumgarten. Die niederösterreichische Anlagenbaufirma Key Energy hat neulich ein Patent angemeldet zur Erzeugung eines Mischgases aus Wasserstoff, Sauerstoff und eines brennbaren Gases.

Key Energy als Brückenlösung

Das Key-Energy-Team hat bereits vor zehn Jahren mit der Forschung begonnen und anfangs noch mit Kleinanlagen experimentiert und getestet. „Durch das neu entwickelte Elektrolyse-Verfahren, wird ein Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch, mit einem anderen Brenngas vernetzt“, sagt Baumgarten. „Bei unserer Anlage, werden bis zu 20 Prozent unseres Mischgases einem anderen Brenngas hinzugefügt. Wir sehen uns als Brückenlösung für die nächsten Jahrzehnte, um das Gas zu strecken und Industriebetrieben, wie aktuell bei unserer Versuchsanlage, Kosten zu ersparen. Das produzierte Mischgas ist CO₂-neutral, denn unsere Anlagen können mit jedem Strom, auch Ökostrom, betrieben werden.“

Drei Jahre war die Pilotanlage in einer österreichischen Fabrik im Einsatz und habe laut Gründern alle Tests erfolgreich bestanden.

Amortisationszeiten ab zwei Jahren

„Sicherheitsgutachten und die Brenngasanalyse ist bereits alles vorhanden und die Wirtschaftlichkeit lässt sich sehen. Amortisationszeiten ab zwei Jahren sind möglich“, so Baumgarten weiter.

Ein weiteres Patent hat Key Energy auch im Strommanagement. Dadurch könne Überschussstrom und Abriegelstrom für die Elektrolyse verwendet werden, um das Gasgemisch noch günstiger zu erzeugen. „Die Anlagen der Key Energy sind durch die aktuellen Preissteigerungen des Energiemarktes besonders attraktiv“, betont der Gründer.

Anlagen modular aufbaubar

Einsatzgebiete sind die energiereichen Industrieunternehmen sowie Blockheizkraftwerken und Gasturbinen von Energieanbietern. Die Anlagen sind modular aufbaubar und zeichnen sich laut den Foundern, durch schnelles Anfahren und Abschalten aus. Ein weiteres Kennzeichen sei, dass die Anlage im Niederdruck-Bereich als auch im Niedertemperatur-Bereich betrieben werde.

„Die Vision von Key-Energy ist, eine Welt, in der man fährt, reist, heizt, produziert und konsumiert, ohne dabei der Umwelt zu schaden.“

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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