23.12.2025

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

Interview. Karin Exner-Wöhrer führt die Salzburger Aluminium Group (SAG). Wie steuert man ein Familienunternehmen sicher durch globale Krisen – und bleibt dabei innovativ?
/artikel/karin-exner-wohrer-sag
Karin Exner-Wöhrer in einer Interviewsituation
Karin Exner-Wöhrer | Foto: Studio Koekart

180 Mio. Euro Umsatz, 950 Mitarbeiter:innen an zehn Standorten und Wurzeln, die bis ins Jahr 1898 zurückgehen: Das ist die Salzburger Aluminium Group (SAG). Seit zehn Jahren steht Karin Exner-Wöhrer an der Unternehmensspitze. Die in Zürich geborene Österreicherin ist in Sierra Leone, Salzburg und Innsbruck aufgewachsen. Ihr Vater hatte die SAG 1992 über ein Management-Buy-out übernommen; Exner-Wöhrer selbst rückte im Jahr 2000 als 28-Jährige in den Vorstand auf und übernahm die Finanzagenden. Mit der Finanzkrise 2008 kam die erste massive Bewährungsprobe – seither wurde die Welt nicht einfacher. Wie führt man sicher durch Krisen, wie bleibt man als Familienunternehmen innovativ und was braucht es, damit Europas Wirtschaft wieder in die Gänge kommt?


Dieser Text ist zuerst als Cover-Story im brutkasten-Printmagazin von Dezember 2025 “Verantwortung” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Langfristig orientiert, kein Schielen auf Quartalszahlen, eine klare Identität – so werden Familienunternehmen häufig wahrgenommen. Aber wie schaffen sie es, innovativ zu bleiben? Eine, die es wissen muss, ist Karin Exner-Wöhrer: Sie ist seit 2015 CEO der Salzburger Aluminium Group (SAG).

Das Unternehmen ist auf Leichtbau spezialisiert, konkret baut es vor allem leichte Aluminium-Kraftstofftanks und weitere Aluminium-Leichtbauteile für Lkw und andere Nutzfahrzeuge; das senkt Gewicht und Verbrauch. Außerdem entwickelt SAG Tanks für extrem kalte flüssige Energieträger wie Flüssigerdgas (LNG) und flüssigen Wasserstoff.

Exner-Wöhrer hat uns im Wiener Büro der SAG empfangen. Im Gespräch blickte sie nicht nur auf die Entwicklung des Unternehmens zurück und gab Einblicke in ihren Führungsstil, sondern richtete auch klare Forderungen an die Politik, wie Österreich wirtschaftlich wieder in die Spur kommt.


brutkasten: Ihr Vater Josef Wöhrer hat 1992 die SAG in einem Management-Buy-out übernommen. War es für Sie schon immer klar, dass Sie in der SAG eine Führungsrolle übernehmen würden?

Karin Exner-Wöhrer: Nein. Als ich studiert habe, war das Thema SAG ja noch keines. Da war mein Vater angestellter Geschäftsführer. Mir war schon immer klar, dass ich in einen Großkonzern einfach vom Naturell her nicht passe. Insofern war das Unternehmerische immer naheliegend, aber die Frage hat sich einfach nicht gestellt – bis von der damaligen Konzernführung die Information kam, dass das Unternehmen nicht mehr in die Konzernstrategie passt und dass es verkauft werden soll.

Da ging es nur um den Standort in Lend, den Rest gab es damals noch nicht. So kam es zum Management-Buy-out. Ich wollte aber noch einmal in die große weite Welt. Ich war dann in London, kam aber doch schnell wieder ins eigene Unternehmen zurück. Ich habe gemerkt, wie viel Freude das macht, wenn man in jungen Jahren Gestaltungsspielraum hat.

Karin Exner-Wöhrer ist CEO der Salzburger Aluminium Group. | Foto: Studio Koekart

Als Sie dann die CEO-Rolle übernommen haben: Kam dabei alles so, wie Sie sich das erwartet haben – zumal Sie ja durch Ihre Laufbahn im Unternehmen sehr gut darauf vorbereitet waren?

Ich glaube, man ist nie auf alles vorbereitet. Wer hätte mit der Finanzkrise gerechnet? Wer hätte mit Corona gerechnet? Wer hätte damit gerechnet, dass wir dann sofort in eine Supply-Chain-Krise kommen? Das sind ja alles Dinge, die man normalerweise nicht am Radar hat. Ich denke, ich war insofern gut vorbereitet, als ich im Unternehmen viele verschiedene Rollen und Abteilungen gesehen hatte. Ich habe das Handwerk von der Pike auf gelernt. Daher habe ich einen sehr tiefen Einblick gehabt – von der Kostenrechnung über Qualitätssicherung bis ins Labor, ich wusste, wie man Schweißproben macht. Das hilft einem schon, weil man weiß, was hinter der Zahl in einer Excel-Tabelle steckt.

Bevor Sie CEO wurden, hatten Sie die CFO-Rolle inne. Wie wichtig war das für Sie später?

