03.09.2019

Investment für NÖ-IoT-Sensor-Startup TeDaLoS

Das auf Sensoren für IoT-Anwendungen spezialisierte Startup TeDaLoS mit Sitz im niederösterreichischen Biedermannsdorf holt sich ein Investment von der deutschen Bito Campus, einem Schwester-Unternehmen des oberösterreichischen Industrieunternehmens Bito Lagertechnik.
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Das TeDaLoS-Gründerteam mit Richard Haxel von Bito Campus
(c) Bito Campus: Das TeDaLoS-Gründerteam mit Richard Haxel von Bito Campus

„Der Markt für Bestandsüberwachung mittels Internet of Things wird bis zum Jahr 2025 rund 300 Milliarden US-Dollar schwer sein. Gemeinsam werden wir einen Teil davon bedienen können“, sagt Bito Campus-Geschäftsführer Richard Haxel. Das deutsche Schwester-Unternehmen des oberösterreichischen Mittelständlers Bito Lagertechnik steigt mit einem nicht näher genannten Betrag beim niederösterreichischen IoT-Sensor-Startup TeDaLoS ein.

+++ Aktuelle Startup-Investments +++

TeDaLoS: Kunden in Auto- und Lebensmittelbranche

Das weXelerate Alumni-Startup ist auf autarke und autonome Sensorlösungen, die für Anwendungen in der Materialfluss- und Bestandsüberwachung optimiert sind, spezialsiert. Man stelle dabei eine „One-Stop-Lösung vom Sensor bis ins führende System“ bereit, heißt es von TeDaLoS. Bestandskunden hat das Unternehmen bislang in der Automobilbranche, im Maschinenbau sowie in der Lebensmittelindustrie und im Großhandel. Seit 2018 arbeitet man mit Bito Campus zusammen.

Arbeit am „intelligenten Behälter“

Bito Lagertechnik entwickelt, fertigt und vermarktet Regal-, Behälter-, Kommissionier- und Transportsysteme. Gemeinsam mit TeDaLoS will man nun, wie es in einer Aussendung heißt, „am integrierten und intelligenten Behälter“ arbeiten. Dieser soll detaillierte Echtzeit-Daten über stückgenaue Menge, Zustand und Ort der Ware zu jedem Zeitpunkt des Warenflusses erlauben. Zudem will man darauf aufbauend „smarte Dienstleistungen“ erbringen.

Nicht-Logistikexperten als Zielgruppe

TeDaLoS-Geschäftsführer Thomas Tritremmel erklärt: „Anwender sind Menschen, die Ware bewegen und verarbeiten ohne Logistikexperten zu sein, wie Arbeiter, Staplerfahrer, Frächter, Krankenpfleger, Bauarbeiter oder Büroassistenten. Daher liegt der Fokus auf der unsichtbaren Integration und autonomen Funktion von Sensorik, Mikroelektronik, Datenkommunikation, Behältertechnik, Cloud Software und Schnittstellen ans führende System für die Steuerung businesskritischer Aktionen“.

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(c) Enpulsion
(c) Enpulsion

Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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