26.11.2025
JOINPOINTS

Grazer Startup holt sich sechsstelliges Investment von Raiffeisen-Landesbank Steiermark

Joinpoints will das alltägliche Tool-Chaos von Unternehmen beseitigen und bekommt dafür nun frisches Kapital.
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(c) Joinpoints

Viele kleine und mittlere Unternehmen kämpfen mit verstreuten Tools, unstrukturierten Abläufen und aufwendigen Abstimmungen. Genau dieses Problem adressiert Joinpoints aus Graz mit seiner modularen Workflow- und Prozessplattform. Die Lösung vernetzt Aufgaben, Projekte, Auftragsabwicklungen, Dokumente, Rechnungen und interne Abstimmungen in einem einzigen System. Ziel ist es, das Tool-Chaos zu reduzieren und Strukturen bereitzustellen, die bisher oft nur großen Unternehmen vorbehalten waren.

Das 2019 gegründete Startup Joinpoints arbeitete bereits in der Vergangenheit mit Kunden außerhalb Österreichs zusammen. Im Mai gab das Startup bekannt, dass nun auch die Münchner Polizei das Tool nutzt (brutkasten berichtete). In diesem Zusammenhang kündigte das Unternehmen an, weiter in Europa zu expandieren und eine Finanzierungsrunde absolvieren zu wollen.

Finanzierung für Joinpoints

Nun folgt der angekündigte Finanzschritt: Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark beteiligt sich mit einem Investment in sechsstelliger Höhe am Unternehmen.

„Gerade jetzt, in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit, zeigt die Beteiligung der Raiffeisen Landesbank Steiermark großes Vertrauen in unsere Mission – und in das Potenzial, mit KI unterstützten Abläufen einen echten Produktivitäts-Boost zu schaffen“, so Gründer Jakob Deimbacher.

Joinpoints erreichte laut eigenen Angaben bereits nach drei Jahren ohne externes Kapital den Break-even und wächst seitdem kontinuierlich. Heute setzen „tausende Teams“ auf die Grazer Plattform. Neben der Münchner Polizei auch Organisationen wie das Internationale Institut für Weltraumforschung (ISIS) in der Schweiz sowie Betriebe im gesamten DACH-Raum.

Die nächsten Schritte

Mit dem Investment will Joinpoints die systemweiten KI-Funktionen ausbauen, sein Partnernetzwerk erweitern und zusätzliche Branchenlösungen entwickeln. Parallel dazu soll das Team in Graz weiter verstärkt werden.

„Unsere Vision ist klar: Wir wollen die zentrale Plattform für Abläufe in europäischen Unternehmen werden“, sagt Deimbacher. Unternehmen bräuchten heute „mehr denn je Verlässlichkeit und Sicherheit.“

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(v.l.) Managing Director bei T-Systems Austria Peter Lenz und fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath | © Nick Rainer

Um fonio.ai wird es nicht still. Laut eigenen Angaben gehört das Startup zu den am schnellsten wachsenden in ganz Europa, im August knackte es die 10-Millionen-Dollar-ARR-Marke, wie brutkasten berichtete. Jetzt hebt das Unternehmen seine KI-gestützte Kundenkommunikation auf das nächste Level. Über die Plattform „T operated by fonio.ai“ von T-Systems, einer IT-Tochter der Deutschen Telekom, werden die Dienste von fonio.ai nun auch für Großkunden angeboten.

„KI-gestützte Telefonie entwickelt sich gerade zum Standard für jede Organisation, die dauerhaft erreichbar und damit wettbewerbsfähig bleiben möchte“, sagt Daniel Keinrath, CEO und Mitgründer von fonio.ai. Auf der Kundenliste von T-Systems finden sich Unternehmen wie die ÖBB oder Uniqa. Rege Nachfrage zeige sich aus Branchen wie Gesundheitswesen, Manufacturing und Bankwesen.

Die Voice-AI-Cluster von fonio.ai laufen dabei über die T Cloud der Deutschen Telekom, die verschiedene Cloud-Infrastrukturen und IT-Services bündelt. Alle fonio.ai-Kunden sollen somit in Zukunft von Zero Data Retention profitieren, einem Sicherheitsstandard, der bisher Enterprise-Umgebungen vorbehalten war.

„Einfach hinsetzen und einen lustigen Prompt schreiben, funktioniert nicht“

„Die aktuelle Challenge bei den größten Unternehmen ist, diese Unternehmen wirklich tief zu verstehen. Einfach hinsetzen und einen lustigen Prompt schreiben, funktioniert auf einem Enterprise-Level nicht mehr. Da haben wir auch gemerkt, dass es unbedingt einen Partner wie T-Systems braucht. Es macht einfach einen riesigen Unterschied, wenn man tief in die Systeme reingeht, ein ERP oder CRM tiefgründig connected, und der KI wirklich weitreichende Fähigkeiten gibt“, sagt Keinrath. Als eine der zentralen Herausforderungen beschreibt er, dass Großkunden höhere Anforderungen an die Security und Prozesse haben.

Datenschutz als zentrales Thema

„Wir haben uns für fonio.ai entschieden, weil das Produkt hochinteressant und gut ausgereift ist. Da ist einfach viel Know-how dahinter. Außerdem haben wir ein Verständnis für den europäischen Rechtsraum und daher selber ein Interesse, hier eben DSGVO-konform zu sein, die Normen einzuhalten“, sagt Peter Lenz, Chairman von T-Systems Austria, im brutkasten-Gespräch. Er erklärt: „Große Unternehmen wollen wissen: Wo liegen denn meine Daten? Ist das alles souverän? Befindet sich das in Europa, idealerweise auch in Österreich? Da haben wir jetzt eine gute Antwort drauf.“ T-Systems betreibt zwei Rechenzentren in Österreich.

Keinrath ergänzt: „Was OpenAI etc. machen: Sie lernen bei jedem Gespräch. Wir machen das nicht. Wenn 80, 90 Prozent der Kommunikation von Unternehmen über KI laufen, dann muss das von einem europäischen Player sein.“ Die KI von fonio.ai lerne durch Informationen, die Unternehmen der KI bewusst geben. AustrianStartups-Chefin Hannah Wundsam betont, dass Firmen in Europa durch die DSGVO und den EU AI Act sehr klare Regeln haben.

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