Mein Einstieg in diese Führungsrolle kam mit der Finanzkrise. Bei solchen Krisen gibt es die Tendenz, dass der Chief Financial Officer (CFO), der normalerweise eine Nebenrolle spielt, ins Zentrum des Geschehens rückt. Wir hatten damals kein Top-Line-Thema, denn die Top-Line existierte ja nicht.

Wir mussten die Liquidität planen und uns überlegen, wie wir Bankenpakete schnüren können. Der CFO bekommt in so einer Krise einfach eine andere Rolle und ist viel präsenter als andere Funktionen. Das war auch der Trigger, dann den nächsten Schritt zu machen. Es war ja so nicht geplant oder gar determiniert. Aber es hat vom Alter her auch gepasst, und irgendwann ist man selbst auch bereit.

Wie führt man ein Unternehmen durch wirtschaftlich anspruchsvolle Zeiten? Hat ein Familienunternehmen dabei einen Vorteil?

Ich bin kein Freund von Verallgemeinerungen. Entscheidend ist weniger die Eigentümerstruktur als die Kultur. Bei uns heißt das Transparenz. In Krisen rücken wir zusammen und kommunizieren intensiver. Zu Beginn von Corona hatten wir tägliche standortübergreifende Abstimmungen, um Entwicklungen und Kundenreaktionen früh zu erkennen. Probleme sprechen wir sofort an, auch ohne fertige Lösung, Vertuschen macht sie nur größer. Also: Transparenz, Transparenz, Transparenz. Miteinander reden. Anrufen, wenn es drängt – nicht eine Nachricht schreiben.

Und unabhängig von dieser Thematik: Welche Vorteile hat man Ihrer Meinung nach als Familienunternehmen?

Wir pflegen zwei Dinge besonders: einen langen Horizont und kurze Entscheidungswege. Quartalsergebnisse leiten uns nicht, wir orientieren uns an der längeren Linie. Weil wir kleiner sind, müssen wir schneller sein. Dieser längere Atem kann ein Vorteil sein – nicht immer, aber oft.

Karin Exner-Wöhrer führt die SAG seit 2015. | Foto: Studio Koekart

Kommen wir noch einmal zurück zum Thema Führungsrolle: Gelegentlich kursiert ja auch die Annahme, dass CFOs gut für die „Defensive“ seien, dass es für die „Offensive“ dann aber andere Persönlichkeiten braucht – CEOs mit der großen Vision. Ich nehme an, dass Sie dem nicht zustimmen.

Ich glaube nicht, dass das so wichtig ist. Es hängt vieles auch von der Persönlichkeit und den anderen Faktoren ab. Ich hadere aber auch ein bisschen damit, in dem Kontext von CEOs und CFOs zu sprechen; denn ich habe mich eigentlich immer primär als Unternehmerin gesehen – natürlich mit einem Schwerpunkt, der aufgrund meiner Ausbildung finanzlastiger ist. Mein Vater ist ein Vollblut-Techniker, und das war auch die Grundlage für das gute Zusammenspiel zwischen uns beiden.

Auf der Visitenkarte stand die Position natürlich geschrieben, aber für mich war sie nie so wichtig. Ich bin grundsätzlich Unternehmerin, und das heißt, man hat als Kernaufgabe, ganz oben in der Job Description, das Vorausschauende: Was treibt uns an, was zahlt unsere Gehälter in fünf oder zehn Jahren? Wo soll die Reise hingehen? Wo soll sie auch nicht hingehen? Denn auch das ist wichtig.

Was war beispielhaft so eine Entscheidung, bei der Sie gesagt haben: „In diesen Bereich wollen wir bewusst nicht“?

Ich hatte mich – und das ist auch ein gutes Beispiel für unsere Fehlerkultur – vor dem zweiten russischen Angriff auf die Ukraine für den gleitenden Ausstieg aus dem Bereich Defense entschieden. Das geschah sehr bewusst. Ich komme aus einer Generation, in der wir Krieg nur aus Erzählungen kennen. Mit dem zweiten Angriff 2022 habe ich hier ganz konkret umgedacht. Denn das Thema Defense spielte plötzlich eine ganz andere Rolle. Es geht nicht um Angriff – es geht um Verteidigungsfähigkeit. Wir haben hier einen strategischen Schwenk gemacht; wir bauen auf diesem Know-how, das wir weiterhin im Haus hatten, jetzt wieder sehr bewusst und sehr proaktiv auf – weil sich die Zeiten geändert haben.

Was genau bieten Sie in diesem Bereich an?

Unser Thema ist ja immer der Leichtbau – und es geht um Fahrzeuge. Jetzt könnte man denken: Im Defense-Bereich stehen die Fahrzeuge im Feld, es ist feucht und es klebt vielleicht Erde dran – was könnte der Leichtbau hier für eine Rolle spielen? Aber beim Transport dieser Fahrzeuge ins Feld gibt es ein Gewichtsproblem. Dann kommt der Treibstoffverbrauch vor Ort dazu, durch die gesamte Logistik. Unser konkretes Thema sind Behälter. Wir kommen eigentlich aus dem Bereich des Dieseltanks, aber ein Tank kann ebenso Luft enthalten, kann Öl enthalten, Verbandszeug, Schneeketten… Es braucht jedenfalls Tanks und Behälter jeder Art auf verschiedenen Versorgungsfahrzeugen.

