12.12.2019

2,5 Millionen Euro Investment für weXelerate-Startup Neticle

Das ungarische Startup Neticle zieht ein Investment in Höhe von 2,5 Millionen Euro an Land. Im Rahmen der Teilnahme am vierten Batch von weXelerate erfolgte 2019 auch der Marktstart in Österreich.
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Die Gründer Zoltán Csikós, Róbert Horváth und Péter Szekeres (vlnr). © Neticle

Das ungarische Startup Neticle, welches Lösungen im Bereich des Textanalyse und des Social Listening bietet, hat eine Vereinbarung mit den Managementgesellschaften von Lead Ventures und Hiventures unterzeichnet, die eine Risikokapitalinvestition in Höhe von 2,5 Millionen Euro vorsieht. Das frische Kapital soll für Produktentwicklung ebenso wie für die weitere internationale Expansion verwendet werden.

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In Österreich ist das 2012 gegründete Neticle spätestens bekannt, seit das ungarische Startup am vierten Batch von weXelerate teilnahm. In diesem Kontext erfolgte auch der Launch des Produkts in Österreichs, nachdem Neticle zuvor bereits in Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Georgien, Ukraine, Russland, Polen und Deutschland gestartet war.

Neticle: Social Listening für Unternehmen

Die Lösung von Neticle verfolgt das Ziel, alle Erwähnungen – sei es das Unternehmen, die Marke, das Produkt oder die Konkurrenz – in der Presse oder in sozialen Medien zu finden. Im Gegensatz zu Social Media Monitoring werden beim Social Listenting Verbrauchermeinungen und die Reaktionen auf Äußerungen in den verschiedenen Social Media-Kanälen ausgewertet. Nutzer von Neticle können mit einer Liste an Suchbegriffen ausgewählte Quellen durchforsten. Stößt der Algorithmus auf einen Treffer, wird aufgezeichnet, wo und was geschrieben wurde.

„Mit dem Algorithmus von Neticle können Kommentare aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert werden“, sagt Péter Szekeres, Geschäftsführer von Neticle: „Zum Beispiel, wie positiv oder negativ Meinungen sind oder welche Themen, Marken oder Personen im gewünschten Zusammenhang genannt wurden. So kann in nur wenigen Minuten mit geringstem Aufwand herausgefunden werden, was Kunden oder Mitbewerber über das eigene Unternehmen sagen, denken und fühlen.“

Wofür Neticle das Investment verwendet

„Neben der Beschleunigung des Wachstums werden wir die Investitionen auch für die Weiterentwicklung der Produkte nutzen. In erster Linie wird Zurvey.io (bekannt als Feedback-Analysator-Tool) in eine integrierte Lösung umgewandelt. Basierend auf dem Feedback der Benutzer bauen wir einen intelligenten Umfrageersteller und Analysator auf. Es sammelt schnell und einfach Kunden-, Mitarbeiter- oder andere Rückmeldungen, während diese Umfrageantworten auch in Echtzeit analysiert werden“, sagt Szekeres: „Neben dem Rebranding ist es uns gelungen, unser Unternehmensproduktportfolio zu schaffen, das unsere Position als einer der wichtigsten Akteure in der Region unterstützen wird.“ Das erfordere zusätzliche Ressourcen – weshalb das Team „erheblich erweitert“ wird.

Lead Ventures hat vor einem Jahr mit Investmentprozessen begonnen. Vor dieser Transaktion haben die Investoren bereits drei erfolgreiche Runden von Scale-up-Investitionen in Ungarn und der Region durchgeführt. Sie unterzeichneten einen Vertrag mit der ungarischen Codecool-Programmierschule, mit Neuron Soundware, die auf die schalltechnische Diagnostik eines tschechischen Industriegeräts spezialisiert ist, und mit GA Drilling – einem slowakischen Unternehmen, das plasmabasierte Bohrtechnologien entwickelt. Ábel Galácz, CEO von Lead Ventures, sieht in diesem Kontext viel Potenzial im Team von Neticle, welches sich in der Wachstumsphase befindet: „Die Lösungen sind nun bereit, mit der Investition Schritt zu halten. Lead Ventures konzentriert sich auf Unternehmen, die sich in dieser Phase befinden, sowohl in Ungarn als auch in der gesamten Region Mittelosteuropa“, sagt er.

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In der heimischen Startup-Landschaft hat sich Stefan Ebner längst einen Namen gemacht. Er gründete das Datenunternehmen Braintribe, eröffnete später unter anderem den Co-Creation-Space Tribe.Space, launchte die Co-Creation-Plattform Tribe.Land oder das KI-WealthTech-Unternehmen WeR. Nun meldet er sich mit seinem neuesten Projekt Tribe.One zurück, das laut Ebner eine „dritte Welle der KI“ einläuten soll, nach den Sprachmodellen (LLMs) und den KI-Agents.

