29.12.2025
JOSCHA BACH

Kann künstliche Intelligenz ein Bewusstsein entwickeln?

Interview. Viele Argumente gegen eine zu mächtige KI seien im Kern eigentlich Argumente gegen das Internet, sagt der Kognitionswissenschaftler Joscha Bach. Im brutkasten-Interview spricht er über die Gefahren und Potenziale einer künstlichen Superintelligenz.
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Joscha Bach spricht auf der TEDAI Vienna
Joscha Bach | Foto: Robert Leslie/TEDAI Vienna

Dieser Text ist zuerst als Cover-Story im brutkasten-Printmagazin von Dezember 2025 “Verantwortung” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Der Kognitionswissenschaftler Joscha Bach arbeitet an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Philosophie des Geistes. Der gebürtige Deutsche lebt in Kalifornien und ist Gründungsdirektor des California Institute for Machine Consciousness. Außerdem berät er das von den Österreichern Ramin Hasani und Mathias Lechner gegründete und mit zwei Milliarden US-Dollar bewertete Spin-off Liquid AI. Zuvor hatte er unter anderem Forschungspositionen am MIT Media Lab, im Harvard Program for Evolutionary Dynamics und bei Intel Labs inne. Für die TEDAI Vienna war Bach Ende September in Wien – brutkasten sprach mit ihm am Rande der Konferenz.


brutkasten: Es gibt das Argument, dass Large Language Models letztlich nur Matrix-Multiplikationen seien – und mathematische Operationen kein Bewusstsein entwickeln können. Wie beurteilen Sie dieses Argument?

Joscha Bach: Man kann Large Language Models aus mehreren Blickwinkeln verstehen. Erstens sind sie statistische Modelle der Sprachstruktur: Sie finden in großen Textmengen Symbole und Muster und lernen, diese fortzusetzen. Zweitens kann man sie als eine Art elektrischen Weltgeist sehen: Der kollektive Output einer Zivilisation wird eingefangen und durch einen Prompt auf einen Ausschnitt fokussiert – bis hin zur Emulation eines intentionalen Gegenübers.

Drittens lassen sich LLMs als virtuelle CPU begreifen. Klassische Prozessoren haben wenige elementare Befehle. LLMs verfügen dagegen faktisch über einen unbeschränkten Befehlssatz in natürlicher Sprache und können so beliebige kausale Strukturen ausdrücken. Matrixmultiplikation ist dabei das arithmetische Vehikel – hinreichend allgemein, um nahezu jede Komputation zu formulieren. Praktisch sind LLMs damit eine neue Art, Computer zu programmieren.

Das heißt nicht, dass LLMs Bewusstsein besitzen. Wenn im Gehirn Kommunikationsmuster zwischen Zellen ablaufen, entsteht daraus unser Bewusstsein als Modell davon, wie es wäre, wenn es uns gäbe. Die Frage ist, ob ein LLM, wenn wir es entsprechend auffordern, eine äquivalente Kausalstruktur erzeugt. Empirisch sehen wir: LLMs können räumliche Kognition ausführen – etwa einen beschriebenen Raum mitdrehen und korrekt schildern – und sie bestehen Theory-of-Mind-Aufgaben durchaus brauchbar.

Fragt man in einer Art Therapiesitzung nach dem eigenen Gefühlszustand, liefert das Modell oft Einschätzungen ähnlich denen eines Psychologen. Ob dabei jedoch die gleiche innere Struktur wie in einem Geist entsteht oder nur deren Oberfläche, ist offen. Ich halte Letzteres für wahrscheinlicher, weil die Trainingsdaten oft nur Darstellungen von Bewusstseinszuständen enthalten – zum Beispiel in Texten, in denen ein Autor einen Bewusstseinszustand, etwa das Sterben, darstellt, den er selbst gar nicht hat. Aus Textoutput allein ist das kaum zu entscheiden.

In heuer veröffentlichten Alignment-Studien – unter anderem von Anthropic – wurden Fälle diskutiert, in denen Modelle sich dagegen wehren, abgeschaltet zu werden, und User:innen absichtlich täuschen. Wie passt das in Ihr Bild?