Die SAG hat einen sehr hohen Exportanteil. Wie hat sich das Verhältnis zwischen Europa und Nordamerika über die Jahre verändert?

Unsere Kunden sind überwiegend die großen Lkw-Hersteller in Europa und in Nordamerika. Ursprünglich waren wir zu 100 Prozent in Europa. Dann kam Mexiko dazu und wir waren lange im Bereich von 90:10 oder 80:20. Mittlerweile sind wir bei halbe-halbe angekommen. Was uns auch krisenfest gemacht hat, ist, dass für uns zwei Konjunkturzyklen wichtig sind.

Das eine ist der Unterschied zwischen Pkw und Lkw: Der Lkw hat einen ganz anderen Konjunkturzyklus als der Pkw. Wir sind Lkw-Zulieferer – weshalb uns die Herausforderungen, die es im Pkw-Bereich in Europa wirklich umfangreich gibt, nur wenig treffen.

Und das Zweite sind eben die beiden geografischen Standbeine Europa und Nordamerika – die sich von der Konjunktur her auch oft anders entwickeln. Das war schon 2009 nach der Finanzkrise so, und später auch nach der Coronapandemie.

Wie beurteilen Sie derzeit die Aussichten für die SAG?

Europa und die USA sind aktuell nicht gerade in einer Boomphase. Aktuell ist unser Grundgeschäft stabilisiert. Wir erwarten für die nächsten sechs Monate aber keine große Erholung. Allerdings: Das Thema Leichtbau ist grundsätzlich durch die Notwendigkeit getrieben, dass Fahrzeuge leichter werden, weil größere Reichweiten erzielt werden müssen. Wenn es etwa um batteriebetriebene Fahrzeuge geht, ist Leichtbau immer ein Thema. Da geht es nicht nur um den Pkw, denn der Batterie-Antrieb drängt auch sehr stark in den Lkw-Bereich hinein.

Mit Rheocasting haben wir eine Gießtechnologie, die wir als Einzige weltweit auf industrialisiertem Niveau anbieten können. Wir haben drei Bauteile identifiziert, deren Umstellung so viel Gewicht spart, dass rund 120 Kilogramm pro Lkw wegfallen. Wenn man zehn Tonnen Batterie in einen Lkw reinpacken muss, um eine gewisse Reichweite zu erzielen, dann hat so ein Effekt bei wenigen Teilen Zukunft. Das sind die Themen, die uns derzeit stark antreiben. Wir haben ein paar Samen ausgesät, die wir jetzt gießen und die dann hoffentlich auch aus dem Boden sprießen werden.

Wenn Sie 50 Prozent Ihres Umsatzes in Nordamerika machen – inwiefern betrifft Sie die Zollpolitik von US-Präsident Trump?

Karin Exner-Wöhrer: In Nordamerika wissen wir ziemlich genau, welchen Teil des Marktes wir ansprechen wollen. Wir suchen seit einer Weile eine Möglichkeit, in ein anderes Unternehmen zu investieren, das dort schon Gießereierfahrung hat, auf das wir dann unsere Technologie ausrollen können. Ähnliches denken wir übrigens auch in Indien an.

Meine Strategie war immer, möglichst nah beim Kunden zu produzieren. Trumps Politik trifft uns deshalb nicht direkt. Sie trifft uns über ihre Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft, aber nicht über Zollaufschläge. Mein Zugang war immer ein lokaler, wir sind „glocal“, wie man heute sagt: Ein globales Unternehmen, das lokal produziert.

Die Gießprodukte für den nordamerikanischen Markt wollen wir in Nordamerika produzieren, und nicht in Österreich und sie dann in die USA oder nach Mexiko exportieren. Das ist nicht unsere Philosophie und entspricht nicht unserem Nachhaltigkeitsanspruch.

Karin Exner-Wöhrer ist seit 2000 im Vorstand der SAG. | Foto: Studio Koekart

Welche Rolle spielt das Thema Wasserstoff-Antrieb für die SAG?

Unser Kernmarkt ist der Lkw auf der Straße, der lange Distanzen zurücklegt. Mit dem Thema Wasserstoff werden wir hier sehr gerne und richtigerweise assoziiert. Wir reden hier nicht von einem Produkt, das es in Zukunft einmal geben wird: Das Produkt ist da, es funktioniert. Wir warten nur noch darauf, dass in den verschiedenen Kontinenten die Infrastruktur bereitgestellt wird, damit flüssiger Wasserstoff dorthin kommt, wo er gebraucht wird.

