07.08.2017

IST CUBE: Neuer 5 Mio Euro-Investmentfonds für Tech-Startups

Das Institute of Science and Technology Austria (IST) und eine Tochtergesellschaft von Lansdowne Partners starten einen neuen Investmentfonds. Finanziert werden Tech-Startups, die aus akademischer Forschung entstehen.
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(c) IST Austria: Das Hauptgebäude des IST Austria.

Das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), mit Sitz im niederösterreichischen Maria Gugging, machte bei seiner Gründung vor 10 Jahren mit dem Anspruch, eine Elite-Uni sein zu wollen, Schlagzeilen. Die Wogen waren nach einer kurzen, heftigen öffentlichen Diskussion bald wieder geglättet. Seitdem wird in Gugging am ehemaligen Standort der bundesweit bekannten Nervenheilanstalt intensiv Grundlagenforschung betrieben. Von Anfang an wurde dabei die Gründung von Spinoffs forciert.

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Fonds nicht nur für eigene Spinoffs

Nun geht das IST bei der Unterstützung von akademischen Spinoffs einen Schritt weiter. Nicht nur für die vor Ort entstandenen Tech-Startups, wird gemeinsam mit einer Tochtergesellschaft von Lansdowne Partners ein Investmentfonds eingerichtet. In einer Aussendung dazu heißt es: „Anträge sind nicht auf Forschung des IST Austria beschränkt sondern sind von technologieorientierten Gründern aus dem In- und Ausland willkommen.“ Dem IST CUBE stehen vorerst fünf Millionen Euro zu Verfügung. IST CUBE ist als offenes Anlageinstrument strukturiert – weitere Investoren sind dazu eingeladen, einzusteigen.

Ziel für Startups: Globale Führungsrolle

„Wir wollen geniale junge Leute unterstützen, deren Weg sie ins Unternehmertum führt. Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem Innovationen gedeihen können“, erklärt IST Austria-Präsident Tom Henzinger. Neben der Investmenttätigkeit soll IST CUBE Tech-Startups auch nicht-finanziell unterstützen. So sollen Gründer etwa beim Business-Modell und bei der Zusammenstellung des Teams Support bekommen. Man wolle ihnen helfen, ihre Unternehmen mit dem Ziel weiter zu entwickeln, eine globale Führungsrolle in ihrem gewählten Feld einzunehmen, heißt es vom IST.

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Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) | (c) Sandro Halank via Wikimedia Commons
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Im Vergleich zu Österreich hatte Deutschland die Nase bei Startup-Finanzierungen auch in Relation zur Gesamtbevölkerung zuletzt deutlich vorne. Im Vergleich zu den USA steht Österreichs großes Nachbarland aber vor demselben Problem, das auch hierzulande nur allzu gut bekannt ist: Während die Frühphasenfinanzierung im Land noch recht gut abgedeckt werden kann, sind die großen Kapitalbeträge für spätere Wachstumsphasen oft nur in Übersee zu holen – und das immer wieder in Verbindung mit einer Verlegung des Firmensitzes.

„Deutlich mehr privates Kapital“

„Mein Ziel ist, dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können“, sagte der deutsche Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil nun gegenüber der Nachrichtenagentur „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) im Vorfeld eines Treffens mit der ostdeutschen Startup-Szene. Mit besseren steuerlichen Bedingungen für Startup-Investments wolle die deutsche Regierung daher dafür sorgen, „dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt“.

Zuletzt große Budget-Zusagen für staatliche Finanzierungsvehikel

Zudem sollen größere Startup-Finanzierungen durch deutsche Staatsfonds mehr privates Kapital mobilisieren. Dazu stehen mehrere Vehikel bereit, die zuletzt mitunter Budget-Zusagen im neun- bis zehnstelligen Bereich bekommen haben, etwa „Scale-up Direct“ von KfW Capital, für das bis Ende 2030 eine Milliarde Euro vorgesehen ist, womit Einzelinvestments bis zu 50 Millionen Euro umgesetzt werden können.

Beteiligungsfreibetrag in Österreich weiterhin nur am Wunschzettel

Wie die angedachten steuerlichen Begünstigungen konkret aussehen sollen, ist aktuell noch nicht bekannt. Ein typisches Modell wäre ein Beteiligungsfreibetrag nach Vorbild des Vereinigten Königreichs, wie er auch von den österreichischen Startup-Stakeholdern seit Jahren gefordert wird. Hierzulande schaffte es diese Maßnahme abermals nicht ins laufende Regierungsprogramm – dem Vernehmen nach vor allem wegen Widerständen des Koalitionspartners SPÖ. Dass nun im Nachbarland mit Lars Klingbeil ein sozialdemokratischer Minister einen solchen Vorschlag von sich aus aufs Tapet bringt, ist in diesem Kontext durchaus bemerkenswert.

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