22.10.2021

IoT Challenge: Magenta Business sucht bis 12. November “smarte” Startups

StartUps und Unternehmen aufgepasst! Magenta Business sucht neue, lösungsorientierte Produktentwicklungen, die mit Mobilfunktechnologie umgesetzt werden.
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Smart City, Smart Building oder Logistik 4.0 – Unternehmen investieren immer stärker in das Internet of Things. Magenta Business will Startups dabei unterstützen, diesen Markt zu erobern. Von Parkplätzen, die selbst melden, wenn sie frei sind bin hin zu Räumen, die bei zu hohen CO2-Werten Alarm schlagen – das “Internet of Things” kann ganz schön praktisch sein.

Startups mit erster Markterfahrung gesucht

Gesucht werden Startups und Unternehmen mit Sitz in Österreich, die eine IoT-Lösung entwickeln, die mit Mobilfunktechnologie umgesetzt wird. Das Startup soll damit bereits erste Erfahrungen am Markt gesammelt haben und natürlich passt es idealerweise in das Portfolio von Magenta Business. Der Provider bietet beispielsweise bereits eine Luftgütemessung an, bei der Alarm geschlagen wird, wenn Grenzwerte bei CO2, Luftfeuchtigkeit, Temperatur oder Feinstaub unter- oder überschritten werden. Andere Beispiele sind das Tracking von Waren, Gütern oder ganzen Fahrzeugen und eine Überwachung von Füllständen bei Abfall, Schüttmulden oder Lagerbeständen.

Die Preise der IoT Challenge

Startups können sich noch bis 12. November bei Magenta Business für die “IoT Challenge” bewerben. Zehn Teams lädt der Provider zu einem Pitch vor einer Expert:innen-Jury und drei Gewinner:innen erwarten Preise im Gesamtwert von mehr als 10.000 Euro. Neben Bargeld erhalten die Siegerteams SIM-Karten, Zugang zu IoT-Plattformen und die Möglichkeit, ins IoT-Portfolio von Magenta Business aufgenommen zu werden.

Teil des Gewinns ist auch die einjährige Nutzung des „IoT Hub“ – eine neue Plattform, die unterschiedliche Geräte, Protokolle und Netztechnologie in nur einem einzigen System verbindet und IoT-Projekte verwaltet. Als standardisiertes Ökosystem ermöglich es der „IoT Hub“, unterschiedliche Sensoren, Clouds und Dashboards im Auge zu behalten. Die Jury besteht aus Magenta-Telekom-Geschäftsführern Werner Kraus und Volker Libovsky, Diego del Pozo von der Werbeagentur Tunnel23, die einen Teil des Preises stellt, Industry-Meets-Makers-Initiatorin Sandra Stromberger und brutkasten-Chefredakteurin Sara Grasel.

Investitionen in IoT steigen

Die Coronazeit hat der Digitalisierung einen kräftigen Schub gegeben. Unternehmen haben auch verstärkt in IoT-Lösungen investiert, wie eine entsprechende Studie von IDG Research zeigt. Im DACH-Raum haben 42 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in IoT erhöht. Mehr als die Hälfte der Unternehmen in DACH hat laut der Studie nun Erfahrung mit IoT-Projekten. Die meisten Unternehmen erhoffen sich durch IoT eine Steigerung bei Produktivität und Umsatz und eine Senkung der Kosten.

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Larisa Stanescu (l.) vom Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe und Product Owner Jonathan Mayer | (c) WienIT

Im August 2025 zog die WienIT in einem eigenen Beitrag eine erste Zwischenbilanz des Competence Center KI. Der Bogen spannte sich damals vom Wissensmanagement-Tool bis zur KI-gestützten Lösung für Förderanträge.

Ein Jahr später hat sich der Schwerpunkt verschoben. In den Vordergrund gerückt ist eine zentrale KI-Plattform, die allen Mitarbeitenden der Wiener Stadtwerke-Gruppe Zugang zu KI-Werkzeugen geben soll. Sie ist produktiv, und seit dem Rollout wurden nach Angaben des Unternehmens rund 500 Nutzer:innen gewonnen.

„Die vergangenen eineinhalb Jahre waren vor allem von Aufbauarbeit geprägt“, sagt Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform. Das größte Vorhaben sei die Entwicklung eben dieser Plattform gewesen, mit dem Ziel, einen „einfachen, sicheren und vertrauenswürdigen Zugang zu KI-Technologien“ zu ermöglichen.

Larisa Stanescu, die das Competence Center leitet, wertet die Zahl als Bestätigung: Die Entwicklung zeige, dass der Bedarf an KI-Werkzeugen im Arbeitsalltag groß sei und kontinuierlich wachse. Entscheidend sei dabei, dass die Plattform einen sicheren und unternehmenskonformen Zugang biete.

Vom Freitextfeld bis zur Bestellprognose

Inhaltlich sieht das Competence Center einen großen Bedarf im Wissensmanagement. Informationen würden immer umfangreicher und verteilter, KI könne relevantes Wissen schneller auffindbar machen.

Daneben kommt KI zur Datenanalyse zum Einsatz, etwa bei der Auswertung offener Antworten aus Mitarbeiter- und Kundenbefragungen. Freitextdaten enthielten oft wertvolle Erkenntnisse, deren manuelle Analyse aber sehr zeitaufwendig sei, so Mayer.