Die Politik hat vorgegeben, dass wir mit Batterie fahren sollen. Jetzt hat sich herausgestellt, dass das nicht ausschließlich funktionieren wird. Aber es werden auch keine Rahmenbedingungen gesetzt, dass außer fossilen Treibstoffen Alternativen in ausreichendem Maß bereitgestellt werden. Dieses Problem ist zu lösen – möglichst schnell.

Was ist Ihr Ansatz, um als Unternehmen innovativ zu bleiben? Wie gehen Sie an Innovationen heran?

Wir sind ein Nischenplayer mit einem sehr investitionsintensiven Produkt und müssen uns immer überlegen, wo wir den größten Kundennutzen erzielen. Das passiert im Zusammenspiel mit dem Kunden. Wir sprechen miteinander und sehen uns an, wo der Schuh drückt. Dann versuchen wir, daraus eine Lösung zu kreieren. Dann laufen unsere Ingenieure los und beginnen zu überlegen, wie das funktionieren könnte.

Wir hatten beispielsweise die Aufgabenstellung, dass vorgegeben ist, wie viel Platz wir am Lkw haben, und innerhalb dieses Platzes müssen wir 1.000 Kilometer Reichweite reinpacken. Da entsteht schnell ein eigenes Zusammenspiel mit den Kolleginnen und Kollegen in der Fertigung, die das ja in weiterer Folge umsetzen müssen. Es bringt nichts, wenn etwas am Computer oder in einem Digital Twin gut aussieht, ich es aber nachher nicht wirtschaftlich produzieren kann. Unser Vorteil ist, dass wir die Fertigung vor Ort haben.

Und zu diesem engen Zusammenspiel möchte ich auch der Politik etwas mitgeben: In Österreich gehen aktuell in ganz starkem Ausmaß Industriearbeitsplätze verloren. Der Grund dafür sind die Kostenentwicklungen bei Personal und Energie in den vergangenen Jahren. Wenn wir aber nicht mehr hier fertigen, werden wir wahrscheinlich auch das Engineering und die Entwicklungsleistung nicht mehr hier haben.

Das heißt, das Risiko einer Deindustrialisierung Österreichs oder Europas, vor der ja häufig gewarnt wird, sehen Sie auch sehr stark?

Das ist bereits Realität und ist zum Teil auch gar nicht mehr rückgängig zu machen. Vielleicht können wir es aber verlangsamen oder teilweise stoppen. Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa.

Und als Hauptgründe sehen Sie die Entwicklung bei Personalkosten und Energiepreisen?

Ja. Das wurde in unterschiedlichen Ländern Europas auch unterschiedlich gehandhabt. Frankreich hat beispielsweise eine ganz andere Energiepolitik verfolgt; in Italien wurde eine andere Lohnpolitik umgesetzt, man hat Gehaltserhöhungen für ein Jahr ausgesetzt. In Österreich haben wir die Gehälter um zehn Prozent oder mehr pro Jahr erhöht.

Wir haben in Österreich auch vorher schon immer etwas stärker erhöht als beispielsweise Deutschland. Damit konnte man umgehen, auch aufgrund von Produktivitätssteigerungen. Aber die Schere ist mittlerweile viel zu massiv aufgegangen. Hier ist eine Schere aufgegangen. Wir zahlen das Dreifache des Gehalts einer vergleichbaren Rolle in Norditalien – eine starke Industrieregion drei Stunden von uns entfernt.

Was wäre aus Ihrer Sicht hier die Lösung – moderate Lohnabschlüsse über mehrere Jahre hinweg?

Karin Exner-Wöhrer: Wenn wir ein, zwei Jahre mal sehr, sehr moderate Abschlüsse haben – Nulllohnrunde will man ja gar nicht sagen –, dann kriegen wir das schnell wieder hin. Das gilt für die Pensionserhöhungen genauso. Und ich bin es niemandem neidig: ganz im Gegenteil. Aber wenn wir uns um den Wirtschaftsstandort bemühen wollen, dann braucht es andere Signale.

Natürlich müssen wir Rücksicht nehmen auf Geringverdiener, Lehrlinge, auf die alleinerziehende Mutter zu Schulanfang. Das sind alles schwierige Themen, die gelöst gehören. Aber wir sollten nicht mit der Gießkanne verteilen.

Wenn ich mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort spreche, dann wissen alle, wo das hinführt. Die verdienen lieber heute ein paar Prozentpunkte weniger und haben dafür in zehn Jahren noch einen Job.

Was wäre im Energiebereich notwendig?

Karin Exner-Wöhrer: Ein wesentlicher Teil der Energiekosten sind Steuern; ein wesentlicher Teil der Energiekosten sind in Zukunft die Kosten für den Green Grid. Auch das geht anders. Da wird von uns sehr früh sehr viel verlangt, was sehr teuer ist. Wenn man das ein bisschen strecken würde, könnte man diese Kosten auf eine längere Zeit verteilen. Das würde zu einer Entlastung führen.

Aber setzt sich die Politik dann nicht möglicherweise dem Vorwurf aus, den Kampf gegen den Klimawandel nicht ernsthaft zu betreiben?

