03.07.2019

ITSV kooperiert mit Innovations- und Startup-Hub weXelerate

Die IT-Services der Sozialversicherung GmbH setzen auf Artificial Intelligence, um Prozesse und Services rascher, effizienter und kundenfreundlicher zu gestalten. Um Innovationen künftig weiter voranzutreiben ist das Unternehmen nun mit dem Innovations- und Startup-Hub weXelerate eine Kooperation eingegangen.
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ITSV
(c) Dieter Sajovic: v.l.n.r.: Die ITSV Geschäftsführer Hubert Wackerle und Erwin Fleischhacker
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Das Thema AI gewinnt in der Sozialversicherung immer mehr an Bedeutung. Die ITSV, ein Technologieunternehmen das die IT-Aktivitäten der österreichischen Sozialversicherung steuert und koordiniert, hat diesbezüglich bereits erste Projekte in Umsetzung. Dazu zählt beispielsweise eine KI-gestützte Erstattung von Wahlarztkosten, um diese stärker zu automatisieren. Zum Einsatz kommt unter anderem Texterkennung, die relevante Lösungen plausibilisiert, wodurch der Bearbeitungsprozess laut ITSV beschleunigt werden kann. Um Innovationen in diesem Bereich weiter zu forcieren, ist die ITSV nun eine Kooperation mit dem Innovations- und Startup Hub weXelerate eingegangen.

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Schwerpunkt auf AI

Durch die Kooperation mit weXelerate möchte die ITSV künftig mit den im Hub ansässigen Startups in engen Austausch treten. Hubert Wackerle, einer der beiden Geschäftsführer der ITSV, verweist dabei auf den Bereich AI: „Die ITSV GmbH ist der Digitalisierungs-Enabler im österreichischen Gesundheitswesen und führend im technologischen Wandel. Um diese Stärken langfristig auszubauen, kooperieren wir mit weXelerate und setzten hier besonders auf Projekte im Bereich Artificial Intelligence (AI). Daher freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit mehreren Startups und in diesem Zusammenhang ganz besonders mit Mostly AI, die Spezialisten im Bereich künstlicher Intelligenz sind.“

ITSV

Zusammenarbeit mit Mostly AI

Das Wiener Startup Mostly AI hat sich auf die Erzeugung von synthetischen Daten für Unternehmen spezialisiert. Ende letzten Jahres erhielt das Startup für das weitere Wachstum rund eine Million Euro Kapital von 42cap und Push Ventures (der brutkasten berichtete). In der künftigen Kooperation mit der ITSV sieht Michael Platzer, CEO von Mostly AI, einen erheblichen Mehrwert für sein Startup: „Der Markt für KI-basierende synthetische Daten muss erst entwickelt werden, da er in dieser Form noch nicht existiert. Dies ist für uns eine sehr spannende Herausforderung und die Unterstützung der ITSV GmbH ist für uns ein großer Gewinn.“

ITSV kooperiert bereits mit Startup aus Batch 3

Awi Lifshitz, Co-Founder und Geschäftsführer von weXelerate, verweist auch auf die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen der ITSV und dem Innsbrucker Startup Txture, das sich auf Cloud-Transformation großer IT-Landschaften spezialisiert hat: „Die ITSV arbeitet an einigen der sensibelsten und maßgeblichsten IT-Plattformen des Landes, die alle Österreicherinnen und Österreicher betreffen. Neben Mostly AI kooperiert das IT-Unternehmen auch mit Txture aus unserem dritten Batch. Die Basis für erfolgreiche Innovationsprojekte wurde hier in Rekordzeit gelegt. ITSV versteht es hervorragend, unser Ökosystem zu nutzen, das zeigen die raschen und konkreten Projektfortschritte.“


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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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