02.06.2022

Jentis: 3 Mio. Euro Investment für Wiener Web-Daten-Startup

Das Wiener Webtracking- und Data-Privacy-Compliance-Startup Jentis schließt eine zweite Seed-Runde unter dem Lead von Pragmatech Ventures ab.
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Jentis: Das Gründungsteam v.l.n.r. Klaus Müller, Robert Nachbargauer, Walter Parigger, Thomas Tauchner, Christian Kletzander - NEXTJENERATION
(c) Jentis: Das Gründungsteam v.l.n.r. Klaus Müller, Robert Nachbargauer, Walter Parigger, Thomas Tauchner, Christian Kletzander

Wenn man eine Website besucht, werden Daten aufgrund der üblichen „client-side Tracking“ automatisch und direkt an bestimmte Dienste, etwa Analytics-Tools, weitergegeben. Hier schaltet sich das Wiener Startup Jentis mit seiner Lösung dazwischen – der brutkasten berichtete bereits mehrmals. Durch die Datenerfassung über den „TwinServer“ des Unternehmens, sollen Website-Betreiber:innen die Datensouveränität erlangen und über alle Rohdaten verfügen.

„User Experience lässt sich maßgeblich optimieren“

„Damit lassen sich Datenverluste eliminieren, Datenumfang und -qua­lität für First-Party-Data Strategien sowie den Einsatz von KI und erweiterte Datenanalysen signifikant steigern und die User Experience mit Blick auf Merkmale wie die Seitenladezeit maßgeblich optimieren“, heißt es vom Startup. Zudem können Nutzer:innen selbst festlegen, welche First-Party-Daten zur weiteren Verwendung weitergegeben werden, wobei die Daten so pseudonymisiert werden können, dass kein Rückschluss auf die digitale Identität eines Nutzers möglich ist. Das pasiert DSGVO-konform innerhalb der EU.

3 Mio. Euro-Finanzierungsrunde mit aws Double Equity-Beteiligung

Jentis zählt mittlerweile mehr als 50 Unternehmen aus über 15 Branchen als Kunden, „darunter zahlreiche Großkonzerne, mit einem Jahresumsatz von über 52,5 Milliarden Euro in Summe“, wie es vom Startup heißt. Nach einer ersten Investment-Runde im Jahr 2020 – der brutkasten berichtete damals – schloss das Unternehmen nun eine weitere Seed-Runde, diesmal über drei Millionen Euro, ab. Den Lead übernahm dabei das schweizerisch-ukrainische Startup-Studio und VC-Unternehmen Pragmatech Ventures, das auf Frühphasen-Investitionen in B2B SaaS- und Markt­platz-Unternehmen fokussiert ist. Neben Bestands­inves­toren, die die erneute Finanzierungsrunde ebenfalls mit­gingen, beteiligte sich auch der AWS – Austria Wirtschaftsservice über eine Double Equity-Zusage in Höhe von 900.000 Euro an der Runde.

Jentis-Team soll nun auf 50 Personen anwachsen

Man wolle das erhaltene Wachstumskapital in die Weiterentwick­lung der Technologie, die Intensivierung der internationalen Produktvermarktung und den personellen Ausbau des Teams investieren, heißt es von Jentis. Letzteres soll bis Ende des Jahres auf mehr als 50 Mitarbeiter:innen anwachsen. Co-CEO Thomas Tauchner kommentiert, die hohe zweite Seed-Runde zeige, dass der Markt erkenne, wie wichtig aus dem europäischen Datenschutzverständnis heraus entwickelte Datentechnologien im digitalen Ökosystem seien: „Das neue Wachstumskapital ermöglicht uns den Schritt zum Scaleup und hilft uns maßgeblich dabei, unsere ambitionierten Wachstums­pläne jetzt noch offensiver und nachdrücklicher umzusetzen.“

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Containex-Project-Geschäftsführer Markus Pöcksteiner / Hintergrund: Eine von Containex Project umgesetzte Mitarbeiter:innen-Unterkunft | (c) Containex Project (Collage: brutkasten)
Containex-Project-Geschäftsführer Markus Pöcksteiner / Hintergrund: Eine von Containex Project umgesetzte Mitarbeiter:innen-Unterkunft | (c) Containex Project (Collage: brutkasten)

Wenn schnell bzw. temporär ein Gebäude benötigt wird, fällt die Wahl meist auf Container-Bauten. Während diese etwa auf Baustellen das immer gleiche spartanische Design haben, sind sie in aufwändigeren Ausführungen erst auf den zweiten Blick bzw. für das geschulte Auge als Container zu erkennen. Europäischer Marktführer in dem Bereich ist mit Containex eine bereits vor 45 Jahren gegründete Tochter der Wiener Neudorfer Walter Group.

Lücken im Prozess geschlossen

Vergangenes Jahr bekam das Unternehmen mit Containex Project eine neue Schwester, die nun mit ersten Projekten in den Markt startete. Das Ziel: als One-Stop-Shop alle Schritte zwischen der ersten Kundenanfrage und der Übergabe des fertigen Gebäudes innerhalb der Gruppe abdecken. Die neue Gesellschaft schließt damit die verbleibenden Lücken im Prozess, die bei Containex bislang noch bestanden. „Modulares Bauen entfaltet sein volles Potenzial dann, wenn Planung und Ausführung nahtlos ineinandergreifen. Mit Containex Project bündeln wir diese Kompetenzen in einer eigenständigen Projektgesellschaft“, sagt Geschäftsführer Markus Pöcksteiner.

Containex Project als Generalunternehmer

Als Generalunternehmer übernimmt Containex Project den kompletten Bauprozess, also Beratung, Planung, Erstellung von Einreichunterlagen, Fundamentlösungen und Baugrundvorbereitung, Herstellung von technischer Infrastruktur wie Kanal, Wasser, Strom und Daten, Lieferung, Montage und Ausbau der Containermodule, Dach- und Fassadengestaltung, Innenausbau und Koordination aller beteiligten Gewerke. „Unsere Kunden erwarten funktionale, technisch einwandfreie Lösungen mit klar definierten Verantwortlichkeiten. Genau das leisten wir – vom ersten Entwurf bis zur schlüsselfertigen Übergabe“, meint Pöcksteiner.

Unter den ersten Referenzprojekten sind etwa eine Landarztpraxis, ein Kindergarten, ein Seminarzentrum, ein Ausweichquartier eines Gymnasiums, eine Mitarbeiter:innen-Unterkunft eines Logistik-Betriebs oder Ladehubs für E-Autos bzw. E-Bikes inklusive „Lounge“ von Burgenland Energie. Dabei sind nicht alle umgesetzten Projekte temporär.

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