Karin Exner-Wöhrer: Der Klimawandel ist unbestritten. Als Familienunternehmen tragen wir Verantwortung über Generationen und nehmen das sehr ernst. Was wir aber völlig absurd finden, ist die ausufernde Bürokratie: Wir wollen genau wissen, wie viel CO₂ unsere Produkte über den gesamten Lebenszyklus verursachen, aber wir müssen nicht jeden einzelnen Schritt mit Formularen belegen, wie es etwa das Lieferkettengesetz verlangt.

Statt alle mit Aufwand zu überziehen, sollte man gezielt jene hart sanktionieren, die Regeln missachten. Die anderen wollen ja regelkonform arbeiten, die Vorgaben müssen aber praktikabel sein; und die Bürokratie muss auf ein Minimum reduziert werden, wenn sie keinen Mehrwert schafft.

Verfolgen Sie für die SAG eher eine langfristige Vision oder handeln Sie Schritt für Schritt und pragmatisch?

Wir haben eine klare, langfristige Zielrichtung – wir wissen, auf welchen Berg wir wollen. Die Route dorthin bleibt flexibel. Dafür haben wir Leitplanken definiert; in welchen Bereichen wir tätig sein wollen und in welchen nicht. Unser Spektrum ist breiter geworden: Lkw, Defence, Railway, auch Luftfahrt schließen wir nicht aus.

Innerhalb dieser Leitplanken steuern wir auf das Ziel zu und passen den Weg an, wenn Unvorhergesehenes eintritt – wie etwa die Zoll-Thematik, Corona oder auch künftige geopolitische Veränderungen. Da müssen wir flexibel bleiben und vorbereitet sein. Das ist Alltag geworden.

Deine ungelesenen Artikel:
24.07.2026

Boris Nemšić:“Demokratie ist keine Ausrede dafür, dass alles so lange dauert“

„We are not fucked yet": Mit dieser Ansage sorgte Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel für Aufsehen. Im brutkasten-Interview spricht er über den Standort Europa, überbordende Regulierung, das KI-Rennen und eine Idee, die er der Republik schon 2011 vorgeschlagen hat.
/artikel/boris-nemsic-interview
24.07.2026

Boris Nemšić:“Demokratie ist keine Ausrede dafür, dass alles so lange dauert“

„We are not fucked yet": Mit dieser Ansage sorgte Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel für Aufsehen. Im brutkasten-Interview spricht er über den Standort Europa, überbordende Regulierung, das KI-Rennen und eine Idee, die er der Republik schon 2011 vorgeschlagen hat.
/artikel/boris-nemsic-interview
Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel | Foto: Martin Pacher | brutkasten

Boris Nemšić zählt zu den prägenden Figuren der österreichischen Telekom-Geschichte. 1957 in Sarajevo geboren, kam er 1984 nach Wien, promovierte an der TU Wien und stieg 1997 bei der mobilkom austria ein, die er später als CEO zu einer der führenden Mobilfunkgruppen Zentral- und Osteuropas ausbaute. Bis Anfang 2009 stand er an der Spitze der Telekom Austria Group, danach wagte er den Sprung nach Russland und führte bis 2010 den Telekom-Konzern VimpelCom.

Heute lebt Nemšić in Dubai und ist längst fixer Bestandteil des Startup- und Investoren-Ökosystems: Er ist Industry Advisor bei KKR im Technologie-Bereich, Gründungsmitglied der Austrian Angel Investors Association (aaia) und Aufsichtsrat in mehreren Hightech-Unternehmen, darunter die börsennotierte Frequentis AG. Als Beiratsvorsitzender begleitete er den kroatischen Kommunikationsanbieter Infobip auf dem Weg zum ersten Unicorn des Landes. In Österreich ist er unter anderem am Drohnen-Software-Startup Dimetor, am Fintech Seasonax und am Grazer Video-Tech-Unternehmen eyeson beteiligt.

Beim Business Angel Summit in Kitzbühel saß Nemšić am Panel „Quo vadis Europa und Austria“, das mit der provokanten Frage „Are we fucked?“ eröffnet wurde. Seine Antwort dort machte die Runde, im Gespräch mit brutkasten führt er aus, was er damit meint, warum er das Rennen um generative KI noch nicht verloren gibt und woran seine eigene Initiative gegen SMS-Spam gescheitert ist.


brutkasten: Du bist heuer beim Business Angel Summit und bist in mehrere österreichische Startups investiert. Wie würdest du deine Rolle als Investor selbst beschreiben?

Boris Nemšić: Business-Angel-Investor wäre zu breit als Beschreibung. Was ich für mich selbst gemacht habe, waren frühe Investments, schon in den Zehner-Jahren, in Startups, die in meinem Gebiet tätig sind: Technologie, Telekommunikation, ICT. Dort bilde ich mir ein, dass ich mich ein bisschen auskenne, was nicht immer stimmt. Aber das mache ich mit vollem Herzen. Es geht nicht um ein Finanzinvestment als solches, sondern darum, ob ein Produkt einen Nutzen für die Kunden bringen kann und die Technologie weiterbringt. Und vielleicht ergibt sich auch eine Wertsteigerung.

