16.05.2015

IT-Unternehmen Re-Systems aus Innsbruck ist „Fujitsu Botschafter des Jahres“

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© Fujitsu: Markus Reitshammer (links) wird von den Fujitsu Managern Blätterbauer und Hammerschmid ausgezeichnet.

Diese Woche wurde das Innsbrucker IT-Unternehmen Re-Systems mit dem Preis „Fujitsu Botschafter des Jahres 2014“ ausgezeichnet. Zum ersten Mal wurde ein Unternehmen aus Tirol prämiert. Der Preis wird von Fujitsu verliehen, einem der weltweit größten Technologiekonzerne. Der japanische Anbieter bietet eine breite Palette an Technologieprodukten. In über 100 Ländern beschäftigt der Konzert über 160.000 Mitarbeiter. Fujitsu erwirtschaftete im Vorjahr einen Umsatz von über 40 Milliarden Euro.

„Wir sind doch etwas überrascht, freuen uns aber umso mehr über diese große Auszeichnung. Als mich Fujitsu vor wenigen Tagen darüber informierte, dachte ich zuerst an eine Verwechslung. Aber jetzt es ist offiziell: Wir sind der Botschafter des Jahres 2014,“ so Re-Systems Chef Markus Reitshammer in einer offiziellen Aussendung.

Re-Systems wurde im Jahr 1998 von Markus Reitshammer ins Leben gerufen – seitdem hat sich das Unternehmen mit Sitz in Tirol auf intelligente EDV Lösungen spezialisiert. Ein zentraler Fokus liegt in den Bereichen IT-Security, wie Firewall Lösungen oder Sicherheitskonzepte. Die Unternehmenszentrale befindet sich in Innsbruck und umfasst ein Team von knapp 10 Informatikern. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Tyrolit oder Magna.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung sei laut Fujitsu „die langjährige Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Partner“. Das Team hinter Re-Systems hätten „herausragende Arbeit“ geleistet und das im immer komplexer werdenden IT-Bereich. Der Preis wurde Reitshammer von den beiden Fujitsu Managern Michael Blätterbauer und Martin Hammerschmid bei einer Veranstaltung am Grundlsee im steirischen Salzkammergut überreicht.

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Mistral.
© LinkedIn/Canva - Arthur Mensch, Co-Founder und CEO Mistral AI.

Drei Milliarden Euro. Das ist die Summe, die der französische Anthropic- und OpenAI-Herausforderer Mistral in seiner heute verkündeten Series-D-Finanzierungsrunde aufnahm. Es ist die größte VC-Runde für ein Tech-Unternehmen in der europäischen Geschichte – und das für ein gerade einmal drei Jahre altes Unternehmen.

Den Lead in der Runde übernahm mit Samsung – wenig überraschend – ein außereuropäischer Player. Dazu kommen große US-Investoren wie PSG Equity als Co-Lead, a16z und Nvidia, aber auch eine ganze Reihe europäischer Kapitalgeber, darunter der Scaleup Europe Fund der schwedischen EQT als weiterer Co-Lead.

Keine normalen Umstände

Drei Milliarden Euro. Eine Bewertung von 21 Milliarden Euro. Das sollte unter normalen Umständen ein Garant für den großen Durchbruch sein. Zum Vergleich: Meta (damals Facebook) genügten vor seinem Börsengang insgesamt 2,27 Milliarden US-Dollar VC-Kapital, um sich im Social-Media-Wettlauf klar an die Spitze zu setzen und zum Tech-Giganten zu werden.

Doch die Umstände sind nicht normal. Der KI-Wettlauf hat die Volumina an VC-Kapital vor allem in den USA auf ein nie dagewesenes Level gehievt. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat allein in seiner Series-H-Runde im Mai dieses Jahres 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen und steht bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat diesen März in seiner Finanzierungsrunde sogar 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt und steht bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Beim insgesamt aufgenommenen Kapital steht Mistral (ca. 6 Mrd. Euro inklusive Kredite) in einem Verhältnis von etwa 1:19 zu Anthropic (mindestens 130 Mrd. US-Dollar) und 1:26 zu OpenAI (mindestens 180 Mrd. US-Dollar). Das wird im beinharten internationalen Tech-Wettlauf vermutlich nicht ausreichen.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Und das weiß man auch beim französischen Scaleup. Der größte Trumpf, den es in der Hand hat, ist, dass es aus Europa kommt. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei den Themen Digitale Souveränität und Datensicherheit. Und das wiederum sind Fragen, die im B2B- und vor allem im öffentlichen Bereich deutlich schwerer wiegen als im B2C-Bereich, den aktuell Anthropic, OpenAI und Google dominieren.

„Während der ersten Welle der generativen KI lautete die zentrale Frage: Wer kann das leistungsstärkste Modell entwickeln? Unternehmen und Regierungen stellen sich nun eine andere Frage: „Wie können sie die Leistungsfähigkeit der KI für ihre geschäftskritischen Anforderungen nutzen, ohne die Kontrolle über die Infrastruktur und den Informationskreislauf abzugeben?“, heißt es von Mistral in der Presseaussendung zur aktuellen Kapitalrunde.

Die Frage will man freilich mit dem eigenen Produkt beantworten. „Die Nachfrage nach dieser Kombination aus Leistung, Kontrolle, Auswahlmöglichkeiten und Unabhängigkeit nimmt weltweit zu“, ist man sich sicher. Und Mistral sei das weltweit einzige KI-Unternehmen, das den gesamten Stack entwickle, der dafür erforderlich ist: „Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und die Rechenkapazität, auf der sie laufen, und die Produkte, mit denen sie in den Unternehmen wirksam werden“.

Ausstehender Beweis

Dass diese Argumente angesichts des europäischen Diskurses durchaus valide sind, liegt auf der Hand. Ob die Rechnung am Ende auch betriebswirtschaftlich aufgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mistral bekommt durch die Mega-Runde genug Luft, um sich innerhalb Europas weiterhin im öffentlichen und im Unternehmenssegment zu etablieren. Doch dass das ausreicht, um das eingesetzte Kapital (mehrfach) zurückzuspielen, muss erst bewiesen werden.

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