Iowa Caucus: Erste Demokraten-Vorwahl scheitert an mangelhafter App
Trotz im Vorfeld geäußerter Sicherheitsbedenken entschied man sich bei der ersten Vorwahl der US-Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf für die Nutzung einer App. Medienberichten zufolge lassen die Ergebnisse des Iowa Caucus nun aufgrund von Bugs auf sich warten.
Wer tritt bei der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 auf Seiten der Demokraten gegen Amtsinhaber Donald Trump an? Diese Frage beschäftigt die interessierte Öffentlichkeit auf der ganzen Welt. Die erste von mehr als 50 Vorwahlen (zusätzlich zu den Staaten wählen noch einige Sondergebiete) fand gestern in Iowa statt. Doch die Ergebnisse des Iowa Caucus lassen noch auf sich warten. Grund dafür ist laut mehreren US-Medien eine mangelhafte App.
Iowa Caucus: Wahlsystem aus dem 18 Jhd. trifft App
Eigentlich sollte diese App den Auswertungsvorgang im restlos veralteten Caucus-System, das in seinen Grundzügen aus der Anfangszeit der USA im 18. Jahrhundert stammt, beschleunigen. In Iowa (ähnlich in anderen Staaten, allerdings nicht einheitlich) treffen demokratische Parteimitglieder einander an mehr als 1500 Plätzen im gesamten Bundesstaat – etwa Schulen, Kirchen, Büchereien oder teilweise sogar in privaten Häusern. Sie wählen dort ihren Kandidaten, indem sie sich in ein zuvor definiertes Areal stellen. Sie können dort 30 Minuten lang versuchen, die Anhänger der anderen Kandidaten zu überzeugen, überzulaufen, bevor ein erstes Mal gezählt wird.
Nachdem dann alle Kandidaten, die unter 15 Prozent der Stimmen hatten, ausgeschlossen wurden, wird ein zweites Mal diskutiert und anschließend wieder gezählt. Dann werden den Kandidaten Delegierte im Verhältnis ihrer Stimmenanteile zugesprochen. Im Gegensatz dazu stehen die Primaries, wie sie in den meisten US-Staaten stattfinden, bei denen per Stimmzettel in einem Wahlgang der Sieger bestimmt wird – meist nach dem Mehrheitswahlrecht („winner takes it all“-System).
Die Übermittlung der Stimmverteilung dieser ausgesprochen komplexen lokalen Wahlvorgänge sollte beim Iowa Caucus 2020 nun also erstmals per App passieren, um die Ergebnisse schneller und effizienter auswerten zu können. Doch das Gegenteil war am Montag der Fall. Aus Sorgfaltsgründen wurden die mittels App erfassten Ergebnisse mit manuell erfassten verglichen, wobei es zu Unstimmigkeiten bei mehreren Teilergebnissen kam. Seitens der Demokraten wird ein Hacker-Angriff oder eine andere Einflussnahme von Außen gegenüber den Medien dezidiert ausgeschlossen.
Sicherheitsbedenken schon im Vorfeld des Iowa Caucus
Genau das war nämlich eines der im Vorfeld geäußerten Sicherheitsbedenken, das etwa im Wall Street Journal bereits vor einigen Tagen vorgebracht wurde. Dieser Gefahr wollte man beim Iowa Caucus vorbeugen, indem man zuvor weder den Namen der App, noch das Entwicklerteam dahinter öffentlich nannte. Beim Magazin TechCrunch wird gemutmaßt, dass das aktuelle Problem auf Bugs in der App zurückzuführen ist. Mit den Ergebnissen sei im Laufe des heutigen Tages (US-Zeit) zu rechnen, hieß es zuletzt von den Demokraten gegenüber Medien.
Der Fisch, der von der Fliege lebt: Kreislaufwirtschaft am NOI Techpark
Drei Startups am NOI Techpark in Bozen beweisen, wie smarte Kreislaufwirtschaft funktioniert: Mit der Schwarzen Soldatenfliege ersetzen sie Fischmehl durch Insektenprotein. Eine Geschichte von Startup-Kollaboration, wie sie im Buche steht.
