13.04.2022

Kern Tec geht erstmalig mit eigener Consumer-Brand „Wunderkern“ an den Start

Das österreichische Startup Kern Tec hat eine vollautomatisierte Technologie zur Aufspaltung, Sortierung und Veredelung von Steinobstkernen entwickelt. Nun startet das Unternehmen erstmalig mit einer eigenen Consumer-Brand namens "Wunderkern".
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Kern Tec hat sich auf das Upcycling von Steinobstkernen spezialisiert, die in Europa für die Industrie größtenteils noch immer ein Abfallprodukt darstellen. Das 2018 gegründete Unternehmen betreibt hierfür im niederösterreichischen Herzogenburg in der Nähe der Wachau eine eigene Produktionsanlage. Die Maschinen für die „Kernspaltung“ wurden von Kern Tec teilweise selbst entwickelt und können bis zu einer Tonne Rohstoff pro Stunde verarbeiten. Zum Einsatz kommen hierfür Kerne von Marille, Kirsche & Zwetschke – der brutkasten berichtete.

Der Schritt in den Einzelhandel

Bislang bediente das Startup ausschließlich Kund:innen im B2B-Sektor. Neben hochwertigen Ölen produzierte Kern Tec auch Mehle und legte zudem einen Fokus auf die Proteingewinnung. Im Herbst 2021 folgte dann der Schritt in den Einzelhandel, wobei die Öle nach dem White-Label-Prinzip unter der Billa Eigenmarke vertrieben wurden. Darüber hinaus kommen die Öle auch in der Spitzengastronomie zum Einsatz. So setzt beispielsweise das bekannte Wiener Restaurant Marz & Sohn auf die nachhaltige Innovation aus Österreich.

Kern Tec launcht neue Marke „Wunderkern“

Wie das Startup nun bekannt gab, startet Kern Tec erstmalig mit seiner eignen Consumer-Brand namens Wunderkern. Zum Start gibt es Kirschkernöl, Marillenkernöl, Zwetschkenkernöl und eine Schoko Kern Creme. Die Produkte werden über den eigenen Wunderkern Online Shop und Foodist Österreich vertrieben. Zudem strebt das Unternehmen auch eine Listung im Einzelhandel an. Aktuell kosten die Öle 12,50 Euro für 100ml und die Schoko Kern Creme 7,90 Euro.

Die Produkte sind vielseitig anwendbar und eigenen sich laut Kern Tec zum Verfeinern von zahlreichen Gerichten. Das Kirschkernöl wurde unter anderem auch international mit einer Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft für Öle in Paris ausgezeichnet. Neben Geschmack steht für Kern Tec auch der Kreislaufwirtschaftsgedanke an erster Stelle. Durch die Wiederverwertung der Kerne reduziert sich nicht nur der Wasserverbrauch, sondern auch der CO2-Ausstoß.

Das weitere Wachstum von Kern Tec

Weitere Produkte sind laut Kern Tec bereits in der Pipeline. Zudem soll auch die White-Label-Lösung im B2B-Bereich weiter wachsen. Erst unlängst eröffnete das Unternehmen hierfür ein Büro im 7. Bezirk in Wien. Das Team verfügt derzeit über zehn Mitarbeiter:innen, wobei aktuell Verstärkung im Einkauf & Business Development sowie Sales- und Office-Management gesucht wird.


Videotipp: Kern Tec zu Gast bei One Change a Week

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Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb
Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb

Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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