„Kettenreaktion“: Nahostkonflikt treibt weltweite Insolvenzen auf Rekordhoch
Der anhaltende Nahostkonflikt belastet die globale Wirtschaft schwer und treibt die weltweiten Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 deutlich stärker in die Höhe als bislang erwartet, wie eine aktuelle Studie von Acredia Group und Allianz Trade zeigt.
Die weltweiten Unternehmensinsolvenzen werden 2026 voraussichtlich um sechs Prozent steigen, wie aus einer aktuellen Studie der Acredia Group in Zusammenarbeit mit Allianz Trade hervorgeht. Ursprünglich war für dieses Jahr lediglich ein Wachstum von drei Prozent prognostiziert worden. Als maßgeblicher Treiber für diese Korrektur nach oben wird der Nahostkonflikt identifiziert, der den Studienautor:innen zufolge für rund 15.000 zusätzliche Insolvenzen in den Jahren 2026 und 2027 verantwortlich sein wird.
„Kein kurzfristiger Ausschlag, sondern eine Kettenreaktion“
Gestörte Lieferketten, volatile Energiemärkte und erhöhte Transportkosten setzen demnach insbesondere margenschwache und energieintensive Branchen wie die Chemie-, Metall- und Logistikindustrie stark unter Druck. Gudrun Meierschitz, Vorstand der Acredia Group, ordnet die Lage ein: „Die Dynamik hat sich spürbar verschärft. Was wir sehen, ist kein kurzfristiger Ausschlag, sondern eine Kettenreaktion entlang der globalen Wirtschaft“.
Weitere Verschlechterung steht im Raum
Für das Jahr 2027 rechnen die Kreditversicherer nicht mit einem Rückgang der Pleitewelle, sondern prognostizieren eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Die Situation könnte sich allerdings weiter verschlechtern: In einem formulierten Worst-Case-Szenario – etwa bei einer längeren Blockade der Straße von Hormus – gehen die Experten von einem globalen Insolvenzanstieg von bis zu zehn Prozent im Jahr 2026 aus. Diese makroökonomische Entwicklung hat auch gravierende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Nach Einschätzung der Studienautoren sind weltweit rund 2,2 Millionen Arbeitsplätze direkt durch Unternehmensinsolvenzen gefährdet, wovon allein 1,3 Millionen auf den europäischen Kontinent entfallen.
Österreich überdurchschnittlich stark betroffen
In Österreich spiegelt sich dieser angespannte internationale Trend nahtlos wider. Mit über 6.800 Unternehmensinsolvenzen verzeichnete das Land im Jahr 2025 den höchsten Wert seit 2009. Als stark exportorientierte Volkswirtschaft mit einer Exportquote von 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leidet Österreich der Analyse zufolge überdurchschnittlich stark unter der gedämpften globalen Nachfrage und den hohen Energiekosten.
Gudrun Meierschitz | (c) Acredia Group
Für 2026 gehen die Prognosen von einem anhaltend hohen Niveau mit rund 6.750 Fällen aus, bevor im Jahr 2027 ein leichter Rückgang auf etwa 6.300 Insolvenzen eintreten könnte. „Die Kombination aus schwacher Konjunktur, strukturellem Druck in der Industrie und externen Unsicherheiten hält viele Unternehmen unter Spannung“, fasst Meierschitz die angespannte Lage für heimische Betriebe zusammen.
Der aws Gründungsfonds investiert in ein breites Spektrum an Zukunftstechnologien. Seit 2013 sind gemeinsam mit nationalen und internationalen Co-Investoren mehr als 750 Millionen Euro Venture Capital in über 45 heimische Startups geflossen. Vier ausgewählte Beteiligungen zeigen beispielhaft, wie österreichische Innovationen internationale Märkte erschließen und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Innovationsstandorts beitragen.
Der aws Gründungsfonds investiert in ein breites Spektrum an Zukunftstechnologien. Seit 2013 sind gemeinsam mit nationalen und internationalen Co-Investoren mehr als 750 Millionen Euro Venture Capital in über 45 heimische Startups geflossen. Vier ausgewählte Beteiligungen zeigen beispielhaft, wie österreichische Innovationen internationale Märkte erschließen und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Innovationsstandorts beitragen.
Das Team des aws Gründungsfonds | (c) aws Gründungsfonds / Bild mit KI erstellt
Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen.
refinq macht Klimarisiken berechenbar
Dass ein Umspannwerk in einem Überflutungsgebiet steht, weiß der Betreiber – was ihn das pro Jahr kostet, weiß er selten. Genau hier setzt refinq an: Beim Wiener Startup lädt ein Unternehmen seine Standorte hoch und bekommt sie auf einer Karte angereichert mit Klimaszenarien und Naturdaten zurück. Ein Klick auf einen Standort zeigt, welche Gefahren dort drohen, von Hochwasser über Hitze bis Dürre, was sie kosten und welche Maßnahmen das Risiko senken; von der Landkarte zur Kennzahl zum Eurobetrag.
Wie konkret das wird, zeigt die Arbeit mit europäischen Stromnetzbetreibern: In einem Programm von Terna, Elia, Swissgrid und weiteren Netzbetreibern setzte sich refinq gegen mehr als 85 Bewerbungen durch und unterstützt nun bei der Absicherung der Leitungen und Umspannwerke gegen Extremwetter. Auch die Wiener Stadtwerke prüfen mit der Plattform mehr als 5.000 Standorte, um die Wiener Energieversorgung zu schützen. Weil jede Kennzahl offen dokumentiert ist, lassen sich die Ergebnisse zugleich als Nachweis für CSRD, EU-Taxonomie und TNFD exportieren. Im Februar führte der aws Gründungsfonds die Seed-Runde über 2,2 Millionen Euro an.