Stanescu betont, dass klassische Data-Science- und Machine-Learning-Ansätze darüber nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aktuell arbeite man an mehreren Use Cases in der Logistik, bei denen historische Daten genutzt werden, um Bestellmengen und Bestellzeitpunkte präziser zu prognostizieren.

Larisa Stanescu vom Competence Center KI | (c) WienIT

Digitale Souveränität als Leitprinzip

Die Frage nach Modellen und Infrastruktur ist für das Competence Center mehr als eine technische. „Digitale Souveränität ist für uns ein strategisches Leitprinzip“, sagt Mayer. Ziel sei es, die Kontrolle über die eigenen Daten und deren Verarbeitung zu behalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Cloud- und KI-Technologien nutzen zu können.

Der Weg dorthin wird als pragmatisch beschrieben: Abhängig von den Anforderungen eines Use Cases und der Sensibilität der Daten wird entschieden, welche Infrastruktur und welche Technologien zum Einsatz kommen.

Konkret wird es beim nächsten Release der Plattform. Dann sollen Nutzer:innen zwischen verschiedenen Modellen selbst auswählen können, etwa europäischen Modellen oder Thinking-Modellen. Parallel dazu soll Model Routing implementiert werden, das automatisch das passende Modell für die jeweilige Fragestellung auswählt.

Warum Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind

Bemerkenswert für ein Innovationsthema dieser Größenordnung: Startups sind bislang nicht unmittelbar beteiligt. „Aktuell arbeiten wir in unseren KI-Projekten nicht unmittelbar mit Startups zusammen“, sagt Stanescu. Den Wiener Stadtwerken sei der interne Knowhow-Aufbau besonders wichtig, weshalb auch im Hinblick auf digitale Souveränität stark auf Eigenentwicklungen gesetzt werde.

Eine grundsätzliche Absage ist das nicht. Entscheidend sei, ob eine Lösung konkreten Mehrwert biete und sich in die Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Integration einfüge. Künftige Kooperationen schließe man keineswegs aus, so Stanescu: Gerade im dynamischen KI-Markt könnten Partnerschaften mit innovativen Unternehmen eine interessante Ergänzung zu etablierten Technologieanbietern sein.

Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform von WienIT | (c) WienIT

Keine hochsensiblen Daten, On-Premises als Option

Auf technischer Ebene arbeitet das Competence Center mit klaren Datenklassifizierungen. Derzeit werden auf der Plattform keine hochsensiblen Daten verarbeitet. In Pilotprojekten wird evaluiert, wie künftig auch sensiblere Anwendungsfälle umgesetzt werden können, etwa durch On-Premises-Modelle, bei denen Daten die eigene Infrastruktur nicht verlassen.

Unabhängig von der Technologie gelte ein Grundsatz, sagt Mayer: KI unterstütze Menschen bei ihrer Arbeit, ersetze aber nicht die menschliche Verantwortung. Bei wichtigen Entscheidungen bleibe die finale Bewertung und Freigabe stets in menschlicher Hand.

Begleitet wird der Rollout von einem Change- und Enablement-Ansatz. Jede neue Nutzerin und jeder neue Nutzer der Plattform erhält ein strukturiertes Onboarding zu den Regeln im Umgang mit KI, dazu kommen Informationsveranstaltungen, Schulungen und eine Community für den Erfahrungsaustausch.

„Welches Problem lösen wir?“

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Monate formuliert Stanescu grundsätzlich: KI sei kein reines IT-Thema, technologische Exzellenz allein reiche nicht aus. Erfolgreiche Projekte entstünden dort, wo Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz und Change Management früh eingebunden werden. Die Abstimmung dieser Anforderungen brauche oft mehr Zeit als die technische Umsetzung selbst.

Der Erfolg von KI-Anwendungen hänge zudem wesentlich stärker von Akzeptanz, Vertrauen und nutzbaren Anwendungsfällen ab als von der Leistungsfähigkeit einzelner Modelle. Statt „Welches Modell ist das beste?“ solle man fragen: „Welches Problem lösen wir für unsere Kolleginnen und Kollegen?“

Agentische KI und ein Hackathon

In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Plattform. Der Zugang zu KI soll weiter vereinfacht, zusätzliche Anwendungsfälle sollen erschlossen werden.

Parallel beschäftigt sich das Competence Center mit agentischer KI. Das Competence Center für Intelligent Process Automation pilotiert erste agentische Fähigkeiten innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Evaluiert wird, wie KI künftig nicht nur Informationen bereitstellen, sondern komplexere Aufgaben und Prozessschritte eigenständig unterstützen kann.

Um die Innovationskraft im Konzern zu stärken, ist außerdem ein KI-Hackathon geplant, bei dem Mitarbeitende eigene Ideen umsetzen können.

Langfristig sieht das Competence Center seine Rolle nicht darin, einzelne Lösungen bereitzustellen, sondern nachhaltige KI-Kompetenz im gesamten Konzern aufzubauen. Der größte Hebel liege nicht in einzelnen Tools, sondern in den Menschen, die diese Technologien sinnvoll einsetzen.

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