Jetty: 3D-Modelhaus gibt Menschen das Gefühl von Geborgenheit
Wie kann man sich Menschen näher fühlen, ohne physisch anwesend zu sein? Diese Frage soll "Jetty" lösen und kombiniert einen Bilderrahmen, ein 3D-gedrucktes Minaturbildnis des Familienhauses und Echtzeit-Wetter-Projektionen. Ein Beispiel, wie Technologie Menschen näher bringen kann.
Dank des technischen Fortschritts sind die Menschen heutzutage verbundener denn je. Und trotzdem. Es gibt Momente, da möchte man den Liebsten nahe sein, Teil sein ihres Lebens- und das geht via Messenger-Programmen oder Video-Telefonie oft nur begrenzt.
Mega Trends der Zukunft
„In meinem Lab studieren wir, wie die Menschen arbeiten und leben. Wir analysieren ihre Motivationen. Und dann werfen wir einen Blick in die Zukunft und schauen uns an, welche neuen Technologien kommen werden und was die Menschen davon haben wollen werden“, erzählt Mirjana Spasojevic, Vice President beim Technologiekonzern Hewlett-Packard (HP) auf der RISE Konferenz in Hong Kong. „Wir studieren Mega Trends, die auf uns zukommen“.
Mega Trends seien rapide Urbanisierung, demografischer Wandel, Hyperglobalisierung und beschleunigte Innovationszyklen, die einen großen Einfluss auf die Wirtschaft, die Gesellschaft, Kulturen und das persönliche Leben haben.
Jetty: Trotz fern sein, nah sein
In einer der Lab Sessions sei auch das neue Projekt entstanden. „Wie kann man seiner Großmutter nahe sein, ohne physisch bei ihr sein zu können?“, stellte ein Teammitglied in den Raum.
Das Setup von Jetty ist sehr einfach: In einem Bilderrahmen befindet sich ein detailgetreues Miniaturmodel des Familienhauses. Echtzeit-Wetter soll die Stimmung vor Ort transportieren.Verlässt die Familie das Haus, geht auch das Licht des Miniaturmodels aus- und wieder an, wenn jemand zurück kommt. Ganz ohne nachfragen zu müssen, hat man das Familienleben damit immer bei sich.
Trend zum Verbunden-sein
Das Model stellt sich die Oma oder der Student im Auslandssemester in die Wohnung- und vice versa ebenso. Auch Menschen, die zwar in der Nähe wohnen, aber keine Zeit haben, sich regelmäßig bei der Familie zu melden, sollen von dem „zu Hause“-Gefühl profitieren. Das Projekt soll emotionale Verbindungen noch vertiefen und Brücken abbauen, wenn man sich melden möchte. Außerdem schafft es ein Gefühl von Vertrauen und Intimität. Telefonie oder Messaging sind dann der Schritt in die aktive Kommunikation. Das Projekt basiert auf einem immer stärker werdenden Trend: Menschen möchten sich verbunden fühlen, auch wenn sie es physisch nicht immer können.
Pilotversuch geglückt
„Wir wollen Menschen connecten, ohne sie tatsächlich zu connecten“, so Spasojevic. Denn man muss nicht zu Hause anrufen, um zu wissen, dass die Familie gut zu Hause angekommen ist. „Jetty“ hat einen ersten Pilotversuch in zehn Haushalten bereits positiv bestanden. „Die Menschen haben sich besser gefühlt, nur weil sie sich mit der Familie verbunden gefühlt haben“.
Investment: Wiener Startup DropForce will nicht Drohnen liefern, sondern kleine Fabriken dafür
DropForce will es Kunden künftig ermöglichen, im Container an jedem beliebigen Ort schnell viele Drohnen zu produzieren. Die Wiener Beteiligungsgesellschaft BarnVentures und die deutsche LNX GmbH stiegen im Sommer mit einem sechsstelligen Betrag ein, wie man nun bekanntgab.
Investment: Wiener Startup DropForce will nicht Drohnen liefern, sondern kleine Fabriken dafür
DropForce will es Kunden künftig ermöglichen, im Container an jedem beliebigen Ort schnell viele Drohnen zu produzieren. Die Wiener Beteiligungsgesellschaft BarnVentures und die deutsche LNX GmbH stiegen im Sommer mit einem sechsstelligen Betrag ein, wie man nun bekanntgab.
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.
Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container
„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.
Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.
Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.
So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.
Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH
Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.
Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”
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