22.12.2021

Janošev und Dinger übernehmen: Führungswechsel beim Social Impact Award

Nach 6 Jahren gibt Jakob Detering zum Jahreswechsel die Social Impact Award-Geschäftsführung an Ana Janošev und Jonas Dinger ab.
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Ana Janošev, Jakob Detering und Jonas Dinger | (c) Social Impact Award
Ana Janošev, Jakob Detering und Jonas Dinger | (c) Social Impact Award

2010 gewann er ihn selber, 2015 übernahm Jakob Detering die Geschäftsführung des Social Impact Award (SIA). Seitdem ging unter seiner Führung einiges weiter. Über ein internationales Franchise-System wurde die Unterstützungsplattform für junge Sozialunternehmer:innen zu einer der größten ihrer Art weltweit. Inzwischen werden laut eigenen Angaben jährlich fast 10.000 junge Menschen unterstützt und es gibt 1.000 Alumni-Ventures in mehr als 25 Ländern in Europa, Zentralasien und Afrika.

Neue Doppelspitze soll Internationalisierung vorantreiben

Nun, mit Jahresende, übergibt Detering, der neben dem Impact Hub und SIA-Gründer Peter Vandor einer von drei Gesellschaftern ist, die Geschäftsführung an Ana Janošev und Jonas Dinger, die beide bereits seit Jahren Teil des Social Impact Award-Führungsteams sind. Als Chairman soll Detering das Team strategisch weiterhin unterstützen. „Wir sind Jakob für seine Führungsarbeit in den letzten sechs Jahren extrem dankbar. Seine Leidenschaft für SIAs Mission sowie seine Leistungen im Aufbau professioneller Strukturen haben sich nachhaltig in der Wirkungsarbeit des SIA niedergeschlagen“, so Gründer Peter Vandor.

Die neue Doppelspitze soll nun das internationale Wachstum weiter vorantreiben und sich auf die Vertiefung von Unterstützungsangeboten und eine bessere Zugänglichkeit für marginalisierte junge Menschen konzentrieren. „Wir werden nicht nur weiterhin junge Menschen all die Unterstützung bieten, die sie auf ihrem Weg zu wirkungsvollem, unternehmerischen Handeln brauchen, sondern auch versuchen, eine stärkere Diversität an Stimmen und Unterstützer:innen in den Social Entrepreneurship Bereich zu bringen“, erklären Ana Janošev und Jonas Dinger in einer Aussendung.

„Arbeit des Social Impact Award aktueller denn je“

Detering kommentiert: „Ich bin überzeugt, dass SIA unter der Führung von Ana und Jonas seine Wirkungslogik weiter vertiefen und ausbauen wird und ein noch kraftvolleres Sprungbrett für sozialunternehmerische Initiativen und Karrieren sein wird“. Vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie, einer sich zuspitzenden Klimakrise und einer Vielzahl komplexer sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen sei die Arbeit des Social Impact Award aktueller denn je.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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