18.02.2026
FINANZIERUNG

IO Insurance Brokers erhält sechsstellige Umsatzbeteiligung von Tauros Capital

Der Wiener Versicherungsmakler IO Insurance Brokers setzt seinen Expansionskurs fort und übernimmt zwei weitere Marktteilnehmer. Unterstützt wurde die Transaktion von Tauros Capital im Rahmen einer sechsstelligen Umsatzbeteiligung.
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IO Insurance Brokers
© Canva/Weinwurm - Thomas Hajek von IO Insurance Brokers.

Der Wiener Versicherungsmakler IO Insurance Brokers kauft und konsolidiert Versicherungsvermittler in Österreich. Durch den Zukauf der Rubas & Co Versicherungsmakler GmbH und der Kanzlei Wienerroither Versicherungsmakler- und Versicherungsberatungs Ges.m.b.H möchte das Unternehmen seine heimische Marktposition stärken. Tauros Capital unterstützte die Transaktion mit einer sechsstelligen Umsatzbeteiligung und erweitert mit IO Insurance Brokers sein Portfolio.

IO Insurance Brokers: Anorganisches Wachstum fortsetzen

Thomas Hajek, Gründer und Geschäftsführer der IO Insurance Brokers GmbH, zu seiner Wachstumsstrategie: „Mit den beiden Zukäufen setzen wir unser anorganisches Wachstum fort. Ziel ist es, die heterogenen Marketingstrategien unserer Tochterunternehmen zu vereinheitlichen, zu modernisieren und eine klare, einheitliche Markenidentität zu schaffen. Damit erreichen wir eine höhere Wiedererkennbarkeit und positionieren uns als wertige und moderne Marke.“

Durch den Einsatz innovativer, technologischer Ansätze wie Künstlicher Intelligenz, Prozessautomatisierung und gezielter Datenanalysen sollen der Kundenservice und die internen Prozesse laufend verbessert werden. Jene sind bewusst auf Skalierung und Automatisierung ausgelegt und fokussieren auf eine kontinuierliche Verkürzung der Durchlaufzeiten. Zusätzlich würden sich Synergieeffekte mit den akquirierten Tochtergesellschaften ergeben.

Finanzierungsmix

„Die wachsende Nachfrage nach digitalen Lösungen im Versicherungsmarkt eröffnet interessante Möglichkeiten für innovative Unternehmen wie IO Insurance Brokers“, sagt Werner Edlinger, Mitglied der Geschäftsführung von Tauros Capital. „Das Unternehmen nutzt diese Chancen durch strategische Partnerschaften und den Einsatz neuer Technologien und stärkt damit nachhaltig seine Marktposition.“

In der Vergangenheit investierte Tauros Capital bereits in namhafte Unternehmen. So erhielt das Wiener Food-Scaleup Neoh, bekannt für seine zuckerfreien Schokoriegel, 2022 eine siebenstellige Investment-Summe, wie brutkasten berichtete. Weitere Investitionen gingen an Unternehmen wie BiogenaSoluto und Spusu. Tauros Capital bietet Wachstumskapital in Form von Umsatzbeteiligungen, bekannt als „Revenue-based Financing“.

Thomas Hajek befürwortet die Zusammenarbeit im Zusammenspiel mit anderen Finanzierungsformen: „Ein gut durchdachter Finanzierungsmix mit unterschiedlichen Finanzierungsinstrumenten ist für uns ein wesentlicher Faktor für finanzielle Stabilität und unabhängiges Wachstum. Auf dieser Basis können wir flexibel auf Herausforderungen reagieren und unsere langfristigen Ziele sicher erreichen.“

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(c) Adobe Stock

5.139 Unternehmen mussten laut aktueller Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 in den ersten drei Quartalen 2026 in Österreich Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Nach Jahren des deutlichen Anstiegs bedeutet das eine Stagnation auf hohem Niveau. Diese erwartet der Verband auch für das gesamte Jahr. Die Passiva sind wegen einer etwas geringeren Zahl an Großinsolvenzen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund sieben Prozent auf etwa sechs Milliarden Euro gesunken. Bei den Branchen – Handel vor Baugewerbe und Gastronomie – gab es „wenig Bewegung“.