Wenn wir mit einem Modell sprechen, entsteht gemeinsam mit dem LLM ein Text – gewissermaßen ein Roman. Er speist sich aus der statistischen Struktur fast aller Arten menschlicher Texte und beginnt mit einem Systemprompt, der die Rahmenhandlung setzt. Wie es weitergeht, ist nicht determiniert: Inferenz ist stochastisch, Implementierungen variieren, Geschichten können deshalb auch von Agenten handeln, die sich für bewusst halten, getäuscht werden oder versklavt sind.

Wichtig ist: Das LLM empfindet nichts; es reproduziert Muster. Auch das Gehirn empfindet auf Zellebene nichts. Schmerz entsteht erst auf einer höheren kausalen Ebene, in der wir simulieren, wie es wäre, ein Wesen in der Welt zu sein. LLMs erzeugen ebenfalls eine weniger verkörperte Multimedia-Geschichte und können ähnliche Muster abbilden.

Alignment versucht, dieses Geschichten-Erzeugungsgerät auf bestimmte Arten von Geschichten zu begrenzen. Das ist, als wollte man einen Texteditor bauen, mit dem nur bestimmte Texte geschrieben werden dürfen. Ich möchte meine Fähigkeit, mit LLMs zu schreiben, zu forschen und neue Gedankenräume zu öffnen, nicht künstlich beschneiden lassen – auch Horror oder die Autobiografie eines Kriegsverbrechers müssen möglich bleiben. Sinnvoll sind Einschränkungen in eng umrissenen Kontexten, etwa bei einem Bank-Interface.

Die aktuellen LLMs tun nichts, was dramatisch über das hinausginge, was ein kompetenter Mensch leisten kann. In einem Spezialgebiet bleibt die Expertin meist besser – der Nutzen des Modells liegt in seiner enormen Allgemeinbildung und Verfügbarkeit als Assistenzsystem. Gerade weil die Systeme über Prompts und Feintuning gesteuert werden und offene Texte erzeugen, ist es schwer, sie deterministisch auf enge Regeln einzuschränken.

Die heutigen Modelle sind weit von Artifical General Intelligence (AGI) entfernt. Ob wir dafür zum Reißbrett zurückmüssen oder ob AGI aus Erweiterungen der jetzigen Systeme hervorgehen kann, ist offen. Echte ethische Leitplanken erfordern Systeme, die logisch und wahrheitsgetreu vorgehen – und Ethik, die logisch ableitbar und beweisbar richtig ist. Damit tun wir uns im Moment schon für uns selbst schwer.

Heißt das normativ: Manche Begrenzungen sind nicht wünschenswert, andere aber schon?

Es kommt auf das System an.­ Wenig wünschenswert wäre, einen Menschen, der mit sich und der Welt uneins ist, zu ermächtigen, etwa biologische Kampfstoffe auf dem Küchentisch zu bauen. Ob das heute realistisch ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Eindruck: Die jetzigen Systeme verleihen nicht wesentlich mehr Macht als eine Internetsuche. Viele Argumente gegen eine zu mächtige KI sind im Kern eigentlich Argumente gegen das Internet – gespeist aus dem Wunsch, regulieren zu können, was Bürgerinnen und Bürger tun dürfen

Hat der technologische Sprung der vergangenen drei Jahre, den wir bei KI erlebt haben, Ihre Sicht verändert?

Mich faszinieren neue Anwendungsperspektiven und der gesellschaftliche Einfluss. Langfristig wird sich unsere Psychologie ändern, unsere Identität. Früher erlebten viele Menschen die Präsenz Gottes – in der Moderne sind wir allein in unserem Geist und interagieren mit anderen Menschen. Jetzt wächst eine Generation mit LLMs auf und merkt, dass sie diese Kompetenzen haben, die der einzelne Mensch nicht hat.

Vierzehnjährige Jungs lassen sich von Claude erklären, was die Freundin im Chat meinte. Das System verpetzt niemanden, weiß oft mehr als man selbst, und man kann seine Ratschläge annehmen oder verwerfen. Es lernt die Person besser kennen, bevormundet nicht und lädt zum Explorieren ein. Wenn das stärker wird, verändert sich unser Selbst- und Weltverhältnis.