Das Team von refinq | (c) refinq
Kickscale befreit den Vertrieb von Admin-Arbeit
Verkaufsgespräche sind die am schlechtesten dokumentierte Ressource vieler Unternehmen: Was im Termin besprochen wurde, landet bestenfalls in einer kurzen Notiz. Kickscale ändert das und geht dabei weiter als ein reiner Notizassistent – die Plattform erfasst Meetings, Calls und CRM-Daten, wertet sie mit KI aus und befüllt die CRM-Felder nach jedem Gespräch automatisch, samt Follow-ups und nächsten Schritten. Dazu kommt Coaching aus echten Gesprächsdaten statt aus Vermutungen: Sichtbar wird, was die besten Verkäufer anders machen – und wie wahrscheinlich der Abschluss eines erfolgreichen Deals ist.
Bei Lufthansa City Centers spart das nach Unternehmensangaben 85 Prozent der Zeit für die Nachbereitung. Mehr als 200 Kunden nutzen die Plattform, der Schwerpunkt liegt im deutschsprachigen Raum, dazu kommen Japan, Polen, Norwegen und die Niederlande. Der Serverstandort in Deutschland, die ISO-27001-Zertifizierung und die Ausrichtung auf die Anforderungen des EU AI Act sind insbesondere für europäische Unternehmen wichtige Kriterien bei der Beschaffung. Die Seed-Runde über 2,1 Millionen Euro wurde vom aws Gründungsfonds angeführt.
Die Gründer von Kickscale | (c) Michael Stabentheiner
Invisible-Light Labs spürt kleinste Spuren auf
Wer wissen will, welche Chemikalie in einer Probe steckt, braucht davon eine entsprechende Mindestmenge. Die Analyse scheitert dabei oft genau dort, wo es interessant wird: bei Nanoplastik in Luft und Wasser, bei Aerosolen in der Atmosphäre, bei Wirkstoffen, die nur in geringsten Konzentrationen vorliegen. Invisible-Light Labs, ein Deeptech-Spinoff der TU Wien, hat dafür EMILIE entwickelt, einen Sensor, der selbst Mengen im Billionstel-Gramm-Bereich und damit bislang kaum messbare Spuren nachweisen kann. Bestehende Infrarot-Spektrometer muss dafür niemand austauschen, und die winzigen Messchips lassen sich dorthin bringen, wo die Proben entstehen. Bei den Innovation Awards des Fachmagazins The Analytical Scientist landete EMILIE 2024 auf Platz eins. Seit 2025 baut eine strategische Partnerschaft mit Bruker Optics die internationale Verfügbarkeit des gemeinsam gebrandeten Systems aus.
An Bord der Tara Polar Station, die im September im Packeis einfriert, schickt ein EPFL-Team die Chips an einem Fesselballon in die Wolken, um kleinste Partikel zu untersuchen und besser zu verstehen, wie sie die Wolkenbildung und die Erwärmung der Arktis beeinflussen. Im Juni 2026 schloss Invisible-Light Labs eine Pre-Seed-Runde über 1,5 Millionen Euro ab, angeführt vom aws Gründungsfonds gemeinsam mit XISTA Science Ventures.
Invisible-Light Labs wurde 2019 als Spin-off der TU Wien gegründet| | (c) Invisible-Light Labs
HeartBeat.bio erkennt Herzrisiken früher
Ob ein Wirkstoff dem Herzen schadet, zeigt sich oft erst spät in der Entwicklung. Genau das will HeartBeat.bio ändern: Das Unternehmen aus dem Vienna Biocenter lässt aus Stammzellen sogenannte Cardioids wachsen: winzige schlagende Herzkammern, die dem menschlichen Herzen näher kommen als herkömmliche Zellkulturen. In automatisierten Testreihen lassen sich daran Risiken früh erkennen und Wirkstoffe gegen Herzerkrankungen suchen.
Angewendet wird das bereits: Mit Boehringer Ingelheim arbeitet HeartBeat.bio an Gentherapien gegen erbliche Herzmuskelerkrankungen, mit Molecular Devices ist eine Testlösung für die Herzsicherheit von Wirkstoffen auf den Markt gekommen. Der aws Gründungsfonds begleitet das Unternehmen seit 2023 und investiert damit in österreichische Spitzenforschung.
Automatisierte Zellkultur im Labor von HeartBeat.bio | (c) HeartBeat.bio
Der aws Gründungsfonds ist ein österreichischer Venture-Capital-Investor mit einem Fondsvolumen von rund 140 Millionen Euro. Er investiert im Rahmen von Frühphasenfinanzierungen in wachstumsstarke österreichische Technologieunternehmen und mobilisiert gemeinsam mit erfahrenen Co-Investoren zusätzliches privates und internationales Kapital. Als langfristiger Partner an der Seite der Gründungsteams begleitet der Fonds Startups über weitere Wachstums- und Finanzierungsphasen bis zum Exit. So trägt er dazu bei, Schlüsseltechnologien langfristig im Markt zu etablieren, international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen und den österreichischen Innovationsstandort nachhaltig zu stärken.
Hier könnt ihr mehr über den aws Gründungsfonds erfahren: gruendungsfonds.at
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