Die Leidenschaft für das Kochen brachte eine Marketing-Expertin und eine Börsenmaklerin zusammen. Seit Jänner 2016 betreiben Isabelle Stepski und Mariola Spiegelfeld den Home Catering Service ISA LOLA. Das Ziel: Ein gemütlicher Abend zu Hause, an dem sich die Gastgeber ganz ihren Gästen widmen können.
Isabelle Stepski studierte in England und arbeitete in London bei einer Event Agentur. Mariola Spiegelfeld wuchs in Mexiko auf und war als Börsenmaklerin tätig. Die beiden Frauen kannten einander nicht, doch teilten sie eine Leidenschaft: Das Kochen. Dann stellten gemeinsame Freunde fest: „Ihr wollt das Gleiche, ihr müsst euch kennen lernen.“ So trafen Isabelle und Mariola einander und in kürzester Zeit war eine Geschäftsidee geboren. Die Idee trägt heute den Namen ISA LOLA.
Hinter der Kombination aus den Spitznamen beider Frauen steht ein Home Catering Service, der im Jänner 2016 gelauncht wurde. Auf Bestellung betreuen Stepski und Spiegelfeld ein Abendessen zu Hause – vom Einkauf bis zum Abwasch. Sogar das Geschirr bringen sie selbst mit, sodass für die Gastgeber möglichst wenig Arbeit anfällt und sie sich ihren Gästen widmen können. Als Servierpersonal beschäftigen die beiden Köchinnen zwei Mitarbeiterinnen auf Werkvertragsbasis.
Innovatives Dinner
Mit den Gastgebern wird im Vorhinein ein Budgetrahmen und ein Speiseplan festgelegt. In den meisten Fällen beinhaltet ein Menü drei bis fünf Gänge, Gesellschaften von bis zu 25 Personen können bekocht werden. Je nach Personenzahl variiert der Preis pro Kopf. „Ab 500 Euro Umsatz zahlt es sich für uns auf, Aufträge anzunehmen“, erklärt Stepski.
Derzeit hat ISA LOLA etwa zwei Aufträge in der Woche. Ziel der Gründerinnen ist es, auf mindestens vier aufzustocken und ein Team an Köchen aufzubauen. Großen Catering-Firmen wollen sie aber keine Konkurrenz machen. „Für riesige Gesellschaften haben wir weder die Kapazitäten, noch die Ausrüstung“, sagt Stepski. „Darum konzentrieren wir uns auf kleine Events zu Hause, die für große Caterer nicht rentabel sind.“ Das, und die Individualität jedes Essens sollen ISA LOLA zu einer innovativen Catering-Variante machen.
Bei der Gründung sorgte das neue Konzept hingegen eher für Schwierigkeiten. „So etwas gab es nicht, und was es nicht gibt, geht nicht, hatten wir den Eindruck“, erzählen die Gründerinnen.
Kundengewinnung durch Schneeballsystem
Ein halbes Jahr nach dem Launch sind sie nun dabei, ihren Kundenkreis auszubauen. Das funktioniert hauptsächlich über ein Schneeballsystem. Menschen, die bereits zu Gast bei einem von ISA LOLA betreuten Abendessen gewesen sind, würden oft auch von dem Service Gebrauch machen. Bisher wurde außer in Wien schon in Oberösterreich und Kitzbühel gekocht. Demnächst steht auch München auf dem Programm.
In Wien sei der Markt generell offener für das junge Unternehmen, betont Stepski, die auch über eine Gründung in London nachgedacht hatte. „Aber dort ist der Markt anders und wir sind dort weit nicht so gut vernetzt.“
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).
Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.
Foto: epilogy.photography
Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“
Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.
Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien
Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.
Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.
Foto: epilogy.photography
Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“
Panel: Local Roots, Global Reach
Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.
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Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre
Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.
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Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein
Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.
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Eine Community feiert
Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“
Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.
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