„Kräftiger Aufschwung gegenwärtig nicht erkennbar“

Insgesamt gibt es seitens des KSV1870 weiter keine Entwarnung. Die schwache Konjunktur, die verhaltene Nachfrage und die hohen Kosten würden Betriebe weiterhin belasten, „ein kräftiger Aufschwung ist gegenwärtig nicht erkennbar“, heißt es vom Verband. „Wo Margen und finanzielle Reserven knapp sind, kann der anhaltende wirtschaftliche Druck schnell existenzbedrohend werden. Entsprechend hoch bleibt die Zahl der Betriebe, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können und den Weg in die Insolvenz antreten müssen“, kommentiert Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.

Weiterer Zuwachs bei nicht eröffneten Fällen „alarmierend“

Mehr noch beschäftigt den Verband eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft hat, und vom KSV als „besorgniserregend“ eingestuft wird: ein massiver Zuwachs bei den nicht eröffneten Fällen. So ist die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 7,2 Prozent gesunken, die Zahl der mangels Masse nicht eröffneten Verfahren dagegen um nicht weniger als 12,6 Prozent gestiegen. Konkret war es laut KSV seit Jahresbeginn bei 2.204 Fällen, also ca. 43 Prozent aller Verfahren mangels Kostendeckung nicht möglich, diese einer geordneten Abwicklung zuzuführen.

„Dass es zwischen den eröffneten und abgewiesenen Fällen mittlerweile nur noch einen zahlenmäßig geringen Unterschied gibt, ist alarmierend. Das ist ein Umstand, den die Gläubiger massiv zu spüren bekommen, da sich in diesen Fällen ihre Verluste weiter erhöhen. Das kann auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen mittel- und langfristig zum Problem werden“, erläutert Götze.

KSV1870 sieht Betrugsbekämpfungsgesetz „zumindest punktuell“ als Auslöser

Die Gründe für die Dynamik laut KSV: Nicht nur werde immer häufiger mit der Insolvenzanmeldung zu lange gewartet, der Verband sieht die Entwicklung auch „zumindest punktuell“ als eine Folge des im Jänner 2026 beschlossenen Betrugsbekämpfungsgesetzes. „Denn infolgedessen ist es vielfach so, dass vor der Änderung der Gesetzeslage durchsetzbare Anfechtungsansprüche nun nicht mehr geltend gemacht werden können, die Zahl der Gläubigeranträge sinkt und auch die Quoten dementsprechend für die Gläubiger zurückgehen“, heißt es vom KSV. In diesem Zusammenhang seien – „wie bereits beim Gesetzesbeschluss seitens des KSV1870 vorausgesagt“ – Folgeinsolvenzen zu befürchten.

Der KSV1870 erwartet auch für das vierte Quartal keine Entschärfung der Insolvenzdynamik und auch keine Verbesserung bei den nicht eröffneten Fällen. „Angesichts dieser Faktenlage ist es höchst an der Zeit, eine gesetzliche Basis zu schaffen, wie mit den mangels Masse abgewiesenen Fällen zukünftig umzugehen ist. Andernfalls wird sich der gesamtwirtschaftliche Schaden weiter erhöhen“, meint Götze.

Deutliches Statement zur Insolvenz-Entgelt-Fonds-Diskussion

Der Verband äußert sich zudem zur Diskussion rund um eine Finanzierungslücke beim Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF). „Aus Sicht des KSV1870 ist dabei ein Punkt wesentlich: Aufgrund der Tatsache, dass sich Österreichs Unternehmen seit einigen Jahren mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, ist eine automatische Anhebung der Dienstgeberbeiträge keine Option“, heißt es dazu. Götze kommentiert: „Dadurch würden die Betriebe finanziell zusätzlich belastet werden, was angesichts der derzeitigen Situation nicht erstrebenswert sein kann.“ Wichtig in der Diskussion sei jedenfalls, „nicht nur den Bedarf für das Jahr 2027 zu bewerten, sondern langfristig zu denken und sowohl die Interessen der Arbeitgeber wie auch jene der Arbeitnehmer zu berücksichtigen“, so der Verband abschließend.

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