10.02.2022

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

Der Impact Incubator Jamba für Frauen mit Behinderung geht in die nächste Runde. Mit dabei am sechswöchigen Entrepreneurship-Programm “FemPreneurship Academy 2021” waren namhafte Persönlichkeiten aus der österreichischen Startup-Szene.
/artikel/jamba-karriere-fuer-beeintraechtigte-frauen
Das Jamba Team | © Jamba
Das Jamba Team | © Jamba

Laut der Statistik Austria leben in Österreich 650.000 Mädchen und Frauen mit Behinderung. Die Daten von ILOSTAT zeigen, dass die Arbeitssuche für Frauen mit Behinderung eine größere Herausforderung darstellt und die Arbeitslosenquote im Vergleich zu männlichen Kollegen höher ist. Darüber hinaus gibt es in Österreich viele Mütter von Kindern mit Behinderungen, die durch die Betreuung ihrer Nachkommen einer alltäglichen Arbeit nicht nachgehen können. Genau aus diesem Grund haben sich die Gründerinnen Iva Tsolova und Joana Koleva von Jamba das Ziel gesetzt, Frauen mit Beeinträchtigungen dabei zu unterstützen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, um unabhängig arbeiten zu können. 

Die Wandernde Idee weiblichen Supports

Jamba setzt sich dafür ein, Menschen mit Behinderung und Betreuungspersonen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Beschäftigung zu schaffen. Die in 2017 in Bulgarien geborene Idee hat es über die Jahre nach Ungarn und in April 2020 auch nach Österreich geschafft. Der anfängliche Schwerpunkt von Jamba in Österreich war darauf fokussiert, Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Krankheiten mit digitalen Skills in den Bereichen Data Science, QA sowie Softwareentwicklung auszubilden.

“Wir haben die Gelegenheit gehabt, Frauen mit Behinderungen und weibliche Betreuungspersonen von Kindern mit Beeinträchtigungen kennenzulernen, für die es unmöglich war zu arbeiten. Deshalb hat sich unser Team dazu entschieden, sie mit unserer ‘FemPreneuship Academy’ zu unterstützen”, sagt Mitgründerin Tsolova. 

So entstand die Idee eines sechswöchigen Entrepreneurship-Programms, das Teilnehmerinnen mit multidisziplinären Wissen im Bereich Unternehmertum und Selbstständigkeit sowie mentorielle Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsideen ausbildet. Das Programm durchläuft sechs Module: Entrepreneurship & Leadership, Value Proposition & Idea Creation, Business Modelling, Marketing & Sales, Finance & Fundraising sowie Presentation Skills. 

Erfahrene und diverse Mentorinnen fördern unternehmerischen Antrieb

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Programms nehmen die Teilnehmerinnen an einer abschließenden Pitching-Veranstaltung teil. Die Präsentation der Fortschritte sowie Entwicklungen ihrer sozialunternehmerischen Ideen werden von einer hochkarätig besetzten Jury bewertet. Letztes Jahr waren namhafte Persönlichkeiten aus der österreichischen Startup-Szene, die auch Vertreter:innen von Jambas Partnerorganisationen sind, dabei: Julia Rauner und Verena Gruber von der U.S.-Botschaft in Österreich, Tülay Tuncel von der Wirtschaftsagentur Wien und Marlene Roider von LinkedIn.

Mit der strengen Auswahl der Vortragenden verfolgt Jamba das Ziel, Teilnehmerinnen mit erfolgreichen Mentorinnen zu motivieren. “Die Profile der beteiligten Frauen waren sehr unterschiedlich, ebenso wie ihre Interessen sowie ihre bisherigen beruflichen und schulischen Erfahrungen. Wir waren froh, dass die Gruppe so reichhaltig und vielfältig war”, sagt Tsolova über bisherige Teilnehmerinnen. Unterstützung erhält Jamba von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), Vienna Business Agency, Austrian Business Agency, dem Impact Hub, Ashoka, Zero Project, Central European University, Quantargo, LinkedIn und Talent Garden. 

Weibliches Unternehmertum in der Unterzahl

Nach Angaben der Austrian Angel Investors stammen nur sieben Prozent aller Startups in Österreich ausschließlich von Gründerinnen. Dank Jamba soll neben der Verringerung der Arbeitslosigkeit von Frauen durch Selbstständigkeit auch die Beschäftigung mit den wachsenden unternehmerischen Initiativen gestärkt werden. “Frauen im Unternehmertum sind ein wichtiges Segment der wirtschaftlichen Entwicklung und eine wirksame Methode zur Verwirklichung einer demokratischen Gesellschaft auf der Grundlage der Gleichstellung der Geschlechter. Das Unternehmertum hat somit die Kraft, die Wirtschaft und die Gesellschaft zu verändern und fördert Innovation, Vielfalt und die Selbstbestimmung der Frauen”, sagt die Mitgründerin. 

“Wir sind sehr froh, dass wir die Unterstützung der US-Botschaft in Österreich und der Wirtschaftsagentur Wien erhalten haben sowie Partner:innen, denen Inklusion und der gleichberechtigte Zugang zu Bildung und Chancen für Menschen mit Behinderungen sehr wichtig sind und am Herzen liegen. Mit ihrem Support konnten wir unseren Teilnehmerinnen die Möglichkeit geben, kostenlos an der Аcademy teilzunehmen”, so Tsolova abschließend. Dank der Akademie haben die Teilnehmer eine Menge neues Wissen erworben, wichtige und wertvolle Kontakte geknüpft und sich auf die Gründung ihres eigenen Unternehmens vorbereitet“ sagt die Mitgründerin.”

Deine ungelesenen Artikel:
12.10.2026

incaseof.law: Wiener LegalTech bringt digitales Inkasso in die Rauchfangkehrer-Software

Das Wiener LegalTech incaseof.law bindet sein digitales Forderungsmanagement in die Branchensoftware WinChim ein. Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner. Weitere Branchen sollen folgen.
/artikel/incaseof-law-wiener-legaltech-bringt-digitales-inkasso-in-die-rauchfangkehrer-software
12.10.2026

incaseof.law: Wiener LegalTech bringt digitales Inkasso in die Rauchfangkehrer-Software

Das Wiener LegalTech incaseof.law bindet sein digitales Forderungsmanagement in die Branchensoftware WinChim ein. Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner. Weitere Branchen sollen folgen.
/artikel/incaseof-law-wiener-legaltech-bringt-digitales-inkasso-in-die-rauchfangkehrer-software
incaseof.law, KMU,-Rechtsberatung, Beratung für KMUs, KMU-Rechtsberatung, Recht KMU, Anwalt KMU, KI, OGH, Urteil, legal Tech, legalTech
(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Jamba: So werden beeinträchtigte Frauen zu erfolgreichen Unternehmerinnen