18.02.2016

Jigsaw-Inkubator: Googles digitale Weltretter

Aus Google Ideas wird Jigsaw, das Ziel bleibt aber das gleiche: Menschen zu helfen, die keinen freien Zugang zu Informationen haben, unter Korruption und Unterdrückung leiden.
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In China müssen sich Internetnutzer hinter einem Proxy verstecken, um sich frei im Internet bewegen zu können.

Wie verschafft man den Menschen in Dritte-Welt-Ländern einen Internetzugang? Wie kann man die digitale Zensur von Diktaturen umgehen und wie kann man digitale Angriffe auf kritische Infrastrukturen verhindern? Mit solchen und ähnlichen großen Fragen soll sich der neue Tech-Inkubator Jigsaw von Google beschäftigen. Jigsaw geht aus dem ThinkTank Google Ideas hervor, der nun von Google gelöst direkt unter dem Dach des neuen Mutterkonzerns Alphabet agiert.

Google Ideas: Project Shield, uProxy und Password Alert

„Viele neue Internetnutzer kommen aus Gesellschaften, wo Zensur, Korruption und Gewalt zum Alltag gehören“, schreibt Alphabet-Vorstand Eric Schmidt in einem Medium.com-Beitrag zum Start von Jigsaw. Google Ideas wurde bereits 2010 ins Leben gerufen und hat Projekte wie Project Shield, uProxy und Password Alert ins Leben gerufen. Project Shield nutzt die Google-Infrastruktur, um DDoS-Attacken auf kleinere Websites, etwa von Aktivisten, abzumildern. uProxy soll Internetnutzern dabei helfen, die Internetzensur in Ländern wie China zu umgehen und Password Alert ist ein Schutz gegen Phishing. Zu den laufenden Projekten gehört etwa Investigative Dashboard, das bei der Aufdeckung von Korruption helfen soll.

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Ehemaliger Clinton-Berater bleibt Chef

Seit Beginn wird Google Ideas von Jared Cohen geleitet, der sich zuvor als Digital-Berater von Condoleezza Rice und Hillary Clinton einen Namen machte. Er wird auch unter dem neuen Namen Jigsaw die Fäden in der Hand behalten. Der Sitz der Alphabet-Tochter bleibt in New York. Jigsaw soll nicht nur eigene Projekte umsetzen, sondern auch als Inkubator fungieren. Ob und wie sich Startups auch aktiv bewerben können, ist noch unklar. Bisher gingen Projekte in der Regel aus der Zusammenarbeit mit Organisationen und Institutionen hervor.

Europäischer Startup-Fonds eingestellt

Google stellt heuer auch seinen Startup-Fonds Google Ventures auf neue Beine. Ende des vergangenen Jahres wurde der Europa-Ableger des Fonds geschlossen, um das Angebot zu zentralisieren und global agieren zu können. Google gab damals bekannt, vor allem in bereits weiter fortgeschrittene Startups investieren zu wollen.

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Zu Jigsaw

Eric Schmidt auf Medium.com

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(v.l.n.r.) Bernhard Tomasi (Raiffeisen Salzburg), Elias Danninger, Daniel Sigl (beide Dauntles) und Bernhard Wimmer (Raiffeisen Salzburg) | © RVS

Mit einer niedrigen sechsstelligen Eigenkapitalbeteiligung übernimmt das Raiffeisen Salzburg Startup eGen 6,67 Prozent der Dauntles GmbH, zu der die Marke optimizzer gehört. Das Flachgauer Startup unterstützt Unternehmen dabei, positive Bewertungen zu gewinnen und ihre digitale Reputation professionell zu managen. Das frische Kapital werde in die Skalierung des Geschäftsmodells sowie die Weiterentwicklung der Plattform fließen, heißt es in der Presseaussendung.

Optimizzer möchte „Software weiterentwickeln und noch mehr Unternehmen erreichen“

„Unsere Software zeigt, was Kunden schätzen, wo Potenzial liegt und wie das Unternehmen im Vergleich zu seinen Mitbewerbern dasteht. Damit stärken Unternehmen ihre Reputation und erhöhen ihre Chancen, auch von KI-Systemen empfohlen zu werden. Das Investment von Raiffeisen Salzburg ermöglicht uns, unsere Software weiterzuentwickeln und noch mehr Unternehmen zu erreichen“, sagt Elias Danninger, Geschäftsführer der Dauntles GmbH. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet.

NFC-Bewertungstools, QR-Codes und KI

Optimizzer, vormals Shoptimizer, ermöglicht mit NFC-Bewertungstools und QR-Codes die direkte Erfassung von Kundenfeedback. Die Software analysiere die Rückmeldungen, ermögliche Standortvergleiche und unterstütze Unternehmen mit datenbasierten Handlungsempfehlungen. Künstliche Intelligenz helfe bei der Beantwortung von Google-Bewertungen. Zu den Bewertungspartnern von optimizzer zählen neben der Raiffeisenbank Salzburg unter anderem das Café Landtmann und Remax Austria.

Optimizzer gehörte zu den ersten Unternehmen, die mit der Raiffeisen-Start-Up-Initiative zusammenarbeiteten. Die Beteiligung sei nun der nächste Schritt dieser Partnerschaft. „Optimizzer verbindet ein hochrelevantes Zukunftsthema mit einem klaren Kundennutzen und einem starken Gründerteam“, heißt es von Raiffeisen.

Investitionen seit 2023

Raiffeisen Salzburg engagiert sich seit 2023 im Startup-Bereich. „Unser USP ist, dass es keine fixen Pakete oder Bankprodukte gibt. Wir setzen vielmehr auf individuelle Lösungen, je nach Bedarf und Möglichkeiten. So kooperieren wir auf unterschiedlichsten Ebenen – mal in Form von klassischer Beteiligung, mal durch Aufnahme in unser Netzwerk oder durch die Zurverfügungstellung von Infrastruktur in unseren Räumlichkeiten im Techno-Z Urstein“, sagt Andreas Derndorfer, zuständig für Startups in der Geschäftsleitung des Raiffeisenverbands Salzburg.

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