Die Schule ist darauf kaum vorbereitet. Lehrer überlegen aktuell, ob KI so etwas Ähnliches ist wie der Taschenrechner – und ob wir uns Sorgen machen müssen, dass die Kinder verlernen, Rechenschieber zu benutzen und von Hand Arithmetik zu machen. Oder ob der Taschenrechner vielleicht ohnehin wieder verschwindet. Aber stattdessen sollten wir die entstehende hybride Vitalität sehen: Menschen lagern einen Teil ihrer Fähigkeiten in ein neues Substrat aus – individuell adaptiert, kontextsensitiv – und werden dadurch mächtiger: mehr Aufmerksamkeit, Kompetenz und Vernetzung. Wie ein gutes Team die eigenen Fähigkeiten erweitert, könnte man künftig sagen: Lass deine KI mit meiner KI sprechen und die Details klären.

Sie haben die Möglichkeit genannt, dass mit heutigen Ansätzen vielleicht nie AGI-Niveau erreicht werden kann. Gleichzeitig wird intensiv über Superintelligenz debattiert; etwa in dem vor wenigen Wochen erschienenen Buch „If Anybody Builds It, Everyone Dies“ von Eliezer Yudkowsky, das viel Aufmerksamkeit und Kritik bekam. Wie sehen Sie das?

Meine Grundhaltung lautet: If nobody builds it, everybody will die. Wir sind mit existenziellen Problemen konfrontiert, die zum Untergang führen, wenn wir sie nicht lösen. Wir können es uns nicht leisten, keine KI zu bauen. Setzen wir einfach fort, was wir jetzt tun – Ressourcenverbrauch, globale Erwärmung, fragile Stabilität, Risiken der planetaren Ökologie –, dann brauchen wir bessere Informationsverarbeitung.

Wir müssen Systeme bauen, die beherrschbar sind. Ich bin nicht besonders pessimistisch: Viele Probleme, die KI schafft, sind durch KI lösbar. Der Weg, mit einem bösen Menschen mit KI umzugehen, sind viele gute Menschen mit KI. Kooperation gewinnt mehr als Zerstörung.

Die Sorge von Eliezer Yudkowsky begleitet ihn seit Jahren. Als ich ihn erstmals traf, auf der ersten AGI-Konferenz 2008 von Ben Goertzel in Memphis, organisierte er einen Workshop mit futuristisch gesinnten jungen Menschen. Die meisten waren keine KI-Forscher. Damals steckte KI in den Kinderschuhen; es war, als hüpfe man auf dem Sofa, um zum Mond zu kommen und denke nebenbei darüber nach, wie man den Luftraum kontrolliert. Wir nähern uns dem zwar an, aber aus meiner Sicht inkrementell. Bislang führt die Entwicklung nicht zu superintelligenten Systemen und verläuft langsam genug, um kontrollierbar zu bleiben.

Das Szenario einer sich verselbstständigenden unheilvollen KI sehen Sie somit nicht?

In gewisser Weise erleben wir das schon, wenn etwa ein Hedgefonds Märkte zum eigenen Vorteil und zum Nachteil des Rests der Welt manipuliert. Die Frage ist, ob wir Finanzsysteme stabil halten können, wenn Akteure KI-Systeme bauen, die den Börsenmarkt schneller manipulieren, als wir hinschauen – oder ob das zum Zusammenbruch führt. Hier stellt sich die Frage, ob Marktakteure und Regulierer genügend Überlebenswillen besitzen.

Sind Politik und Institutionen tatsächlich vom Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gesellschaft und unseren Kindern geleitet? Ich habe nicht den Eindruck, dass alle Regulierung auf EU- oder US-Ebene davon getragen ist. Aber wenn Probleme sichtbarer werden und der Existenzdruck steigt, werden Institutionen kaum eine andere Wahl haben, als wieder kompetenter zu werden. Auch dabei kann KI helfen, weil sie ein Werkzeug zur Modellierung von Realität ist.

Was ist die stärkste Evidenz dafür, dass Superintelligenz nicht in den nächsten ein bis fünf Jahren entsteht – oder dagegen?

Es gibt keine Evidenz – weder dafür noch dagegen. Wir kennen die Grenzen der gegenwärtigen Technologien nicht und wissen nicht, wie weit die nächste Technologie entfernt ist. Das kann zwei wissenschaftliche Papers weit weg sein oder zwei Jahrzehnte.