Von Agents zur Co-Organisation

Agents hätten sich zwar wie ein „Super Personal Assistant“ angefühlt, seien aber nie etwas gewesen, was eine Organisation wirklich aufnehmen könne, argumentiert Ebner. Tribe.One setzt deshalb eine Schicht über den Agents an: „Ich glaube, die nächste Welle wird das sein, was wir Co-Organisation nennen“, erklärt der Gründer. Gemeint ist ein neues Operating Model, in dem Mensch und KI den Output gemeinsam nutzbar machen. Damit richtet sich die Lösung vor allem an CEOs, CFOs und CMOs, denn: „Die meisten KI-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Organisation“, so Ebner.

Digitale Counterparts für die Führungsebene

Kern des Ansatzes sind sogenannte „Entities“, die auf Tribe.Ones Plattform Gzero laufen. Führungskräfte erhalten darüber ein digitales Gegenüber, etwa einen Co-CEO oder Co-CFO. Dieses kennt das Unternehmen samt Plänen und OKRs und gibt Aufgaben an Agents weiter, da eine Entity selbst keinen direkten Datenzugriff hat.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Tribe.One an sich selbst: Dort arbeiten laut Ebner vier menschliche und acht KI-C-Levels zusammen, und die Entities sind schon seit einem Jahr intern im Einsatz. Für Kund:innen soll die Möglichkeit bestehen bereits bestehende Agents mitzubringen und zu integrieren.

Ein Ort für Fokus und Austausch

Ebner verbindet technologische Vorhaben traditionell mit physischen Orten, vom Nachtclub Chaya Fuera bis zum Tribe.Space. Auch Tribe.One bekommt mit dem „Co-lab“ nun einen solchen Ort in Wien. Er ist laut Ebner kein klassischer Coworking-Space, sondern ein Ort für Fokus, Schulungen und Austausch, an dem auch Marketing, Kommunikation und Frühphasen-Projekte stattfinden sollen. Um die Szene zu vernetzen, ist jeden letzten Donnerstag im Monat ein „Open House“ geplant. Die offizielle Eröffnung soll gemeinsam mit dem großen Launch im Jänner erfolgen.

Forschung in Wien, Kapitalmarkt in London

Während Forschung und Entwicklung in Österreich bleiben, gründet Tribe.One in London eine Limited als Co-Headquarter für Markt und Kapital. Ebner selbst pendelt entsprechend zwischen zwei Welten: Zwei Wochen pro Monat verbringt er in Wien mit Forschung und Coding, die übrige Zeit bei Kunden, die er vor allem im DACH-Raum und in UK sieht.

Finanziert hat sich das Unternehmen bisher selbst und macht nach Ebners Angaben „substanzielle Umsätze“. Im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres will er nun aber Kapital aufnehmen.

Die Vision dahinter ist ambitioniert: Tribe.One soll zu den Top-5-KI-Firmen Europas gehören, die die neue Welle mitgestalten. Nach dem Soft Launch ist der große Launch für Januar geplant, und bis Jahresende will das Team 10 bis 15 Enterprise-Kunden und ebenso viele Startups onboarden. Ein Tool für Millionen Nutzer soll Tribe.One dagegen ausdrücklich nicht werden.

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2,5 Millionen Euro Investment für weXelerate-Startup Neticle

Das ungarische Startup Neticle, welches Lösungen im Bereich des Textanalyse und des Social Listening bietet, hat eine Vereinbarung mit den Managementgesellschaften von Lead Ventures und Hiventures unterzeichnet, die eine Risikokapitalinvestition in Höhe von 2,5 Millionen Euro vorsieht. Das frische Kapital soll für Produktentwicklung ebenso wie für die weitere internationale Expansion verwendet werden. Vom weXelerate aus erfolgte auch der Launch des Produkts in Österreichs, nachdem Neticle zuvor bereits in Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Georgien, Ukraine, Russland, Polen und Deutschland gestartet war. Die Lösung von Neticle verfolgt das Ziel, alle Erwähnungen – sei es das Unternehmen, die Marke, das Produkt oder die Konkurrenz – in der Presse oder in sozialen Medien zu finden. Im Gegensatz zu Social Media Monitoring werden beim Social Listenting Verbrauchermeinungen und die Reaktionen auf Äußerungen in den verschiedenen Social Media-Kanälen ausgewertet.

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