Der Fisch, der von der Fliege lebt: Kreislaufwirtschaft am NOI Techpark
Drei Startups am NOI Techpark in Bozen beweisen, wie smarte Kreislaufwirtschaft funktioniert: Mit der Schwarzen Soldatenfliege ersetzen sie Fischmehl durch Insektenprotein. Eine Geschichte von Startup-Kollaboration, wie sie im Buche steht.
Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.
Es wurlt in der Larvenkiste des österreichischen Scaleups Reploid: Larven der Schwarzen Soldatenfliege werden hier seit einigen Tagen gemästet. Sie ahnen natürlich nicht, dass sie bald eine wichtige Rolle im Kreislaufkonzept dreier Jungunternehmen spielen werden.
Zuerst aber dorthin, wo alles begonnen hat: an den NOI Techpark in Bozen, Südtirol. Auch hier wurlt es, nur bringen statt Insektenlarven Startups Leben in das 12 Hektar große Innovationsviertel. Aktuell arbeiten 76 Unternehmen, 37 Startups, drei Forschungsinstitute, vier Fakultäten der Freien Universität Bozen und insgesamt 2.400 Menschen hier gemeinsam für nachhaltigen Fortschritt. Man tüftelt in den Laboren an Prototypen, vernetzt sich auf Events, feilt beim Spaziergang über den 2017 eröffneten Campus, der sich inzwischen stark vergrößert und weiterentwickelt hat, an der nächsten Idee. Was Gründer:innen hier aber am meisten schätzen: das weitreichende Netzwerk.
Nicht gesucht – trotzdem gefunden
„Wer am NOI Techpark Fuß fasst, bekommt Zugang zu etablierten Akteuren und Investoren in Südtirol“, erklärt Manuel Mairinger, Managing Director und CEO von Reploid Italia. Das ursprünglich aus Österreich stammende Insekten-Scaleup hat sich bei der Expansion nach Italien wegen der hervorragenden Lage zwischen Österreich und Mailand für das Acceleration & Scale-up Programme des NOI Techpark als Launchpad entschieden. „Das NOI baut als renommierter Partner die Brücke zu potenziellen Kund:innen und Partner:innen, ganz ohne die Hilfe von Plattformen wie LinkedIn“, fügt der Reploid-Italia-CEO hinzu.
Mairinger weiß genau, wovon er spricht. Reploid Italia ist eines von drei am NOI inkubierten Jungunternehmen, die zeigen, wie Startup-Kollaboration funktionieren kann. Initiiert hat die Zusammenarbeit Sonja Tetter vom Team des Start-up Incubator. „Wir arbeiten sehr eng mit unseren Startups zusammen, kennen ihre Geschäftsmodelle, Technologien und Herausforderungen. Deshalb sehen wir relativ früh, wo eine Kooperation wirklich Mehrwert schaffen könnte“, erläutert Tetter. Gemeinsam wollen die drei Unternehmen zur regionalen Kreislaufwirtschaft in Bozen beitragen. Und hier kommt die Larve der Schwarzen Soldatenfliege wieder ins Spiel.
Nach nur einer Woche sind die Larven laut Reploid mit rund 25 Millimetern ausgewachsen und überzeugen mit innerer Größe: Sie sind sehr reich an tierischem Protein. Das aus ihnen gewonnene Mehl kann einen Proteingehalt von über 62 Prozent aufweisen.
Das macht die Larven zum potenziellen Proteinersatz, vor allem im Futtermittelbereich, etwa für Fische. „Wir züchten Welse, das sind Fleischfresser“, erklärt Matthäus Kircher, Gründer von Solos. Das Südtiroler Startup betreibt Aquaponik und verbindet Fischzucht mit dem Anbau von Kräutern und Salat.
Das Prinzip dahinter: Die Fische reichern das Wasser durch ihre Ausscheidungen mit natürlichen Nährstoffen an, ein Biofilter leitet es ins Pflanzenbecken, wo Salat und Kräuter die Nährstoffe aufnehmen und das Wasser reinigen, bevor es zurück zu den Fischen fließt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf im Zeichen der Nachhaltigkeit.
