17.12.2025
160 MÄRKTE

Ketofabrik: Salzburger Snack-Startup gewinnt Testlistung bei Rewe in Deutschland

Ketofabrik konnte sich als eines von drei Startups bei der "Rewe Startup Lounge" des deutschen Supermarkt-Riesen durchsetzen. Nach einer Testlistung in 160 Filialen besteht die Chance auf eine reguläre Listung in sämtlichen mehr als 3.000 Märkten der Kette.
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Das Ketofabrik-Management (vl.) Slobodan Stojanovic, Natalie Di Loreto und Nicola Di Loreto | (c) Ketofabrik
Das Ketofabrik-Management (vl.) Slobodan Stojanovic, Natalie Di Loreto und Nicola Di Loreto | (c) Ketofabrik

2020, nur ein Jahr nach seiner Gründung, sorgte das auf zuckerarme Snacks spezialisierte Salzburger Startup Ketofabrik für Aufsehen in der Show „2 Minuten 2 Millionen“. Mit dem Vorschlag, dass die Investor:innen bei Erreichen bestimmter Ziele Anteile zurückgeben müssten, habe man „hoch gepokert“, sagte Mitgründer Dusan Milekic damals gegenüber brutkasten.

Schließlich holte man nicht nur ein Investment (wobei Investor Martin Rohla die vorgeschlagenen Konditionen ablehnte), sondern auch das „Startup-Ticket“, das damals eine Listung in 200 Billa-, 150 Merkur- (heute Billa Plus) und 600 Bipa-Filialen bedeutete.

Bereits Listungen im gesamten DACH-Raum

Inzwischen ist Ketofabrik nicht nur bei Billa und Bipa flächendeckend in Österreich gelistet, sondern auch bei dm, Müller und OMV. Auch international konnten bereits Listungen erzielt werden, etwa bei der deutschen Supermarktkette Tegut oder den Schweizer Ketten Migros, k kiosk und Valora. Zudem komme der Großteil der Käufer:innen über Amazon aus Deutschland, heißt es vom Startup. Insgesamt habe man bislang rund sechs Millionen Riegel verkauft.

Testlistung: Ab Anfang 2026 in 160 Rewe-Filialen

Nun kommt ein weiterer bedeutender Partner in Deutschland hinzu – vorerst im Rahmen einer Testlistung. Ketofabrik setzte sich nämlich bei der „Rewe Startup Lounge“ der deutschen Billa- und Bipa-Mutter als eines von drei Startups durch. Das bedeutet zunächst eine Platzierung in 160 Rewe-Märkten in Deutschland ab Anfang 2026. Bei entsprechend gutem Absatz, könnte daraus eine reguläre Listung in allen mehr als 3.000 Märkten werden.

„Die Zusammenarbeit mit Rewe in Deutschland ist für uns ein bedeutender Schritt in unserer Expansion. Wir freuen uns sehr über die Chance, unsere Produkte in einem der wichtigsten Lebensmittelmärkte Europas zu platzieren,“ kommentieren die Ketofabrik-Gründer Slobodan Stojanovic und Nicola Di Loreto in einer Aussendung.

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Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

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