23.03.2021

In Österreich gegründetes Scaleup holt sich 150 Mio. Dollar in den USA

Jumio wurde ursprünglich von Daniel Mattes in Österreich gegründet und ist nun ein stark wachsendes Scaleup in den USA.
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Jumio identifiziert Menschen über AI-Bilderkennung © Jumio
Jumio identifiziert Menschen über AI-Bilderkennung © Jumio

Das Scaleup Jumio hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2010 von Daniel Mattes in Österreich gegründet, schlitterte das Jungunternehmen 2016 in den USA in Konkurs und wurde neu aufgestellt. Jetzt holt sich das Scaleup, das Nutzer mittels Scan des Ausweisbildes identifiziert, in einer Finanzierungsrunde satte 150 Millionen Dollar. Wie US-Medien berichten, steigt damit das von Investoren aufgenommene Kapital in Summe auf 163 Millionen Dollar. Die aktuelle Runde wurde von dem VC Great Hill Partners angeführt.

2020 mehr Identitätsprüfungen denn je

Die Coronazeit hat dem Scaleup starken Aufwind gebracht, da digitale Identifikations-Verfahren stärker nachgefragt waren. „Die Pandemie beschleunigte die digitale Transformation, da physische Standorte und persönliche Überprüfungen unmöglich wurden. Kunden setzten stärker auf digitale Transaktionen, wodurch bei Unternehmen der Bedarf, die Identität der Nutzer zu überprüfen, die in die Höhe schoss. Jumio verarbeitete 2020 mehr Identitätsprüfungen als in jedem anderen Quartal in der Unternehmensgeschichte“, sagt Jumio-CEO Robert Prigge zu dem US-Portal Venture Beat.

Anti-Geldwäsche-Plattform übernommen

Das Scaleup beschäftigt laut Bericht mittlerweile mehr als 1.500 Mitarbeiter in Amerika, Europa und Asien. Mehr als 80 Mitarbeiter sind es derzeit laut Aussendung in Wien und Linz. Jumio gehört der Private-Equity-Firma Centana Growth Partners und zählt andere US-IT-Firmen wie Instacart, Airbnb oder Coinbase genauso zu seinen Kunden wie etwa die Fluglinie United Airlines. 2020 hat das Unternehmen mit Beam Solutions eine Anti-Geldwäsche-Plattform zugekauft. Die Software nutzt AI, um Nutzer in digitalen Services für die Eröffnung von Konten, zur Alterskontrolle oder Betrugs-Prävention sicher zu identifizieren.

Der österreichische Gründer Mattes hatte Jumio bereits 2015 verlassen. Er wurde in weiterer Folge von der US-Börsenaufsicht SEC wegen Ungereimtheiten beim Verkauf von Unternehmensanteilen angezeigt und strebte einen Vergleich mit Jumio-Investoren an. 2013 war Mattes in der ersten Staffel der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ Juror und gründete 2018 in Österreich die AI-Firma 42.cx, die unter anderem einen börsegehandelten Fonds für Künstliche Intelligenz auflegte.

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Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda (c) Bitpanda
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Bitpanda gab heute bekannt, dass CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad im ersten Quartal 2027 zurücktreten wird. Bis zu seinem Ausscheiden bleibt er CEO und wird das Unternehmen weiterhin leiten. Danach wechselt er zur Erste Group, wie CEO Peter Bosek per LinkedIn-Post bekannt gibt. Der Bitpanda-Verwaltungsrat hat laut Aussendung eine strukturierte Suche nach Enzersdorfer-Konrads Nachfolge eingeleitet, bei der sowohl interne als auch externe Kandidaten berücksichtigt werden.

Bitpanda: Trummer als Co-CEO

Als Co-Founder und Chief Scientist bringt Christian Trummer Erfahrung in der Entwicklung der Plattform und Technologie ein, die Bitpandas Strategie zugrunde liegen. Er soll den Fokus auf Produktqualität zusätzlich schärfen, während Bitpanda die Weiterentwicklung des Multi-Asset-Angebots über Krypto, Aktien, ETFs und Edelmetalle hinweg und den Ausbau seiner Infrastruktur für Finanzinstitute vorantreiben möchte, wie es per Aussendung heißt.

Eric Demuth, Executive Chairman und Präsident des Verwaltungsrats von Bitpanda zu den Vorgängen: „Lukas hat entscheidend dazu beigetragen, Bitpanda breiter aufzustellen und ein starkes Fundament für die Zukunft zu schaffen, und ich danke ihm für sein Engagement. Mit Christian als Co-CEO starten wir aus einer starken Ausgangsposition in die nächste Wachstumsphase und konzentrieren uns noch intensiver auf das, was uns zur bevorzugten Plattform für Millionen von Nutzern in Europa und zu einem verlässlichen Partner für Finanzinstitute weltweit macht.“

Enzersdorfer-Konrad zur Erste Group

Enzersdorfer-Konrad kommentiert wie folgt: „Meine Entscheidung, nächstes Jahr zurückzutreten, ist mir nicht leichtgefallen. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, und werde Bitpanda bis zu meinem Ausscheiden weiterhin mit vollem Einsatz führen. Ich freue mich darauf, unsere Strategie gemeinsam mit Christian und unseren Teams voranzutreiben.“

Bei seiner neuen Rolle bei der Erste Group wird er konzernweit die Verantwortung dafür übernehmen, eine integrierte Strategie für Asset Management und digitales Investieren in den acht Kernmärkten der Erste Group und für deren 23 Millionen Kunden voranzutreiben, heißt es per offiziellem Statement.

„Vom Sparen zum Investieren“

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, Lukas für die Erste Group zu gewinnen. Er verkörpert den Pioniergeist und bringt umfassende Expertise darin mit, das Investieren einfacher und zugänglicher zu machen – ein entscheidender Faktor, um die nächste Generation von Anlegerinnen und Anlegern zu erreichen“, sagt Peter Bosek. „Junge Menschen beginnen früher und investieren aktiver als frühere Generationen. Ein Grund dafür ist das wachsende Bewusstsein dafür, dass sie ihre finanzielle Zukunft selbst absichern müssen. Da sich ihre Erwartungen laufend weiterentwickeln, muss auch unser Angebot mit ihnen wachsen. Lukas wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unser Angebot in all unseren Märkten intuitiv und attraktiv zu gestalten und mehr Menschen in Mitteleuropa dabei zu unterstützen, den Schritt vom Sparen zum Investieren zu machen.“

„Lukas Enzersdorfer-Konrad hat in den vergangenen acht Jahren aus erster Hand erlebt, wie schnell sich die Erwartungen der Menschen an das Investieren verändern können, wenn man es einfach, transparent und zugänglich gestaltet“, so Bosek weiter: „Die Erste Group verfügt über etwas, das nur wenige Institutionen in diesem Bereich bieten können: direkte und vertrauensvolle Beziehungen zu 23 Millionen Kunden sowie mit George über eine der meistgenutzten Banking-Plattformen Europas.“

Das sagt Bitpandas CO-CEO

Christian Trummer, nun CO-CEO, kommentiert gegenüber brutkasten: „Vor zwölf Jahren haben wir Bitpanda mit einer einfachen Überzeugung gegründet: Investieren soll einfacher und zugänglicher sein. Ich freu mich diese Rolle zu übernehmen und werde noch mehr Fokus auf unsere Produktqualität legen. Wir müssen eine Multi-Asset-Plattform sein, die jeder liebt.“

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