Ein Punkt war Kircher dabei allerdings von Anfang an ein Dorn im Auge: das mit Fischmehl angereicherte Futter. „Bereits vor vier Jahren haben wir uns gefragt, wie wir tierische Proteine ohne Fischmehl verfüttern können“, erzählt er. Insekten bildeten schließlich die Lösung. Eine Studie ergab: Futtermischungen auf Insektenmehlbasis, angereichert mit Spirulina-Algen, lassen den Omega-3-Gehalt im Fischfilet höher ausfallen als bei herkömmlich gefütterten Tieren.
Hier kommt Reploid ins Spiel: Das Unternehmen implementiert modulare Anlagen, die sogenannten „ReFarm-Units“. Dort verarbeiten Larven der Schwarzen Soldatenfliege regionale Reststoffe zu Insektenprotein und -fett für Futtermittel- sowie Industrieanwendungen. Ein weiteres Nebenprodukt ist der Insektenfraß, also die Ausscheidungen, aus denen organischer Dünger entsteht. Den dritten Baustein liefert Kinsect: Das italienische Startup entwickelt Technologien für die industrielle Zucht der Fliege und liefert Eier sowie Junglarven.
Am Standort von Solos in Tramin greifen so die unterschiedlichen Kompetenzen ineinander: Die von Kinsect bereitgestellten Larven werden in einer Insektenmastanlage von Reploid mit Lebensmittelnebenprodukten wie Apfeltrester, Kartoffelschalen oder Altbrot gefüttert. Solos nutzt sie anschließend als nachhaltiges Futtermittel in der Fischzucht. So soll Fischmehl ersetzt, sollen organische Reststoffe sinnvoll verwertet werden. Neben den ökologischen Vorteilen ergeben sich durch das Vorzeigeprojekt und den realen Usecase natürlich auch wirtschaftliche Vorteile, von denen die drei Startups profitieren.
Es ist eine Kooperation im Namen der Kreislaufwirtschaft, die ohne den NOI Techpark nie zustande gekommen wäre. „Am NOI Techpark konnte diese Synergie organisch entstehen“, fasst Kinsect-CEO Giacomo Benassi zusammen. „Dank der Zusammenarbeit im selben Ökosystem konnten wir viel schneller Vertrauen zueinander aufbauen.“ Der NOI Techpark ermöglicht damit nicht nur grenzüberschreitende, sondern auch branchenübergreifende Vernetzungen, die Startups entscheidend weiterbringen.
Und so wurlt es weiter am NOI Techpark. Jedes Jahr kommen neue Startups zur NOI-Community dazu. Für den Herbst-Batch kann man sich noch bis zum 5. Oktober bewerben – vielleicht entsteht daraus bald die nächste erfolgreiche grenzüberschreitende Startup-Kooperation.
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Iowa Caucus: Erste Demokraten-Vorwahl scheitert an mangelhafter App
Die erste von mehr als 50 Vorwahlen fand gestern in Iowa statt.
Doch die Ergebnisse des Iowa Caucus lassen noch auf sich warten.
Aus Sorgfaltsgründen wurden mittels App erfasste Ergebnisse mit manuell erfassten verglichen, wobei es zu Unstimmigkeiten bei mehreren Teilergebnissen kam.
Ein Hacker-Angriff wird von den Demokraten aber gegenüber Medien ausgeschlossen.
Genau das war nämlich eines der im Vorfeld geäußerten Sicherheitsbedenken, das etwa im Wall Street Journal bereits vor einigen Tagen vorgebracht wurde.
Laut Medienberichten sind Bugs in der App das Problem – mit den Ergebnissen sei im Laufe des heutigen Tages zu rechnen, hieß es zuletzt von den Demokraten gegenüber Medien.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …
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Aus Sorgfaltsgründen wurden mittels App erfasste Ergebnisse mit manuell erfassten verglichen, wobei es zu Unstimmigkeiten bei mehreren Teilergebnissen kam.
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Genau das war nämlich eines der im Vorfeld geäußerten Sicherheitsbedenken, das etwa im Wall Street Journal bereits vor einigen Tagen vorgebracht wurde.
Laut Medienberichten sind Bugs in der App das Problem – mit den Ergebnissen sei im Laufe des heutigen Tages zu rechnen, hieß es zuletzt von den Demokraten gegenüber Medien.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
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