17.10.2023

Kern Tec: NÖ-Startup bringt veganen Käse auf den Markt und plant USA-Expansion

Das niederösterreichische Startup Kern Tec bringt unter seiner B2C-Marke Wunderkern einen neuen veganen Käse auf den Markt. Zudem plant das Unternehmen mit seiner B2B-Schiene die Expansion in die USA.
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(c) Kern Tec

Erst Ende September gab das Food-Tech-Startup Kern Tec mit Sitz im niederösterreichischen Herzogenburg den Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von zwölf Millionen Euro bekannt. Bereits damals hieß es von Seiten des Startups, dass „demnächst“ neue Produkte gelauncht werden. Rund drei Wochen später erweitert das Unternehmen nun sein Sortiment und bringt einen veganen Käse auf den Markt, der aus geretteten Obstkernen hergestellt wird.

Kern Tec geht mit „Wunderkern Kesä“ an den Start

Der vegane Käse wird künftig unter der Marke „Wunderkern Kesä“ vertrieben und ist ab sofort österreichweit bei Billa Plus erhältlich, wie das Startup am Dienstag bekannt gab. Das Unternehmen schließt damit an den Wunderkern Drink an, einer pflanzlichen Milch-Alternative aus Marillenkernen, der seit letzten Jahr im heimischen Handel gelistet ist.

Der Käse bietet laut dem Startup eine besondere Eigenschaft: „Er schmilzt gerieben – eine Seltenheit bei pflanzlichen Käsealternativen“, so das Unternehmen in einer Aussendung. Zum Marktstart ist der Käse in drei verschiedenen Varianten erhältlich: Berg-Gaudi, Pesto und Tomate-Olive. 

Zusätzlich zum Wunderkern Drink und dem veganen Käse bietet Kern Tec eine Schoko-Creme aus Marillenkernen sowie Delikatess-Öle aus Kirsch-, Zwetschken- und Marillenkernen an. Das Sortiment soll zudem bald um zwei neue Varianten von pflanzlichen Milch-Alternativen erweitert werden.

Startup plant Expansion in die USA

Zudem plant Kern Tec derzeit die Expansion in die USA. Dies soll allerdings nicht über die B2C-Marke Wunderkern, sondern über das B2B-Geschäft erfolgen. „Wir zeigen in Österreich mit der Marke vor wie die Produkte schmecken und wie es bei den Konsument:innen ankommt. Hier sammeln wir eine Menge an Daten. In diesem Bereich geht es gar nicht so sehr darum, dass Marke ein starker Umsatztreiber ist“, so Sebastian Jeschko, Co-Founder von Kern Tec, im brutkasten-Talk.

Sebastian Jeschko war Ende September zu Gast im brutkasten-Talk

Vielmehr sei die Marke Wunderkern ein Sprungbrett, um auf der B2B-Ebene die Steinobstkerne als Rohstoff international bekannt zu machen. „Der nächste Schritt ist die Skalierung in den USA. Hier gibt es einen ganz großen Markt für uns im Bereich alternativer Milchprodukte. Wir treffen hier mit unseren Produkten genau ins US-amerkanische Konsumentenherz“, so Jeschko abschließend.


Videotipp zum Thema pflanzliche Ernährung

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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