Gab es in deiner Investorenlaufbahn schon erfolgreiche Exits?

Ich habe bis jetzt größte Misserfolge dokumentiert. (lacht) Die Erfolge kommen noch. Obwohl, ich hatte auch einige, allerdings hauptsächlich in Verbindung mit meiner Tätigkeit für KKR, wo ich Industry Advisor bin und mitinvestieren darf. Das waren durch die Bank hervorragende Investments.

Hast du einen spezifischen Branchenfokus? In welcher Phase steigst du ein?

Natürlich schaue ich, dass ich in einer frühen Phase einsteige, weil da die Tickets so sind, dass ich sie persönlich stemmen und die Chancen ergreifen kann. Es ist hauptsächlich ICT, alles, was sich um die Telekom- oder IT-Industrie dreht. Ich hatte auch positive Exits im Education-Bereich, aber wieder IT-getrieben. Das Gebiet, das mich derzeit sehr interessiert, sind Drohnen. Allerdings Drohnen im Sinne der Kommunikation mit Drohnen, nicht die Drohne selbst. Ein fliegendes Objekt kann fast jeder bauen. Die Frage ist, wie man Drohnen beyond line of sight, also auf lange Distanzen, reguliert und verkehrstechnisch richtig steuert. Man braucht Command and Control. Dass Drohnen inzwischen eher eine Dual-Use- und Defense-Geschichte geworden sind, hat die Geschichte ergeben.

Bei welchem Unternehmen bist du da engagiert?

Bei Dimetor in Österreich, dort bin ich Mitinvestor. Zwei meiner guten Freunde kommen von der gleichen Schule, der TU Wien, junge Doktoranden damals, als ich noch auf der Uni tätig war. Das ist eigentlich ein Brainpool, der fantastisch ist. Wir haben Produkte, die sowohl zivil als auch für Defense möglich sind. Zum Beispiel können wir fliegende SIM-Karten entdecken. Und wenn diese fliegende SIM-Karte in einer Drohne ist, dann kann es unangenehm werden. Wir können das detektieren, und dann kann man entscheiden: Ist das eine freundliche oder eine feindliche? Und dann tut man was damit.

Du lebst aktuell in Dubai. Schaust du dir von dort aus weltweit Startups an oder hast du dennoch einen Österreich-Fokus?

Ich habe vor allem einen Europa-Fokus. Ich habe in Kroatien sehr viel gearbeitet und das erste Unicorn Kroatiens mitbetreut, als wir diese Bewertung bekommen haben. Dubai ist natürlich ein unglaublicher Umschlagplatz. Dort gibt es sehr interessante Firmen, die aus irgendeinem Grund dort ansässig geworden sind. Ich glaube kaum, dass Leute hinkommen und sagen: Ich mache jetzt in Dubai ein Startup, weil Dubai. Das ist nicht der Fall. Dubai hat den Vorteil, sehr nahe an Indien, Bangladesch und Pakistan zu sein, mit einem großen Ingenieurs- und Wissenspool.

Beim Panel „Quo vadis Europa und Austria“ wurdest du gefragt: „Are we fucked?“ Deine Antwort?

Ich habe es ein bisschen frech ausgedrückt: We are not fucked yet. Wir sind im Vorspiel. Das heißt, es kann alles rauskommen. Was ich gemeint habe: Wir nehmen diese Dinge noch nicht ernst. Das ist ein Kritikpunkt, den ich mich traue, sehr laut zu sagen. Was ist Europa? Es ist ein Friedensprojekt. Wir sind reich, wir sind frei, wir sind eigentlich die beste Gegend der Welt. Jeder will zu uns kommen. Und was jetzt passiert, ist: Wir schlafen fast ein und reagieren nicht auf die Entwicklungen, die rund um uns sind. Sind das Kriege? Leider. Sind das Entwicklungen wie AI? Sind das Businessentwicklungen? Am Ende brauchen wir Wachstum, wir brauchen eine funktionierende Wirtschaft. Was wir als Europa machen, ist hauptsächlich Fokussierung auf Regulierung und Verlangsamung von allem Möglichen. Mich wundert nur, dass sie noch nicht sagen: Ein Fußball darf nicht schneller als sechzig Kilometer pro Stunde fliegen, weil sonst ist es nicht fair. Ich sage das bewusst überspitzt. Es ist traurig, dass wir unsere hervorragenden Ressourcen, unser Wissen, unsere Leute, unser Entrepreneurship verwalten, statt sie freizulassen. Das ist keine Kritik an Österreich. Österreich hat manchmal vernünftige, manchmal supergute Ansätze. Wir können nur als ganzes Europa erfolgreich sein in diesem Rennen.

Kannst du das konkretisieren?

