27.06.2018

Junior Company Programm: Pocketwingcard siegt im Österreichwettbewerb 2018

Auch dieses Jahr fand wieder der Österreichwettbewerb im Rahmen des Junior Company Programms der Junior Achievement Austria statt. Die LandessiegerInnen aus sieben Bundesländern präsentierten ihre gegründeten Unternehmen im Foyer der Wirtschaftskammer Österreich, um den Titel als beste Junior Company Österreich 2018 zu erringen.
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Junior Company Programm
(c) Michael Appelt. Das Gewinnerteam von Pocketwingcard.

Über 3500 SchülerInnen nahmen am diesjährigen Wettbewerb im Rahmen des Junior Company Programm  der Junior Achievement Austria teil. Im Zuge dessen gründeten sie innerhalb des Schuljahres rund 300 Junior-Unternehmen. Dabei arbeiteten die ProjektteilnehmerInnen selbstständig in Teams und nahmen Ideenfindung, Planung, Produktion, Marketing sowie Verkauf in die Hand. Während des Projektes kümmerten sich Junior-LehrerInnen und Wirtschaftstreibende um die SchülerInnen, sodass Relevanz und Realitätsbezug sichergestellt blieben. „Unternehmer-Sein ist für die Jugendlichen von heute ein spannendes Feld, in dem sie sich gerne erproben wollen und damit legen sie mit ihrem Engagement und ihren Ideen einen wichtigen Grundstein für den weiteren Erfolg des heimischen Wirtschaftsstandortes“, erklärt Jürgen Roth, Vizepräsident der WKO.

+++ JA Marketplace Vienna: Sechs siegreiche Schülerunternehmen +++

„Gold“ für Pocketwingcard aus Graz

Der erste Platz beim Österreichwettbewerb 2018 geht an Pocketwingcard der HTL Bulme Graz-Gösting. Pocketwingcard entwarf Werkzeugkarten mit bis zu 17 verschiedenen Funktionen, die in jede Geldbörse passen. Als Preise gab es hierfür ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro, einen Design Thinking Workshop im Wert von 3000 Euro (gesponsert von Accenture) sowie ein Media Package vom Brutkasten im Wert von 5000 Euro.

Junior Company Programm
(c) Michael Appelt. Die FinalistInnen des diesjährigen Junior Österreichwettbewerbs nach der Preisverleihung.

Time2Design holt zweiten Platz, Broken Sticks wird dritter Sieger

Die Junior Company Time2Design (Modeschule Hallein) gewann mit selbstdesignten Glasflaschen den zweiten Platz. Das Team kann sich ebenfalls über ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro (gestiftet von i2b Businessplan-Initiative) freuen. Ferner erhält es einen Sommervorrat an Getränken von Coca-Cola. Die GründerInnen von Broken Sticks der HAK Feldkirch holten sich den dritten Platz mit ihrer Idee, aus gebrauchten Eishockeyschlägern und Sporttrikots Fanartikel herzustellen. Experis (ManpwerGroup) honorierte dies mit 200 Euro Preisgeld und Coca-Cola ebenfalls mit einem Sommervorrat an Getränken.

Junior Company Programm integriert Entrepreneurship Education in Schulalltag

Erstmals wurde heuer auch die beste Betreuungslehrkraft von den SchülerInnen nominiert. Die Ehrung erhielt schließlich Katharina Zelenka (HTL Mödling), die unter anderem den Landessieger aus Niederösterreich – Woodart – begleitete. Mit über 150 teilnehmenden Schulen in ganz Österreich ist das Junior Company Programm ein wertvoller Beitrag zur Integrierung von Entrepreneurship Education in den Schulalltag.

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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