19.01.2017

Iyzico: 13 Mio. Dollar für FinTech aus Speedinvest-Portfolio

Das deutsch-türkische FinTech-Startup Iyzico war eines der ersten Speedinvest-Investments und ist inzwischen Online-Payment-Marktführer in der Türkei.
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(c) fotolia.com - Antonioguillem

Nach dem Hitbox-Exit und der erfolgreichen Fraugster-Finanzierungsrunde vermeldet Speedinvest den nächsten Erfolg innerhalb weniger Tage. Das vom deutsch-türkischen Serial-Entrepreneur (Firstdata, ClickandBuy, Klarna) Barbaros Özbugutu in Istanbul aufgebaute Online-Payment-FinTech Iyzico erhielt in seiner C-Finanzierungsrunde 13 Millionen US-Dollar. Speedinvest selbst war diesmal nicht unter den Geldgebern. Lead-Investor ist die an der Stockholmer Börse notierende Vostok Emerging Finance, deren Dachgesellschaft unter anderem bereits in BlaBlaCar, Gett und Delivery Hero investiert hat.

+++ BlaBlaCar und Delivery Hero sind dabei: Europäische Unicorns +++

Auch UNO-Unterorganisation investiert

(c) Iyzico: Barbaros Özbugutu

Ebenfalls an der Runde beteiligt ist die International Finance Corporation (IFC). Sie hat als Unterorganisation der Weltbank, und damit der UNO, die Aufgabe, den privaten Sektor in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Komplettiert wird die Runde durch den türkischen VC-Fonds 212. Iyzico will mit dem Geld weiter im nahen Osten und in Europa expandieren. Bereits seit vergangenem Jahr ist das Startup neben der Türkei auch im Iran aktiv. „Wir werden damit unseren Plan umsetzen, Marktführer in der gesamten Region (Anm. naher Osten) zu werden“, sagt Iyzico-Founder und CEO Özbugutu.

Redaktionstipps

Türkischer Markt mit „großen Chancen im Payment-Bereich“

Die Vostok Emerging Finance macht damit ihren ersten Schritt in den türkischen Markt. „Die Türkei bietet große Chancen im Payment-Bereich. Was uns aber letztendlich überzeugt hat ist vor allem, dass das Iyzico-Team bereits mit unglaublich viel Erfahrung aufwarten kann“, sagt Dave Nangle, Managing Director der Vostok Emerging Finance. Das Startup habe eines der mit Abstand besten Online-Payment-Produkte, die er im Laufe der Zeit gesehen habe.

+++ Dossier: FinTech +++

Iyzico-Founder Özbugutu über Speedinvest

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5.139 Unternehmen mussten laut aktueller Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 in den ersten drei Quartalen 2026 in Österreich Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Nach Jahren des deutlichen Anstiegs bedeutet das eine Stagnation auf hohem Niveau. Diese erwartet der Verband auch für das gesamte Jahr. Die Passiva sind wegen einer etwas geringeren Zahl an Großinsolvenzen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund sieben Prozent auf etwa sechs Milliarden Euro gesunken. Bei den Branchen – Handel vor Baugewerbe und Gastronomie – gab es „wenig Bewegung“.

„Kräftiger Aufschwung gegenwärtig nicht erkennbar“

Insgesamt gibt es seitens des KSV1870 weiter keine Entwarnung. Die schwache Konjunktur, die verhaltene Nachfrage und die hohen Kosten würden Betriebe weiterhin belasten, „ein kräftiger Aufschwung ist gegenwärtig nicht erkennbar“, heißt es vom Verband. „Wo Margen und finanzielle Reserven knapp sind, kann der anhaltende wirtschaftliche Druck schnell existenzbedrohend werden. Entsprechend hoch bleibt die Zahl der Betriebe, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können und den Weg in die Insolvenz antreten müssen“, kommentiert Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.

Weiterer Zuwachs bei nicht eröffneten Fällen „alarmierend“

Mehr noch beschäftigt den Verband eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft hat, und vom KSV als „besorgniserregend“ eingestuft wird: ein massiver Zuwachs bei den nicht eröffneten Fällen. So ist die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 7,2 Prozent gesunken, die Zahl der mangels Masse nicht eröffneten Verfahren dagegen um nicht weniger als 12,6 Prozent gestiegen. Konkret war es laut KSV seit Jahresbeginn bei 2.204 Fällen, also ca. 43 Prozent aller Verfahren mangels Kostendeckung nicht möglich, diese einer geordneten Abwicklung zuzuführen.

„Dass es zwischen den eröffneten und abgewiesenen Fällen mittlerweile nur noch einen zahlenmäßig geringen Unterschied gibt, ist alarmierend. Das ist ein Umstand, den die Gläubiger massiv zu spüren bekommen, da sich in diesen Fällen ihre Verluste weiter erhöhen. Das kann auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen mittel- und langfristig zum Problem werden“, erläutert Götze.

KSV1870 sieht Betrugsbekämpfungsgesetz „zumindest punktuell“ als Auslöser

Die Gründe für die Dynamik laut KSV: Nicht nur werde immer häufiger mit der Insolvenzanmeldung zu lange gewartet, der Verband sieht die Entwicklung auch „zumindest punktuell“ als eine Folge des im Jänner 2026 beschlossenen Betrugsbekämpfungsgesetzes. „Denn infolgedessen ist es vielfach so, dass vor der Änderung der Gesetzeslage durchsetzbare Anfechtungsansprüche nun nicht mehr geltend gemacht werden können, die Zahl der Gläubigeranträge sinkt und auch die Quoten dementsprechend für die Gläubiger zurückgehen“, heißt es vom KSV. In diesem Zusammenhang seien – „wie bereits beim Gesetzesbeschluss seitens des KSV1870 vorausgesagt“ – Folgeinsolvenzen zu befürchten.

Der KSV1870 erwartet auch für das vierte Quartal keine Entschärfung der Insolvenzdynamik und auch keine Verbesserung bei den nicht eröffneten Fällen. „Angesichts dieser Faktenlage ist es höchst an der Zeit, eine gesetzliche Basis zu schaffen, wie mit den mangels Masse abgewiesenen Fällen zukünftig umzugehen ist. Andernfalls wird sich der gesamtwirtschaftliche Schaden weiter erhöhen“, meint Götze.

Deutliches Statement zur Insolvenz-Entgelt-Fonds-Diskussion

Der Verband äußert sich zudem zur Diskussion rund um eine Finanzierungslücke beim Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF). „Aus Sicht des KSV1870 ist dabei ein Punkt wesentlich: Aufgrund der Tatsache, dass sich Österreichs Unternehmen seit einigen Jahren mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, ist eine automatische Anhebung der Dienstgeberbeiträge keine Option“, heißt es dazu. Götze kommentiert: „Dadurch würden die Betriebe finanziell zusätzlich belastet werden, was angesichts der derzeitigen Situation nicht erstrebenswert sein kann.“ Wichtig in der Diskussion sei jedenfalls, „nicht nur den Bedarf für das Jahr 2027 zu bewerten, sondern langfristig zu denken und sowohl die Interessen der Arbeitgeber wie auch jene der Arbeitnehmer zu berücksichtigen“, so der Verband abschließend.

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