Ich sage es in einer Metapher: In Wien habe ich in der Wohnung meines Sohnes leider fünfzehn Megabit pro Sekunde Internetverbindung. Und er ist weltweit in Competition mit Südkoreanern, die ein Gigabit haben. Wer wird gewinnen? Oder: Wir haben sechzehn Jahre gebraucht, um den Hochspannungsring in Österreich zu schließen. Gott sei Dank ist es, dank dem Verbund und den anderen, zu keinem Blackout gekommen. Wir waren ein paar Mal sehr nahe dran. Warum haben wir das nicht schneller gemacht? Weil wir alles schützen außer den Menschen. Wir schützen jede Pflanze, Hochachtung. Jede Schnecke, Hochachtung. Nur der Mensch, habe ich den Eindruck, ist nicht so wichtig. Ich überspitze ganz bewusst. Da soll man sehr viel pragmatischer sein. Wenn wir schauen, wer heute erfolgreich ist: Es sind die pragmatischen Zugänge, ob in Dubai, in den Emiraten, in China oder in den USA. Ein Problem wird erkannt und die Lösung wird gesucht. Und nicht der Prozess zur Lösung.

Fairerweise muss man sagen: Das sind unterschiedliche politische Systeme. Europa ist eine Demokratie mit 27 Mitgliedstaaten.

Du hast recht. Nur das politische System soll den Menschen dienen und nicht die Menschen behindern. Das ist der große Unterschied. Wir können uns nicht damit rühmen, dass wir ein besseres System haben. Ja, wir haben es. Nur wenn das System uns behindert, dann soll man das System so anpassen, dass es für uns gut ist. Das ist so banal. Aber wir verlieren uns in Parteien, in Strukturen, in Diskussionen. Und im Endeffekt: Ich will Strom haben. Ich will Internet haben. Ich muss Gesundheit haben, Education haben. Es ist keine Ausrede, dass es so lange dauert, weil wir eine Demokratie sind. Das ist eine faule Ausrede, die ich persönlich nicht akzeptieren kann. Noch einmal: Ich lobe keine Diktaturen und Königreiche, bei Gott nicht. Aber wenn man sich anschaut, was in den Emiraten passiert: Es wird ein Ziel gesetzt, das der Wirtschaft, den Menschen, der Entwicklung dient. Und dann wird das durchgezogen.

Wo siehst du das Problem, wenn nicht in einer Fehlkommunikation zwischen Industrie und Politik?

Du bist ja sehr nett. Wenn man Dinge falsch macht, dann sagt man, es ist falsche Kommunikation. Das lasse ich nicht gelten. Die Politik hat alle Möglichkeiten, sich beraten zu lassen, und muss das gesamtheitlicher sehen. Die Politik ist nicht blöd. Sie hat leider oft Partikularinteressen. Und es ist eine nachvollziehbare, aber schwierige Situation, dass immer irgendwo Wahlen sind. Wenn das Interesse an einer Partikularwahl das große ganze Ziel überwiegt, dann haben wir ein Problem. Wenn wir nicht in der Lage sind, das zu lösen, dann werden Systeme, die dieses Problem nicht haben, die Oberhand gewinnen. Schau, was China ist: eine Planwirtschaft, ein Einparteiensystem, alles, was wir eigentlich nicht wollen. Aber die wesentlichen Dinge machen sie richtig. Die haben uns innerhalb von dreißig Jahren in unheimliche Abhängigkeiten gebracht. Unglaublich. Und ich bin sicher, dass das viele Menschen in Europa erkannt haben, nicht heute, sondern vor zwanzig Jahren. Warum reagieren wir nicht? Weil wir kurzfristige Ziele setzen. Das Ziel ist das nächste Quartal, das Ziel ist die nächste Wahl. Statt das große Ganze zu sehen. Wir haben die Wissenschaft, wir haben Hirn, wir haben Geld, wir haben Ressourcen, um breiter und größer zu denken. Nur irgendwo am Weg verlieren wir uns.

Hast du ein Beispiel, wo du selbst an dieser Regulierung gescheitert bist?

Ich habe mich die letzten zwei, drei Jahre mit SMS-Spam beschäftigt. Jeder von uns bekommt irgendwelche blöden SMS, wo oben eine Bank steht, Unicredit oder Bitpanda oder was auch immer, und drinnen steht irgendein Scam. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht: Wie kann man das verhindern? Weißt du, woran ich gescheitert bin? Am deutschen Briefgeheimnis. Das deutsche Briefgeheimnis wird auf SMS angewendet. Wie rückständig und ignorant muss man sein, um das anzuwenden? Es geht darum: Darf ich in den Header der SMS hineinschauen? Wenn dort Unicredit steht und ich erkenne, das ist die falsche Nummer, dann ist es Scam, und dann filtere ich es aus. Es ist so einfach. Die Erklärung ist: Das ist ein Verfassungsgesetz in Deutschland, es geht nicht. Und die Bevölkerung hat Millionen an Schaden. Wen schützen wir jetzt? Die armen Menschen, die auf das reinfallen und Millionen verlieren? Oder wen schützen wir da? Wenn ich krank bin, soll historisch gesehen auch ein Arzt kommen und mir Blut rauslassen statt eine CT zu machen. Ich meine, das ist absurd. Man muss mit der Zeit gehen.

