01.09.2025
FREIWILLIGES ENGAGEMENT

Kärntner Startup Inmojo vernetzt Freiwillige mit Organisationen und belohnt Engagement

Mit dem Motto „freiwillig bringt’s“ will Inmojo ehrenamtliche Arbeit attraktiver machen. Über die Plattform finden Freiwillige und Organisationen zueinander – ein integriertes Belohnungssystem soll zusätzlich motivieren, sich zu engagieren.
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Daniel Schöffmann (Gründer), Georg Samer (Backend und Datenbank), Daniel Hasler (Frontend Design), Eva Torkar (Graphic Design und UI/UX). Foto: inmojo

Freiwillige Arbeit lebt vom guten Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Reicht das heutzutage noch – ein Gefühl? In einer Welt voller Rankings, Likes und Belohnungssystemen braucht es mehr als das stille Helfen. Genau hier setzt das Kärntner Startup Inmojo an: eine App, die Freiwillige für ihr Engagement mit Auszeichnungen, Level-Ups und Ranking-Systemen belohnt. Wer bei einem Projekt hilft, steigt direkt ein Level auf – wie in einem Handyspiel, bei dem man schnell süchtig wird.

Gründer und „Visionsträger“ Daniel Schöffmann – so bezeichnet ihn seine Website – hat tatsächlich eine Vision: „Wir glauben daran, dass diese Plattform ein innovativer Zugang ist, um das Gemeinschaftswohl wieder zu fördern. Es soll die Möglichkeit geboten werden, wieder mehr zusammenzurücken, zusammenzukommen und einander zu helfen.“

Mit spielerischen Elementen will Inmojo auch jene Freiwilligen erreichen, die bisher nicht von Vereinen, Unternehmen oder Organisationen angesprochen wurden. Das Ranking-System soll dabei einen „gesunden Wettbewerb“ schaffen. Sind Menschen so einfache Wesen?

Gemeinde Velden macht es vor

In einer „Pilot“-Gemeinde ist das Projekt bereits im Jänner 2025 gestartet, und zwar in Velden am Wörthersee. Seither haben sich über 100 aktive Freiwillige mit mehr als 300 Freiwilligenstunden in 23 Organisationen engagiert. Damit konnten 30 Projekte realisiert werden. Im September sollen zwei weitere Gemeinden dazukommen. Momentan ist Inmojo mit weiteren Gemeinden im Gespräch. „Wir sehen immer mehr, welchen starken Bedarf Gemeinden an freiwilligem Engagement haben“, sagt Daniel Schöffmann.

Zurück zum Anfang – und zum Kopf hinter Inmojo

Schöffmann war schon während seines Studiums in der Gründungsszene unterwegs, hat bei diversen Startups mitgearbeitet und besuchte Vorlesungen zum Entrepreneur-Wesen. Also prädestiniere nicht nur sein Name, sondern auch sein Werdegang die Schöpfung eines Startups.

Mit seiner Idee, die anfangs noch eher im sozialen Bereich verankert war, ging er zum Gründungszentrum. Zwei Jahre feilte Schöffmann an dem Konzept und merkte schnell, dass die Gamification, also die spielerischen Elemente, vor allem das ist, was sein Startup von anderen unterscheide. Außerdem: „Wir vereinen als erste österreichische Plattform alles unter einem Dach.“ Sonst würden solche Projekte meistens über E-Mail-Verteiler laufen oder wären staatlich finanziert, die dann wiederum nicht weiterentwickelt werden. Schöffmann nennt das gescheiterte Projekt Kaufhaus Österreich als Beispiel dafür.

Schöffmann sieht als Vorteil gegenüber staatlich finanzierten Projekten ihr privatwirtschaftliches Interesse: „Wir verbessern laufend unser Produkt für unsere Kunden.“

Was sind die Finanzierungspläne von Inmojo?

Es gibt zwei Abo-Modelle. Gemeinden können ein Bündel an Lizenzen erwerben und diese an Vereine, Feuerwehren oder Unternehmen vor Ort weitergeben; zusätzlich zahlen sie dafür 9 Euro im Monat. Einzelne Unternehmen, die direkt einsteigen wollen, zahlen 20 Euro monatlich. Durch das Abo-Modell und zukünftig auch durch Förderungen will sich Inmojo finanzieren. Momentan besteht das Team mit Schöffmann aus vier Personen, die alle angestellt sind. Der Umsatz des Unternehmens kommt aktuell von der Pilot-Gemeinde Velden.

Zukunft von Inmojo

Inmojo soll sich Schritt für Schritt in Gemeinden in ganz Kärnten ausbreiten. In drei Jahren will die Plattform in allen Bundesländern vertreten sein, in fünf auch in der DACH-Region – und dann könnte die Internationalisierung in den englischsprachigen Raum kommen. Freiwilliges Engagement ist wohl in jedem Land Thema. Für Schöffmann ist seine Plattform „eine Möglichkeit, Projekte mit Herz realisierbar zu machen.“

Abschließend möchte er noch mitgeben: „Wir müssen ein bisschen mehr weg vom Individualismus und mehr zum Kollektiven kommen, uns gegenseitig unterstützen. Wir glauben fest daran, dass die Plattform dazu ein innovativer Zugang ist.“

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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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