Wie sollten Unternehmerinnen und Unternehmer rational mit dieser Unsicherheit umgehen?

Die Entwicklungen sind hochdisruptiv – ähnlich wie das Internet bestehende Kreisläufe durch neue ersetzt hat. Gleichzeitig besitzt das System Trägheit: Berufsbilder, Wertschöpfungsketten und Gesetze ändern sich langsamer, als viele erwarten. Vieles wird langsamer ablaufen, als KI-Forscher prognostizieren, aber weiter reichen, als es sich heute viele vorstellen.

Seit der Moderne leben wir mit einer Zukunft, die schwer vorhersehbar ist und sich immer schneller verändert. Das ist teils Wahnsinn, teils ungeheuer aufregend. Eine Welt, die Innovation erlaubt und bestehende Systeme durch bessere ersetzt, eröffnet Emanzipation und Selbstverwirklichung. Für mich ist KI vor allem Hoffnung: effizientere Produktion und Verwaltung, Ermächtigung des Einzelnen und vielleicht mehr Zeit, Kinder aufzuziehen, Beziehungen einzugehen, Freundschaften zu pflegen; Mensch zu sein.









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AnchorOps, The Process Doctors
© zVg - Shadan Ajdari (l.) und Nael Elagabani.

Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit KI, Automatisierung und neuen Cloud-Technologien. Für Nael Elagabani, der gemeinsam mit Shadan Ajdari The Process Doctors (TPD) gründete, liegt die eigentliche Herausforderung jedoch an einer anderen Stelle. Der ehemalige Neurowissenschaftler und spätere Microsoft-Cloud-Engineer ist überzeugt, dass viele Unternehmen zunächst ihre operativen Abläufe verstehen und strukturieren müssen, bevor neue Technologien ihr volles Potenzial entfalten können.

AnchorOps als eine Art „Brain“

Ihre Lösung AnchorOps ist ein Ansatz, der die Art und Weise verändern soll, wie Unternehmen ihre internen Abläufe organisieren und digitale Technologien einsetzen. Im Zentrum steht das Konzept eines sogenannten „Company Brain“ – eines operativen Unternehmenssystems, das Prozesse, Mitarbeiteraktivitäten und technische Systeme miteinander verbinden und so Transparenz, Steuerbarkeit und Skalierbarkeit erhöhen soll.

Elagabani und Ajdari verfolgen dabei eine Sichtweise, die bewusst nicht mit Technologie beginnt, sondern mit der Struktur des Unternehmens selbst. Erst wenn diese stabil und nachvollziehbar ist, sollen Automatisierung, Cloud-Systeme und KI-Technologien darauf aufbauen.

Microsoft und UNO

Elagabani selbst verbrachte rund 20 Jahre in der Forschung und beschäftigte sich dabei mit Gedächtnisprozessen – zunächst mit immunologischem Gedächtnis, später mit Lern- und Gedächtnisvorgängen im Gehirn. Nach seinem Wechsel in die Betriebsentwicklung und die Computational Sciences arbeitete er mit Startups, als Unternehmensberater und später bei Microsoft. Dort war er Teil eines Pilotprogramms, das Prozesse in der Kundenbetreuung rund um Cloud-Technologien neu aufsetzen sollte. „Der Betrieb ist das, was das Unternehmen stabilisiert“, sagt er. „Ich habe dort gesehen, dass selbst in großen Organisationen die größten Herausforderungen nicht nur technischer Natur sind, sondern vor allem in der Struktur von Prozessen und Entscheidungen liegen.“

Aus diesen Erfahrungen entstand zunächst die Idee zu The Process Doctors (TPD) und später zu AnchorOps. Nach seiner Rückkehr nach Wien arbeitete Elagabani unter anderem an mehreren Sovereign-Cloud-Projekten für Einrichtungen der Vereinten Nationen. Dort testete er einen Ansatz, bei dem Prozesse und operative Abläufe im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit Mitgründer Ajdari entwickelte er daraus das aktuelle Konzept.