Die Bundesregierung hat einige Maßnahmen für das Innovationsökosystem gesetzt, Stichwort Dachfonds. Wie bewertest du das?

Ich bewerte es positiv, eindeutig positiv. Ich habe mich 2011 als Chef der ÖIAG beworben. Bin es nicht geworden, Gott sei Dank. Eine meiner Thesen damals in meinen Bewerbungsunterlagen war, dass die ÖIAG-Companies, heute ÖBAG, einen Teil ihrer Dividende in einen Forschungsförderungsfonds oder Startup-Fonds einzahlen sollen, damit wir einen Geldpool haben, mit dem wir dieses Ökosystem stärken.

Das war vor fünfzehn Jahren. Jetzt wird genau das diskutiert.

Eben. Wenn eine Idee kommt und man sie fünfzehn Jahre später diskutiert, darf ich ein paar Fragezeichen stellen. Es gibt einen Punkt: Die Zeit kannst du nicht kaufen. Die Zeit kann man fast nie mit Geld erschlagen. Und ich glaube, wir gehen sehr sorglos mit der Zeit um. In der Wirtschaft ist das noch schlimmer.

Gibt es Tipping Points, die schon erreicht sind? In generativer KI etwa haben wir das Rennen doch verloren.

Nein, glaube ich nicht. Da bin ich anderer Meinung als einige Teilnehmer im Panel. Ich bin sicher, dass man das in drei Jahren aufholen kann. Weil das ist pure Force: Du nimmst so viel Geld, baust so viele Data Center. Wir haben die Wissenschaft, wir haben die Leute, die das können. In drei Jahren, so wie DeepSeek das gemacht hat, können wir es schaffen. Das Rennen ist nicht verloren. Es ist nur die Entscheidung, ob man es macht oder nicht. Mir wäre am liebsten, dass wir überhaupt nicht auf die Idee kommen müssen. Nur die Situation ist so, dass irgendjemand in den USA, China oder wo immer sagen kann: Mir gefällt überhaupt nicht, dass Österreich LLMs oder KI hat, ich drehe es ab. Das darf nicht passieren. Das heißt, wir brauchen einen gewissen Grad an Autonomie. Das heißt nicht, dass wir alles nachbilden und doppelt haben müssen. Aber man muss einen gewissen Grad an Selbstständigkeit haben oder mindestens Hebel, um diese Selbstständigkeit erhalten zu können.

In Europa ist nur ASML ein wichtiger globaler Player. Und nachdem er der Einzige ist, ist man erpressbar. Gott sei Dank haben wir das. Aber da sind wir nicht unbedingt die großen Meister. Ich habe noch die Hoffnung, dass sich die KI in eine Richtung entwickelt, dass die Industrievertikalen, die KI anwenden, so stark werden, dass sie sich selbstständig entwickeln. Eine wird in Europa sein, eine in Amerika, eine in Österreich, egal wo. Das wird sich ausgleichen. Aber die Infrastruktur muss man haben. Und auch damit gehen wir nicht besonders proaktiv um. Es ist blöd, dass ein Glasfaseranschluss in Österreich und Deutschland Pi mal Daumen dreitausend Euro kostet und gleichzeitig in Spanien zweihundertsechzig Euro. Es gibt ein paar Gründe dafür, ein paar sind legitim. Aber die Mehrzahl der Gründe ist einfach erfunden. Da sieht man, wie inkonsistent wir agieren.

Du hast sehr viel erreicht in deiner Karriere. Welche Ziele hast du dir noch gesteckt?

Ich habe mir in meiner Karriere, Karriere unter Anführungszeichen, nie persönliche Ziele gesetzt. Ich habe Business-Ziele gesetzt: Wenn ich Vorstand einer Firma bin, will ich diese und jene Ziele erreichen. Aber keine persönlichen Ziele, weil man so offen und so breit sein muss, dass man entscheiden kann, ob man eine Chance wahrnimmt oder nicht. Ich bin nach Russland gegangen, obwohl ich überzeugt bin, dass ich den besten Job in Österreich hatte, zehn Jahre lang.

Beim Summit haben zwölf Startups gepitcht, die noch am Anfang stehen. Was gibst du jungen Unternehmer:innen mit auf den Weg?

Es war interessant, dass die zwölf aus sehr verschiedenen Ecken kommen, was gut ist. Ich persönlich glaube an Startups, die entweder etwas sehr tangibles machen oder ein Businessmodell haben, das global anwendbar ist. Das kann eine kleine Sache sein, aber global anwendbar. Ich hoffe, sie denken in die Richtung, dass sie nicht nur ein kleines Problem lokal lösen, sondern dass ihre Plattform oder ihr Produkt eine globale Anwendung haben kann. Da gibt es viele Chancen, und auch viele Dinge, die man gut überlegen muss.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Europa braucht wieder Lust auf Industrie und die Industrie braucht wieder Lust auf Europa“