29.04.2020

Jingle: Aus für Wiener Startup nach vier Jahren – CEO wird Serien-Star

Ende März gab das 2016 gestartete und 2018 formell gegründete Wiener Startup Jingle auf - nicht wegen der Coronakrise. Co-Founder und CEO Gregor Wallner erklärte uns, wie es dazu kam. Mit seiner Band Second Floor veröffentlicht er bald die zweite Staffel eine Serie auf Amazon Prime.
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jingle.express: Neues Lieferservice des Wiener Startups jingle
(c) jingle: Die drei Gründer Lukas Binder, Gregor Wallner und Kevin Bachmann

„Es war nicht Corona“, stellt Gregor Wallner, Co-Founder und bislang CEO des Wiener Startups Jingle, gleich zu Beginn klar. Das muss er wohl auch, denn es war Ende März dieses Jahrs, als das Team des 2016 gestarteten und 2018 formell gegründeten Startups beschloss, es bleiben zu lassen. Derzeit befindet sich das Unternehmen in Liquidation – ein „sehr mühsamer“ Vorgang mit „vielen Stolpersteinen“, wie Wallner bekundet. Das Startup hatte zwei Produkte: Mit dem ersten, jingle.market, konnten User Produkte lokaler Shops online finden und sie nach dem „ROBO (Research Online, Buy Offline)-Prinzip“ vor Ort kaufen. Mit dem vergangenes Jahr gestarteten Service jingle.express konnte man sich auch Produkte lokaler Shops liefern lassen.

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„Kundengruppe, die zum Großteil nicht an die digitale Welt von heute glaubt“

Für Wallner ist klar, wo das Hauptproblem lag: „Grundsätzlich hatten wir eine Kundengruppe, die zum Großteil nicht an die digitale Welt von heute geglaubt hat und deren Datenqualität nicht zu managen war“. Inzwischen ist dem Gründer wieder zum (selbst-ironischen) Scherzen zu Mute: „Es ist schwierig, einem selbsternannten Zuckerkranken einen Lebkuchen zu verkaufen“. Für viele Einzelhändler seien eine Website und digitale Promotion wie ein teures Auto: „Nice to have zum Protzen, aber wirklich brauchen tun wir’s nicht“. Die Coronakrise sei zwar „sicher ein großer Augenöffner“ für den einen oder anderen gewesen, kam für Jingle aber zu spät.

Screenshot: Auf der Jingle-Page wird recht spartanisch auf die Schließung aufmerksam gemacht.
Screenshot: Auf der Jingle-Homepage wird recht spartanisch auf die Schließung aufmerksam gemacht.

Jingle-Team wechselt zu Pre-Seed-Investor Umdasch The store makers

Wallner, Co-Founder Lukas Binder und der Rest des Teams (bis auf Co-Founder Kevin Bachmann, der zum Startup GoUrban wechselt) werden von Pre-Seed-Investor Umdasch The store makers übernommen. „Hier sind wir für digitale Produkte in Retail-Geschäften verantwortlich – ich sag mal, da kennen wir uns ja bereits ein wenig aus“, meint Wallner. Der Gründer hat aber noch einen weiteren Plan.

Second Floor: Gregor Wallner arbeitet an Serien-Star-Karriere

Mit seiner Zwei-Mann-Band Second Floor gemeinsam mit Alexander Dollischal veröffentlichte er bereits 2018 die erste Staffel einer „Reality-Doku“ auf Amazon Prime. Nun soll die zweite Staffel folgen. „Jetzt habe ich endlich mehr Zeit für die Musik. Es sind einige neue Songs am Start und Gespräche mit Plattenfirmen haben auch schon stattgefunden“, erzählt Wallner. Der Teaser-Text zur zweiten Staffel der Serie: „Begleite Alex und Greg auf ihrer Reise, während sie versuchen, Cheerleader zu verführen, Alpakas zu zähmen und nebenbei berühmt zu werden. Auf ihrem Weg treffen die beiden Musiker auch auf den ein oder anderen Special Guest“.