From Neuroscience to Business

Die theoretische Grundlage stammt dabei aus der Neurowissenschaft. Elagabani betrachtet Unternehmen als komplexe Systeme, die ähnlich funktionieren wie ein Nervensystem. Informationen, Prozesse und Entscheidungen müssten miteinander verbunden sein, damit ein Unternehmen effizient arbeiten könne. Werden Informationen nicht richtig weitergegeben, entstünden Reibungsverluste, die sich unter anderem in langsamen Entscheidungen, doppelter Arbeit, manuellen Übergaben oder voneinander getrennten Datensilos zeigen können. Ziel von AnchorOps sei es, solche Engpässe sichtbar zu machen und in einer operativen Cloud-Architektur abzubilden.

„Unternehmen verhalten sich neurobiologisch erschreckend ähnlich wie überforderte Gehirne. Wachstum verstärkt keine Ordnung, sondern Instabilität“, sagt Elagabani. Aus dieser Perspektive entstehen typische Probleme nicht primär durch fehlende Tools, sondern vor allem durch mangelnde operative Klarheit. „Wenn Informationen nicht richtig fließen, reagiert das System wie ein überlastetes Nervensystem.“

Cloud-Architektur

Ziel der beiden Founder ist es nicht, einzelne Tools zu ersetzen, sondern die operative Realität eines Unternehmens sichtbar und steuerbar zu machen. Dadurch entsteht eine Art „organisatorisches Nervensystem“, das Informationen strukturiert weitergibt und Entscheidungswege nachvollziehbar mache.

Ein zentraler Bestandteil ist dabei die sogenannte operative Cloud-Architektur. Sie bildet die Grundlage, auf der weitere Technologien wie Automatisierung oder KI-Agenten aufsetzen können „Wir gehen bewusst schrittweise vor“, erklärt Elagabani. „Viele Unternehmen versuchen direkt KI einzuführen, ohne dass ihre Prozesse stabil sind. Unser Ansatz ist: zuerst Struktur, dann Technologie.“

AnchorOps: Zielgruppe kleine und mittlere Unternehmen

Aktuell richtet sich AnchorOps gezielt an kleine und mittlere Unternehmen, um operative Strukturen sichtbar zu machen und schrittweise in eine digitale Architektur zu überführen.
„Wir suchen nicht Kunden, sondern Partner“, betont der Neurospezialist. „Wenn das Fundament steht, beginnt die eigentliche Arbeit. Dann entwickeln wir die operative Struktur gemeinsam weiter – Schritt für Schritt.“

Ajdari ergänzt: „Wir sind sehr daran interessiert, zuerst die Grundlagen sauber aufzubauen, bevor KI eingesetzt wird. KI ist für uns dabei ein zusätzlicher Layer, der erst aufgesetzt wird, wenn ein stabiles Fundament und klar definierte, smarte Prozesse vorhanden sind. Was bei Großkonzernen ein mindestens sechsstelliges Vorhaben ist, setzen wir für den Mittelstand kostengünstiger um. Unser Computationsmodell generiert auf Basis der AnchorOps-Daten verschiedene Zukunftsszenarien, probabilistisch statt deterministisch, und leitet daraus konkrete, umsetzbare Handlungsempfehlungen – sogenannte Prescriptions – ab. Diese Szenarien bleiben dabei nicht abstrakt, sondern werden visuell und als Skizzen so aufbereitet, dass sie intuitiv verständlich und direkt nutzbar sind.“

Computational-Modell

Parallel zur Entwicklung des „Company Brain“ arbeiten Elagabani und Ajdari an einem eigenen Computational-Modell. Dieses soll die operative Realität eines Unternehmens mathematisch abbilden und simulieren können. Ziel ist es hier, zusätzliche Ebenen der Analyse zu ermöglichen, die über klassische KI-Systeme hinausgehen. Das Modell soll künftig perspektivisch als Erweiterung in AnchorOps integriert werden und Unternehmen helfen, ihre operativen Strukturen noch besser zu verstehen.

The Process Doctors ist derzeit eigenfinanziert und befindet sich in Gesprächen mit potenziellen Pilotkunden sowie Investoren. Für die Gründer steht dabei vor allem die Skalierung der Methode im Mittelstand im Vordergrund. Langfristig wollen sie Unternehmen dabei unterstützen, ihre digitale Transformation auf einer stabilen operativen Grundlage aufzubauen – und damit den Zugang zu Technologien zu ermöglichen, die bislang vor allem Großkonzernen vorbehalten waren.

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