22.05.2018

JobRocker holt sich Hubert Wolfsbauer als weiteren „Co-Founder“

Hubert Wolfsbauer war bislang COO beim HR-Unternehmen Transfer Personalmangement. Bei JobRocker wird er nun Managing Partner und "Co-Founder".
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Günther Strenn, Hubert Wolfsbauer und Klaus Furtmüller
(c) JobRocker: Günther Strenn, Hubert Wolfsbauer und Klaus Furtmüller

Das Wiener HR-Startup JobRocker wächst und wächst. In den rund zwei Jahren seines Bestehens wurde bereits drei Mal in ein größeres Büro gewechselt. Mehr als 60 Mitarbeiter sind es inzwischen. Als das Startup im vergangenen Herbst ein Millioneninvestment erhielt, sagte Gründer Günther Strenn: „Das Investment ist reines Wachstumskapital für uns. Wir haben keine Burnrate“. Operativ sei man bereits positiv. Im Jänner wurde der Investmentbetrag nochmal aufgestockt. Wie nun bekanntgegeben wurde, wird das Gründer Team – Strenn (CEO), Klaus Furtmüller (CTO), Martin Pauer (CDO) und Gregor Weihs (COO) – nun um einen weiteren „Co-Founder“ erweitert. Hubert Wolfsbauer wird als Managing Partner den Operations- und Marketing Bereich verantworten.

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Wolfsbauer: „Schnell wachsende Plattform und starkes Team haben mich überzeugt“

Wolfsbauer, der auf 17 Jahre Arbeitserfahrung zurückblickt, war bislang COO beim HR-Unternehmen Transfer Personalmanagement. Die in Niederösterreich ansässige Gruppe ist neben Österreich in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn aktiv. Wolfsbauer verantwortete unter anderem auch den Aufbau und die Erweiterung des Unternehmens in Österreich, der Slowakei und Tschechien. Dazu war er für den Bereich Digitalisierung zuständig wo für Kunden und Kandidaten spezielle online-Plattformen entwickelt wurden, um im Bereich Arbeitskräfteüberlassung einen schnellen Fit herzustellen. „Die schnell wachsende Plattform und das starke Team haben mich überzeugt. JobRocker transformiert Headhunting ins digitale Zeitalter und schafft dabei ein völlig neues Erlebnis für Unternehmen sowie Kandidaten“, wird Wolfsbauer in einer Aussendung zum Wechsel zitiert.

18.000 Euro für ein Einhorn

JobRocker setzt mit seinem Modell auf eine Kombination von digitaler Matching-Technologie und menschlichen Headhuntern. Dabei verlangt das Startup bei geglückter Vermittlung einen Fixbetrag von 6000 Euro bei „gängigen Anforderungen“. 12.000 Euro sind für einen Fachexperten bzw. eine Führungskraft mit „komplexen Anforderungen“ zu berappen. 18.000 Euro Provision sind es bei einem sogenannten „Unicorn“. Damit sei man „unschlagbar günstig“, heißt es von JobRocker. Zudem sei man durch die Nutzung der Matching-Technologie auch deutlich schneller bei der Erstellung einer Shortlist, als der Mitbewerb.

JobRocker-Gründer Günther Strenn vor einigen Monaten im Video-Interview:

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Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo

Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.

„Aufs Patriarchat pinkeln“

Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo

Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel

Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.

Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.

Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“

Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.

Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.

Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations

Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“

Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“

Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.

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