Trailer für die zweite Staffel der Reality-Doku von Second Floor:

„Brauche einfach mal einen stabilen Job mit normalen Stunden“

Trotz der Serien-Star-Ambitionen räumt Wallner jedoch ein: „Nach so einer arbeitsstundenintensiven Zeit brauche ich derzeit aber einfach mal einen stabilen Job mit normalen Stunden und Zeit, meine Freunde wieder neu kennenzulernen, mehr Zeit für meine Familie und auch meine Freundin, die ja logischerweise lang nicht viel von mir gesehen haben“. Eine Reihe von bisherigen Unterstützern streicht der Gründer besonders hervor: „Besonders dankbar bin ich vorrangig meinen Mitgründern, unseren Familien und Freunden, insbesondere Alexander Dollischal der für viel zu wenig Geld bei uns gearbeitet hat, allen Mitarbeitern, die an uns geglaubt haben, dem The Ventury-Team, dem Umdasch the Store Makers-Team, George Nimeh, Daniel Cronin, Thomas Kulnigg, Sebastian Höfinger, Arno Scheithauer, Gerhard Schiesterl, Trevor Traina und Nathanael Lynn, Patrick Dainese und Bojan Jukic“.

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Die beiden Gründer Dirk van Wassenaer und David Mayer-Heinisch | (c) Froots

Ein weiteres Jahr, ein weiteres Investment in Millionenhöhe bei froots. Zuletzt berichtete brutkasten im Juni 2025 von einer Kapitalrunde über 2,9 Millionen Euro, heuer fließen 2,25 Millionen Euro in den Vermögensverwalter. Die Finanzierungsrunde tragen neben bestehenden Kapitalgebern wie Andreas Treichl, Ex-CEO der Erste Group, und durchblicker-Gründer Reinhold Baudisch neue Investoren wie Paul Fattinger, Ex-CEO von woom. Das frische Geld wird laut froots in erster Linie für den weiteren Ausbau der technischen Plattform und die Stärkung der Marke eingesetzt.

Langfristigkeit als Unternehmens-Credo

Bei froots setze man bewusst auf kleinere Schritte mit „maßgeschneiderten Finanzierungsrunden für die Evergreen-Investoren“, wie es vom Unternehmen heißt. Dabei denke das Fintech langfristig. „Wir müssen niemandem in fünf Jahren einen Exit liefern. Das gibt uns die Freiheit, Entscheidungen für die nächsten zwanzig Jahre zu treffen“, sagt CEO und Co-Gründer David Mayer-Heinisch und ergänzt: „Wir haben gegründet, um zu bleiben. Unsere Kundinnen und Kunden investieren bei uns, weil sie sehr gut verstehen, dass wir sie bei ihrem langfristigen Asset Management unterstützen.“ Sowohl bei Kund:innen als auch Investor:innen zielt das Unternehmen auf einen Zeitrahmen von 20 Jahren ab. Derzeit managt froots ein Anlagevermögen von rund 250 Millionen Euro.

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Jingle: Aus für Wiener Startup nach vier Jahren – CEO wird Serien-Star

  • „Es war nicht Corona“, stellt Gregor Wallner, Co-Founder und bislang CEO des Wiener Startups Jingle, gleich zu Beginn klar.
  • Das muss er wohl auch, denn es war Ende März dieses Jahrs, als das Team des 2016 gestarteten und 2018 formell gegründeten Startups beschloss, es bleiben zu lassen.
  • Man habe die Zielkunden nicht ausreichend überzeugen können, meint der Gründer.
  • Wallner, Co-Founder Lukas Binder und der Rest des Teams werden von Pre-Seed-Investor Umdasch The store makers übernommen.
  • Mit seiner Zwei-Mann-Band Second Floor gemeinsam mit Alexander Dollischal veröffentlicht Wallner bald die zweite Staffel einer „Reality-Doku“ auf Amazon Prime.
  • Trotz der Serien-Star-Ambitionen räumt Wallner jedoch ein: „Nach so einer arbeitsstundenintensiven Zeit brauche ich derzeit aber einfach mal einen stabilen Job mit normalen Stunden und Zeit, meine Freunde wieder neu kennenzulernen, mehr Zeit für meine Familie und auch meine Freundin, die ja logischerweise lang nicht viel von mir gesehen haben“.

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